Idealistisch sparen: Was treibt die Bank mit deinem Geld?

[Werbung] Ich gehöre zu der Spezies Landkinder, deren Eltern noch all ihr Gemüse selber anbauen. Wir installierten schon Solarzellen auf dem Dach, als es noch als linksextrem galt, einen “Atomkraft﹣Nein Danke!”-Aufkleber auf dem Auto zu haben. Und das Licht musste zuhause, auch wenn es aus Sonnenkraft betrieben wurde, immer sofort ausgestellt werden, wenn man den Raum verließ.

Mir wurde also in die Wiege gelegt, mein eigenes Verhalten﹣und sei es noch so klein﹣im Hinblick auf die Umwelt zu hinterfragen. Dabei bin ich auch geblieben und liege mit meinem nachhaltigen Lifestyle-Konsumverhalten zwischen Bioladen und fairer Mode natürlich auch voll im Trend.

Aber was ist eigentlich mit dem Geld, das ich nicht ausgebe?

Machen wir uns nichts vor, wahnsinnig viel habe ich jetzt auch nicht auf der hohen Kante. Als Yogalehrerin und Bloggerin verdient man nicht gerade Abertausende. Aber weil mir eben beigebracht wurde, dass jeder Cent einen Unterschied macht, möchte ich auch auf die Lebensbereiche gucken, bei denen nachhaltiger Konsum noch nicht so präsent und auch nicht so sexy ist. Versicherung. Telekommunikation. Und eben meine Bank.

Als ich letztes Mal entschieden habe, die Bank zu wechseln, waren die Hauptkriterien fürs neue Konto Gebührenfreiheit und eine gute Automaten-Infrastruktur. Was mit dem Ersparten auf meinem Tagesgeldkonto passiert, während ich fleißig arbeite und hoffe, dass es am Ende für einen neuen Laptop oder einen Urlaub reicht, war mir nicht bewusst und egal.

Jeder Cent, der auf meinem Konto liegt, arbeitet. Aber wofür eigentlich?

Ich gehöre nicht zu denen, die alles, was mit Finanzwirtschaft zu tun hat, von vornherein böse finden. Jedoch gibt es immer noch viele sehr reiche Menschen, die sich weiter daran bereichern, Geld zu verleihen, das wiederum nur wenigen Privilegierten zugute kommt.

Es gibt Banken, die nicht moralisch entscheiden, wenn es darum geht, ihr Geld zu investieren und Branchen ankurbeln, die ökologisch katastrophal handeln, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen unterstützen oder zu einer Vergrößerung der Schere zwischen arm und reich beitragen. Transparenz gibt es wenig und wir als Kund*innen sind zu faul (da schließe ich mich nicht aus), um wirklich kritisch nachzufragen.

Deshalb habe ich eine ethisch vertretbare Bank für mein Privatkonto gesucht.

Folgende Kriterien zur Bank waren mir dabei wichtig:

  • Legt ihr Geld in Deutschland oder zumindest im europäischen Raum an Investiert in regenerative Energien, soziale Projekte oder kleinere Unternehmen
  • Investiert nicht in Steuerparadiesen, steckt kein Geld in Atomkraft, Waffen, Tabak, Offshore-Investment und sonstige dubiose Finanzgeschäfte
  • Günstige Kontogebühren, am besten gratis
  • Konto hat eine Kreditkarte, am besten mit kostenfreier Abhebung im Ausland
  • Bestenfalls ein integriertes Tagesgeldkonto zum Sparen
  • Abhebungen in meiner Nähe gratis möglich, ohne dass ich dafür große Umwege in Kauf nehmen muss
  • Die Höhe der Verzinsung für meine Einlagen war mir nicht so wichtig, da der Zinssatz für gespartes Geld gerade sowieso quasi bei Null ist und ich gerade keinen Bedarf nach Möglichkeiten für größere Geldanlagen habe

Ich habe Bekannte befragt und einschlägige Websites zu Rate gezogen. Eine Google-Suche lieferte mir die einschlägigen Banken, die ihr Hauptaugenmerk auf ethisches und ökologisches Handeln legen. Nicht besonders überzeugt war ich als Kreuzberger Kiezgurke allerdings von der Tatsache, dass es in meiner Gegend kaum passende Automaten gibt.

Andere nachhaltige Banken wiederum bieten mir zwar ein gratis Konto und Abhebung an, jedoch keine Kreditkarte und kein Tagesgeldkonto; aber ich möchte alles in einem Konto haben.

Am Ende lag die Antwort viel näher als vermutet.

Es ist die Deutsche Kreditbank (DKB)** geworden. Ich kenne sie als eine der ersten Banken, die gratis Kreditkarten für junge Leute anbot. Zu meiner Abizeit um 2005 ist mein halber Freundeskreis zu ihr gewechselt, weil man auf der anstehenden Weltreise damit kostenlos im Ausland Geld abheben konnte.

Du möchtest dein Konto wechseln? Schau bei der DKB* vorbei! Auf ihrer Website findest du viele Infos über ihre Nachhaltigkeitsstandards.

Das DKB-Cash* ist ein Privatkonto, das im ersten Jahr der Eröffnung gebührenfrei ist und auch bleibt, wenn du anschließend 700 € pro Monat Geldeingang verzeichnen kannst. Man bekommt neben der klassischen Girokarte die oben bereits erwähnte VISA-Karte für Reisefreudige, mit der man im In- und Ausland überall gratis abheben kann﹣egal ob an Automaten im Späti oder in offiziellen Banken.

Dabei fällt im europäischen Ausland übrigens das Auslandsentgelt von 1,75% weg, das ich bei meiner aktuellen Bank in Prag genauso wie in Sri Lanka bezahlt habe.

Die DKB macht schon lange in nachhaltig-das wussten bisher nur nicht viele.

Es ist ein bisschen wie mit den Waffeln in der eckigen rosa Verpackung: Die waren schon immer vegan, es hat bis vor kurzem nur niemanden interessiert. Neuerdings ist das vegan-Siegel groß darauf gedruckt (und der Spruch “unveränderte Rezeptur”).

Banken, die für mich unvorstellbare Summen händeln und damit nicht nur selbst Gewinn erwirtschaften, sondern auch ganzen Branchen zu Wachstum verhelfen, tragen dafür große Verantwortung und können vieles beeinflussen.

Die DKB hat schon bei ihrer Gründung 1990 Nachhaltigkeit und zukunftsorientiertes Wirtschaften* in ihren Unternehmenswerten verankert. Heute arbeitet die Bank im Rahmen der 17 Sustainable Development Goals (SDGs), die die UN als globale Handlungsempfehlung für eine nachhaltigere Zukunft entwickelt haben. Seit 2011 trägt sie die EMAS-Zertifizierung﹣ein Gütesiegel der EU für Unternehmen, die sich entschlossen haben, ihre eigene Umweltleistung stetig zu verbessern.

Investiert wird ausschließlich im europäischen Raum, und zwar in erneuerbare Energien, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, Wohnungsbaugenossenschaften und Familienunternehmen. Wer als Sparer*in ein wenig mehr Geld anlegen möchte, kann in Ökofonds investieren.

Ich wusste das bisher nicht, freue mich aber umso mehr darüber, dass meine besagten Freund*innen im Gegensatz zu mir schon seit 2005 ihr Geld dort lassen.

Wechseln nervt aber. Wie gehe ich das am besten an?

Ja, der Wechsel zwischen zwei Banken nervt wirklich, vor allem, wenn man selber, wie Rebecca so schön sagt, “privat einen eher intuitiven Umgang mit Geld” pflegt. Die DKB* bietet einen unkomplizierten Wechselservice an, der über den Anbieter FinReach abgewickelt wird.

Wer wie ich da eher konservativ ist und die eigenen Daten nicht noch weiter in die Welt streuen will, kann folgendermaßen vorgehen:

  • Das alte Konto behalte ich noch einige Monate für den Übergang, sodass kein Lastschrifteinzug ins Leere laufen kann
  • Ich habe mir eine Liste meiner größten regelmäßigen Ausgaben gemacht (Miete, Strom, Mitgliedschaften, Versicherung etc.) und die entsprechenden Lastschrifteinzüge gleich aufs neue Konto umgestellt
  • Ich verteile für die nächsten drei Monate mein Einkommen zu zwei Drittel auf das neue, zu einem Drittel auf das alte Konto, sodass es immer noch einen Puffer für Lastschrifteinzüge und Posten gibt, die ich eventuell nicht auf dem Schirm hatte
  • Ich benutze nur noch meine neue EC- bzw. Kreditkarte
  • Ich gehe regelmäßig durch den Kontoauszug des alten Kontos, um zu schauen, welche Posten ich noch umstellen muss
  • Wenn ich online einkaufe, lösche ich meine alten Kontodaten bei der nächsten Bestellung im jeweiligen Account, sodass ich damit nicht mehr durcheinander kommen kann

Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste, wenn man versucht, in allen Lebensbereichen nachhaltig zu handeln.

Deshalb rate ich dir auf jeden Fall: Beschäftige dich in Ruhe mit den Themen. Setze deine eigenen Prioritäten. Gehe Schritt für Schritt und fühle dich nicht überfordert von all den Bereichen, die du “noch grüner machen” könntest. Das geht nicht einfach so von heute auf morgen. Aber:

Übernimm Verantwortung für deine Umwelt, deine Handlungen und den Impact, den dein Vermögen hat.

Auch wenn es nur ein ganz kleines Vermögen ist. Ich schlafe auf jeden Fall besser, wenn ich weiß, dass mein Kleingeld nicht in Pistolenkugeln oder Atomkraft fließt.

Lasse dein Geld Gutes tun, während du es nicht selber brauchst.

Schließlich steht schon im Grundgesetz, Artikel 14, Absatz 2:

“Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.”

Du möchtest dich noch ausführlicher über die Anlagepolitik und die Werte der DKB in Sachen Nachhaltigkeit informieren und nachlesen, welche Arbeit sie genau macht, welche Siegel und Zertifizierungen sie trägt? Hier findest du alle Informationen.*

Welche Erfahrungen hast du mit nachhaltig wirtschaftenden Banken? Vertraust du dem Transparenzversprechen deiner Bank oder hast du es aufgegeben, an Idealismus in der Finanzwirtschaft zu glauben? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Deine Uli

Fotos © Lydia Hersberger

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kreditbank entstanden. Wir sind dankbar, dass wir über die Arbeit mit ausgewählten Partnern, deren Produkte uns überzeugen, FLGH weiter betreiben und für dich kostenfrei halten können. Bei den mit * markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. So erhalten wir eine kleine Provision, wenn du dich anmeldest.

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8 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Ulrike,
    Danke für diesen Artikel – die DKB kenne ocug schon lange. Genau wie Du sagst – viele nutzen die Kreditkarte, wenn es ins Ausland geht. Ich bisher noch nicht und habe es mir jetzt angeschaut…eine Frage bleibt für mich offen, vielleicht weißt du oder ein Mitleset mehr: Gibt es bei der DKB die Möglichkeit ein Wertpapierdepot zu führen? Nach Lektüre scheint es mir leider nicht so zu sein…
    Namasté

  2. Hallo Uli, vielen Dank für den gut zusammengefassten Artikel. Witzigerweise war ich mal (wegen einer Weltreise) bei der DKB, hab dann aber wieder gewechselt. Doof!
    Eine Frage hab ich noch: wie ist es denn mit dem Geld abheben? Gibt es eine Kooperation mit der Cash Group? Oder an welchen Automaten (in D) kann man kostenfrei abheben? Nochmals danke und liebe Grüße aus Hamburg!

    1. Hallo Iris, danke für die Fragen!

      Also so weit ich das verstanden habe, kannst du mit der Kreditkarte überall abheben und die DKB berechnet dafür keine Gebühren. Aber schau doch nochmal auf die Webseite der DKB, da steht sicher alles ganz genau.
      Liebe Grüße, Ulrike

  3. Danke für deinen tipp! Es fühlt sic h aber leider an, als hätte die dkb dich für deinen Artikel bezahlt. wie werbung für sie :-(

    ein paar kleine verweise auf ander tolle nachhaltige banken, wie zb tomorrow oder gls wären hilfreich gewesen.

    1. Hallo Nadja,

      danke für die Tipps für die anderen Banken!
      Wie du der Markierung als Werbung und dem kleinen Satz unter dem Artikel entnehmen kannst, wurden wir von der DKB dafür bezahlt, genau. Das ändert aber nichts an meiner Meinung. Du hast aber recht, wir sollten auch mal verschiedene Anbieter testen und deren jeweilige Vor- und Nachteile herausstellen.

      Liebe Grüße! Ulrike

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