Mantrasängerin Julia über den spirituellen Alltag mit Kind, Yoga und das Umarmen wildfremder Menschen

Interview mit Verlosung

Das verstaubte Eso-Image, das Mantra – Cds manchmal so haben, könnt ihr hier getrost vergessen: Mantra Musik kann sexy sein!

Dies beweist der Fall von Yoga Lehrerin & [themecolor]Happy Mind[/themecolor] Autorin Julia Elena, die letzte Woche zwei Mantra Alben herausgebracht hat.

Mantra Chants und Mantra Chants 2 sind der perfekte Begleiter für die Yogastunde oder eine ausgedehnte Meditation auf dem Kissen. Ebenso kann man sie zur Beruhigung bei Adrenalin-Autofahrten und auch „einfach nur so nebenbei“ laufen haben. Denn was Mantras mit unserem Geist machen wissen wir ja bereits: Sie fokussieren unseren Geist und beruhigen den kreischenden Affen, der im Kopf herumhüpft. 

Deshalb verlosen wir nicht nur 3 x 2 ihrer Alben, sondern haben die Mantrasängerin auch gleich mal zum Interview gebeten.

Julia, wie in aller Welt bist du dazu gekommen, ein Mantra Projekt einzusingen?

Puh, ja, eine berechtigte Frage; nachdem ich Jahrzehnte als Studiosängerin mehr oder weniger hochwertigen Pop in verschiedenen Studios einsingen durfte, merkte ich, wie ich langsam aber sicher die Freude am Singen verlor. Es berührte mich einfach nicht. Und da ich von Haus aus ein Mensch bin, der für etwas „brennen“ muß, damit ich es auch vertreten kann, hatte ich das starke Bedürfnis etwas zu ändern. Das dauerte aber noch eine ganze Weile, bis zu meiner Ausbildung als Yogalehrerin. Als mich dann die Mantra Attacke überkam, konnte ich mein Produzententeam ziemlich schnell von der speziellen Energie der Mantras überzeugen und wir probierten mit den ersten Aufnahmen herum. Das war toll!! Und ganz anders, als alle Aufnahmen, die ich vorher gemacht hatte. Ich war immer richtig high, wenn ich aus dem Studio kam. Das hat mir gezeigt, daß das mein neuer Weg war.

Kannst du dich an deine erste „Erfahrung“ mit Mantras erinnern? Wie hast du sie wahrgenommen?

Daran erinnere ich mich noch sehr genau. Ich bin das erste Mal –unfreiwillig- vor 8 Jahren auf ein Konzert von Deva Premal und Miten in Hamburg mitgenommen worden. Das war für mich eine sehr gewöhnungsbedürftige Umgebung, um es mal nett zu sagen. Ich fand dieses ständige Umarmen, meinen Sitznachbarn an den Händen fassen (Ich kannte den doch gar nicht!!) und all das Liebgehabe hoch suspekt und anstrengend. Was ich aber doch, trotz allem, sofort spüren konnte, war diese unglaubliche Energie der Mantras. Deva Premal ist eine großartige Sängerin und die Energie war so direkt und echt. Das hat mich beeindruckt.

Durch weiteres Umarmen mir wildfremder Menschen, bin ich dann zu einem kleinen Satsang am nächsten Tag eingeladen worden, den Deva und Miten nur mit einer kleinen Gruppe zelebrierte. Und da hat es mich dann endgültig umgehauen: ich war Mantra infiziert.

Du selbst unterrichtest ja viel Yoga und arbeitest als Referentin und Ausbilderin. Wie sieht deine eigene tägliche spirituelle Praxis aus?

Meine spirituelle Praxis variiert stark von Tag zu Tag. Als Single-Working-Mum hat der Tag an sich schon zu wenig Stunden. Ich habe mit der Zeit gelernt Pranayama und Meditationen im Auto zu praktizieren, z.B. wenn ich meine Tochter von der Schule abhole. Ich habe seit einiger Zeit Dankbarkeitsübungen in meinen Alltag eingebaut, die mich sehr in dem Moment erden, in dem ich mich gerade befinde. Ich bedanke mich bei dem schönen Sonnenaufgang, den ich morgens sehen durfte, ich bedanke mich bei unserem bekloppten Kater, ich bedanke mich bei meinem duftenden Kaffee und natürlich auch bei Menschen. Bei denen die mir wohlgesonnen sind und vor allem bei denen, die mich durch ihre Art und Weise eher herausfordern. Vor dem schlafengehen muss ich mich 10 Minuten sammeln können. Auch dort bedanke ich mich gern noch mal für den Tag und lasse ihn noch mal revue passieren.

Und klar, natürlich auch Asana-Praxis, auch wenn es dann mal morgens gerade für 5 Sonnengrüße reichen muß, das geht immer.

Wie nimmst du die Entwicklung der Yogaszene in Deutschland wahr?

Ich finde die momentane Entwicklung höchst interessant! Es passiert so viel, auf so unterschiedlichen Ebenen. Yoga ist stark entstaubt und entmystifiziert worden. So viele Menschen finden aus den verschiedensten Gründen zum Yoga, was wiederum zu deren persönlichen Weiterentwicklung und Heilung beiträgt. Mehr und mehr Menschen versuchen einfach durch Yoga ein bewussteres Leben, ein bewussteres Miteinander zu kreieren. Großartig.

Weniger großartig finde ich die z.T. stattfindende Dogmatisierung von Yoga. „Mein Yoga ist irgendwie besser als Dein Yoga.“ „Yogarichtung XY ist schädlich, weil….“, „Lehrer XY hat Yoga nun gar nicht begriffen, kein Wunder, dass der kaputte Knie hat…“ – meine Herren. So was ist anstrengend und kontraproduktiv.

Ich plädiere für mehr Weite im Hirn, mehr Leben-und-leben-lassen.

Ist doch nur Yoga.

Ein perfekter Tag sieht folgendermaßen aus: …

Ohhhh – mein perfekter Tag hat Sonnenschein und warme Temperaturen zum draußenliegen, selbstgemachte Limonade, genügend Schokolade, meine Tochter und viele, gute Bücher und Zeitschriften.

Und jetzt natürlich noch die obligatorische Frage: Wie findest du die Balance zwischen Shanti und High Life? Welchen Tipp kannst du unseren Leser*innen mit auf den Weg geben?

Meine Balance habe ich mir hart erarbeiten müssen. Nicht alles, was mir Spaß macht, tut mir auch wirklich gut (z.B. Balance zu Salsa tanzen gehen => Cuba Libre trinken müssen)

Man sollte lernen, sich wieder auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Wir alle wissen eigentlich was uns gut tut und was nicht so unbedingt. Die einen müssen 5x die Woche vor der Arbeit zum Bikram, den anderen reicht 1 x Hatha am Abend. Die eine muß einfach Fleisch und Fisch essen, der andere liebt die vegane Küche. Der eine möchte auf sein Feierabend Bierchen nicht verzichten, die andere schlürft nur linksgeschütteltes Vollmondwasser. Alles gut!

Nur bittebitte, nichts einfach nur so tun, weil man es so machen sollte, weil es so in der Yogazeitschrift steht, weil die beste Freundin das auch so macht, weil man sonst schräg angeguckt wird, weil es sonst unlogisch ist…, nichts trifft auf alle Menschen zu.

Nicht alles Gute ist für jeden auch gut.

Bleib DuDu.

Vielen Dank Julia!

Wir verlosen 3 x 2 Mantra Alben von Julie – „Mantra Chants“ und „Mantra Chants 2“. Hinterlasse dazu einfach einen Kommentar unter dem Interview und du kommst mit in die Lostrommel.

Viel Glück und Shanti Shanti!

 

14 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. …wäre etwas Neues für mich, mit dem Chanten von Matras! Freue mich deshalb sehr über einen möglichen Gewinn, der meine Yogapraxis bereichert.
    Namste*

  2. Ich liebe es Mantras zu singen… Mein Sohn kennt mehr Mantras als Kinderlieder und hört sie auch sehr gerne. Wenn er wütend ist, tönt aus seinem Zimmer Shiva, Shiva, Shiva oder er rennt an mir vorbei mit einem Sita Ram, Sita Ram. Ich würde die CD mit ihm teilen…
    Ommmm
    Nicole

  3. Ich bin noch ein totaler Neuling in Sachen Yoga und erst seit 2 Monaten dabei. Ich würde mich riesig über die CD freuen. Und übrigens ich finde Euren Blog klasse!

    LG
    Bonnie

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