Ich verlasse Fuck Lucky Go Happy – ein Abschiedsbrief

Als ich nach vier Wochen Winterpause in der schönen Villa auf Bali am Pool saß und meinen Laptop aus der Ferne hypnotisierte, wusste ich es.

Seit Stunden drückte ich mich davor, den Rechner aufzuklappen. Als ich mich schließlich doch überwand und mein E-Mail-Postfach öffnete, fühlte ich einen Zentner schweren Stein in meinem Bauch.

Bali

Alles in mir wehrte sich dagegen zurück in die gewohnte Routine zu kehren.

Montagsmantra schreiben, schlaue Sprüche auf Facebook posten, Kundenanfragen beantworten. Doch ein Leben ohne Fuck Lucky Go Happy konnte ich mir auch nicht vorstellen. Schließlich hatte ich gerade drei Jahre harte Arbeit in den Blog gesteckt, unzählige Male meine Freunde und Familie zurück gewiesen, weil ich am Wochenende, noch etwas Wichtiges für den Blog machen wollte, am Heilig Abend noch eben einen wichtigen Beitrag verfassen, im Urlaub stundenlang an einem Montagsmantra zu den Anschlägen in Paris sitzen. Weil es mir wichtig war. Weil du mir wichtig bist.

Nach knapp drei Jahren Bloggen, machte sich die Liebesmüh schließlich bezahlt.

Rebecca und ich konnten von dem Blog und unseren zusätzlichen Aufgaben, die wir daraus erschaffen hatten, leben. Mein Lebensmotto wurde: #folgederfreude. Und je konsequenter ich diesen High-Vibe-Mantra folgte, desto mehr Wunder geschahen in meinem Leben.

Ich reiste nach Indien und wurde erst Kundalini-Yogalehrerin und später Lifecoach, gab Seminare und half anderen dabei, ihre eigenen Wunder zu bezeugen, bis ich mich selbst immer richtiger in meinem Leben fühlte. Es fühlte sich echt an, authentisch.

Und genau das war das Problem.

Ich hatte meine Lebensaufgabe gefunden. Ich liebte jede einzelne Coaching-Session, die ich geben durfte und jede Transformationsgeschichte meiner Klienten, die ich begleiten durfte.

Ich verschlang Bücher, besuchte Workshops und Seminare, gab selbst welche, meditierte jeden Morgen und häutete mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich meine eigenen Baustellen anging.

Ich atmete Transformation.

Und immer, wenn ich etwas unter dem Teppich fand, zurrte ich es stolz raus, sah es mir an und wandelte es in Wahrheit um. Nur Fuck Lucky Go Happy blieb unter dem Teppich liegen. Was Rebecca längst sehen konnte und mit Frustration ausdrückte, wollte ich nicht wahr haben.

Vor lauter Angst blieb ich im Schneidersitz auf dieser riesigen Beule im Teppich sitzen. Ich wollte beides: Sicherheit und Wachstum. Nur leider ist das, als wollte man ein Reihenhaus bauen, während man auf Weltreise geht. Nichts gegen Weltreisen, aber wie soll das zusammen gehen?

Ich musste mich entscheiden: Angst oder Liebe.

Ich weiß noch genau, wie ich da saß und meine Gedanken wie auf einem Rechenschieber zwischen beiden Gefühlen hin und her schob.

Die Liebe sagte: Die Zeit ist reif. Deine Aufgabe wartet und das Leben trägt dich zu ihr, auch wenn du den Weg noch nicht sehen kannst.

Die Angst sagte: Du kannst Fuck Lucky Go Happy nicht aufgeben. Du wirst alles verlieren, in drei Monaten wird sich niemand mehr an dich erinnern, alleine wirst du nichts zustande bringen und auf Harz IV landen. Schuster, bleib bei deinen Leisten!

Und dann dachte ich an dich.

Und an alle anderen Fuck Lucky Go Happy Leser und jede einzelne Seminarteilnehmerin und jeden Coachee. Ich stellte mir vor, wie ich euch in die Augen blicke in dem Wissen, dass ich meine eigene Freude aufgab und es mir in meinem Angstloch bequem gemacht habe.

In diesem Moment rollte eine überirdische Kraft lawinenartig durch meinen Körper. Mir wurde klar, dass es hier nicht nur um mich geht, sondern um uns.

Wenn ich meinen Glauben an all das aufgebe, was ich in über 100 Montagsmantren und Artikeln an euch schrieb, wo gehen wir dann alle hin? Zurück auf Nummer Sicher?

Das erste Mal traute ich mich an Ausstieg zu denken und noch einmal von vorne zu beginnen.

YogatwinsNoch am selben Tag poppte eine E-Mail von Rebecca auf. Auch sie wollte ihren Weg ohne mich weitergehen. „Das nenne ich Teleparty!“, dachte ich und schmunzelte über meinen kleinen Wortwitz in Anbetracht der ernsten Lage.

Wir waren uns einig, dass unsere gemeinsame Zeit vorbei war. Längst waren wir nicht mehr die „Yoga Twins“, als die wir uns früher selbst bezeichneten. Wir waren nicht mehr die Yoga-Journalistinnen, die man nur im Doppelpack buchen konnte und die auf jedem Event gemeinsam in die Kamera lächelten.

In der Größe der anderen erkannte jede von uns ihre eigene Kraft und so wuchsen wir aneinander, berieten uns gegenseitig, tauschten uns aus, versicherten uns rück, bis wir als Yogalehrerinnen und Lifecoach auf eigenen Beinen standen und eigene Entscheidungen trafen.

Heute brauchen wir keine Standleitung mehr, wenn wichtige Entscheidungen anstehen. Obwohl ich mich manchmal gerne daran zurück erinnere.

Ich bin mir sicher, dass du in den letzten drei Jahren mit uns gewachsen bist, durch deine eigenen Prozesse gegangen bist und noch lange nicht genug hast. Und ich bin mir auch sicher, dass du diese aufregende Reise weiter mit uns gehen willst. Oder?!?

Mich hat das Leben in der Zwischenzeit zu meiner neuen Aufgabe getragen. 

Sie heißt franziska.love. Hier geht meine Reise weiter. Wohin ich dich mitnehme, kannst du dir jetzt hier ansehen. Es gibt Youtube-Videos mit mir und zum feierlichen Start kannst du ein Coaching-Paket im Wert von 347 Euro mit mir gewinnen.

Fuck Lucky Go Happy bleibt dir natürlich auch erhalten. Rebecca nimmt die Zügel jetzt alleine in die Hand. Wohin sie dich führt, kannst du hier lesen.

Danke für diese großartige Erfahrung, die wir hier alle zusammen kreiert haben!

Und jetzt komm mal hallo sagen auf franziska.love

Shine bright, Love und Konfettiregen,

Deine Franziska

17 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Woooow wooow woow!
    Wie mutig von euch beiden <3
    Ich wünsche euch ganz viel Freude, Mut, Leichtigkeit, Geduld, Vertrauen und Lieeeebeeee * :)

    Umarmung,
    Aleks

    *und natürlich Glitzerkonfettiregen hihi

  2. Nach dem Ersten Schrecken, überwiegt die Freude euch jetzt einzeln in ganzer Stärke zu erleben. Ihr habt euch quasi verdoppelt, doppelte Freude und doppelter Input! Viel Glück und gutes Gelingen euch beiden ich freue mich auf alles was von euch an Inspirationen kommt!
    Alles Liebe,
    Anne

    1. Das Internet ist ja zum Glück ein Ort, wo man einfach nur woanders hinklicken kann und alles ist quasi beim Alten. Und gleichzeitig neu. Ziemlich gut finde ich. Vor allem, dass es dich gleich doppelt freut. XX Rebecca

  3. Liebe Franziska,
    das finde ich wunderbar, dass du diesen Schritt gehst. Ich bin gerade noch in der Findungsphase. Magst du mir vielleicht verraten wo du genau in Bali warst und welche Unterkunft? Welcher Beitrag war das im Blog? Vielen lieben Dank und du rockst es!

  4. Hey ihr beiden,

    was für eine Überraschund und mutige Entscheidung!

    Wie jeder Abschied und Neubeginn irgendwie traurig und dennoch total spannend. Ich wünsche euch für eure neuen Projekte alles Gute und bin gespannt was da kommt. Hier auf FLGH (dein neues Profil Foto ist schon mal super sweet liebe Rebecca ;-)) aber auch auf deinem neuen Youtube-Kanal liebe Franziska. Hab direkt mal reingeschnuppert und ihn abonniert. Schöne Videos hast du schon am Start!

    Lieben Gruß
    Betty

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