Keine Lust auf Yoga? Sieben Alternativen

Wir alle haben gute und schlechte Tage. Vielleicht hast du die letzte Nacht mit Freund*innen durchgetanzt, gerade deine Menstruation, oder du bist einfach mit dem falschen Bein voraus aus dem Bett gefallen. Egal, wieso, manchmal möchte man einfach nur noch im Bett bleiben und sich die Decke über den Kopf ziehen. Yoga? Heute eher nicht so.

Effektiv entspannen – ein Paradox

Ich tendiere dazu, meinen Tag bis ins kleinste durchzuplanen und zu optimieren. Nach der Ashtanga Stunde noch kurz einen kalorienfreien Shake trinken und ab ins Büro. Auf dem Rückweg nach Hause noch fürs Abendessen einkaufen und dem Liebsten etwas kochen. Abends Quality Time in Form von Netflix – aber bitte nur genau 90 Minuten. Denn man muss sich ja auch Zeit für sich selbst nehmen. 10 Minuten Abendmeditation also. Ich bin nicht effektiv entspannt. Das stresst mich.

Stoppe die Selbstoptimierung!

Obwohl ich mich den ganzen Tag mit Spiri-Themen beschäftige und man denken würde, ich sei dadurch total entspannt, hatte ich in der Mitte einer Yoga-Stunde auf einmal starke Magenkrämpfe. Ich hatte vergessen, vorher etwas zu essen. Und da ich nicht “versagen” wollte, habe ich die Stunde durchgehalten, obwohl ich Schmerzen hatte. Ich hatte das eben so geplant!

Wie kann ich mich selbst wieder spüren?

Dieses Erlebnis hat mir gezeigt: ich muss etwas ändern. Den Terminkalender mit Yogastunden vollzustopfen und diese ohne Tiefe zu absolvieren, ist kontraproduktiv. Ich möchte mich wieder spüren; wahrnehmen, wenn ich Hunger habe oder müde bin, und nicht erst auf die Signale meines Körpers hören, wenn es zu spät ist.

Um nicht wieder in die Stressfalle zu tappen, will ich es erstmal ohne Yoga und Meditation versuchen.

Wie das funktioniert? Habe ich mich auch gefragt. Doch nach und nach ist mir aufgefallen, dass mir oft Möglichkeiten begegnet sind, mich ein wenig zu entspannen oder meine Wahrnehmung zu verändern – auch ohne Yoga. Die folgenden sieben Sachen habe ich entweder schon selbst probiert, oder sie stehen ganz weit oben auf meiner To-Do-Liste:

1. Psychedelic Breath

„Love is like oxygen – You get too much you get too high“ singen schon The Sweet in ihrem 70er-Jahre-Hit. Durch Atmen kann man sich also in einen anderen Bewusstseinszustand bringen. Auf Basis dieser Erkenntnis bietet Eva Kaczor die dynamische Atemtechnik “Psychedelic Breath” an. Wenn du nicht gerade zufällig samstags in Berlin bist, könntest du auch Transformational Breath® üben. Das gibt’s in Hamburg oder in München. Oder vielleicht ist das nächste Event von Lichtatmung in deiner Nähe?

2. Floatation Tank

Hast du die Serie Stranger Things gesehen und erinnerst dich an diesen Wassertank, in dem Eleven eingesperrt wird? Das ist ein Floating Tank, auch Isolation Tank oder Sensory Deprivaton Tank genannt. Privat kann man das auch ausprobieren – nur weniger gruselig und natürlich freiwillig.

Der Name Floating kommt daher, dass man im Tank in körperwarmem Wasser schwebt, um sämtliche äußeren Sinneseindrücke auszuschalten (Sensory Deprivation). Was das Ganze bringt? Ähnlich wie bei tiefer Meditation bist du alleine mit deinem Geist. Allerdings sollte man sich selbst schon aushalten können, um in diesen Tank zu steigen. Anbieter sind zum Beispiel Tranxx in Berlin, Premium Float Schwabing in München oder Float in Stuttgart.

3. Kakao-Zeremonie

Die Azteken verwehrten ihren Frauen und Kindern den Genuss von Kakao wegen der bewusstseinserweiternden Eigenschaften. Kakao wurde vor allem dafür verwendet, mit den Göttern zu kommunizieren. Dafür reicht es leider nicht, sich nach der Arbeit im Späti noch schnell einen Schokoriegel zu kaufen, den zeremoniellen Qualitätsgrad hat nämlich nur der Rohkakao. Unsere Sandra hat an einer solchen Zeremonie teilgenommen und es hat ihr sehr gut gefallen. Weitere Orte für Zeremonien und den Erfahrungsbericht findest du hier.

4. 8D-Musik

Binaurale Musik: Klingt kompliziert, ist aber richtig cool: Mit Kopfhörern werden links und rechts leicht unterschiedliche Frequenzen gespielt, z.B. 430 und 440 Hz. Das Gehirn gleicht diese beiden Frequenzen aus – und entspannt sich dabei. Zumindest im Delta-Wellen-Bereich, der auch für Trance und Tiefschlaf zuständig ist.

Im Alpha-Wellen-Bereich wirken sie eher anregend. Das klingt dann, als würde die Musik um einen herum kreisen. Ein toller Kanal mit bekannten bearbeiteten Liedern von Beyoncé bis Avicii findest du bei 8D TUNES und mehr Infos über Binaurale Musik hier.

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5. Beschwerte Decken

Bei Panikstörungen kann es helfen, die angsterfüllte Person ganz feste in den Arm zu nehmen und er*sie entspannt sich. Ist jemand auf dem Autismus-Spektrum, kommt häufig eine beschwerte Decke zum Einsatz. Auch für neurotypische Personen kann Druck durchaus zu Entspannung führen. Falls ihr gerade keinen Partner*in habt, der*die sich mal eben der Länge nach auf euch drauflegen kann, empfehle ich erstmal, sich unter eine Decke und Yogablöcke zu legen. Wenn du das Gefühl magst, könntest du dir zum Beispiel Kirschkerne in eine Decke nähen, oder eine fertige beschwerte Decke kaufen.

6. Ekstatischer Tanz

Einmal verirrte ich mich auf eine Improvisations-Performance-Tanz-Veranstaltung und war von der Atmosphäre dort so begeistert, dass ich mich entschied, nach Berlin zu ziehen. Die Leute dort tanzten intuitiv und mit so viel Begeisterung, das wollte ich auch. Traute mich allerdings nicht. Also fragte ich bei Pascal nach einem Workshop an, um so zu tanzen zu lernen. Er meinte “das Event selbst ist der Workshop! Komm einfach mal vorbei.”

Vor Ort erwarteten mich einige Partnerübungen mit viel Körperkontakt und sehr liebe und entspannte Menschen. Als die Musik zum ekstatischen Tanz dann losging, war mir tatsächlich nichts mehr peinlich, ich schloss die Augen und tanzte drauf los. Meine Empfehlung für jeden, der beim Tanzen noch nicht so richtig aus sich herausgeht. Die nächsten Veranstaltungen findest du hier.

7. Tagebuch-Schreiben

Ja, ernsthaft! Oder, in cool: Journaling. Zum Testen kannst du einfach mal aufschreiben, für was du heute dankbar bist. Drei Dinge, jeden Tag. Ich wette, nach einer Woche wirst du entspannter und vielleicht auch ein bisschen glücklicher sein. Falls du richtig eintauchen möchtest in das Thema: Die liebe Sheila hat dazu einen Artikel geschrieben.

Wenn ich wirklich keine Lust auf Yoga habe, habe ich für mich entschieden, es einfach mal gut sein zu lassen. Anstatt “du musst jetzt ins Yoga” denke ich “was könnte ich mir jetzt Gutes tun?” und das weiß mein Körper meist ganz intuitiv. Nicht immer bedeutet das automatisch, auf der Couch liegen zu bleiben. Ich schließe die Augen und höre in mich hinein. Zu meiner eigenen Überraschung finde ich eine starke Energie und den Wunsch nach Bewegung. Wann habe ich mich das letzte Mal so richtig ausgepowert? Das ist viel zu lange her! Ich habe Lust zu tanzen, zu hüpfen, zu lachen und mich stark zu fühlen. Ecstatic Dance, ich komme!

Bist du heute auch ein Yoga-Muffel?

Ich hoffe, diese Liste hat dich inspiriert, dir trotzdem etwas Zeit zu nehmen und etwas Gutes zu tun.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Deine Pia

Titelbild © Unsplash

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