Gurmukh Kaur Khalsa: 5 Lebensweisheiten von der Königin des Kundalini Yoga, die dich glücklich machen

Hast du schon einmal Kundalini Yoga ausprobiert oder hat dich diese spirituelle Yoga-Art bereits gepackt und du bist schon fleißiger Schüler oder sogar Lehrer?

Dann habe ich ein paar weise Tipps von Gurmukh Kaur Khalsa, der Königin des Kundalini Yoga, für dich. Königin deshalb, weil sie bereits seit über vierzig Jahren Kundalini Yoga praktiziert und bei dem inzwischen verstorbenen Yogi Bhajan, der diese lange geheim gehaltene Yoga Art in den Westen gebracht hat. Gurmukh war lange seine Schülerin und führt nun sein Lebenswerk fort, indem sie regelmäßig Workshops in der ganzen Welt gibt.  

Vor ein paar Wochen kam die inzwischen über Siebzigjährige aus Los Angeles für einen Workshop nach Berlin in das Spirit Yoga Studio in Berlin-Charlottenburg. Drei Tage lang durfte ich den Worten dieser unglaublich weisen und spirituellen Frau lauschen und dazu Yogaübungen ausprobieren, die mir so gut taten, dass ich noch eine Woche nach dem Workshop voller guter Energie und Laune war. Mich hat das Kundalini-Fieber definitiv gepackt, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Hier die Ratschläge von Gurmukh, die meiner Yogapraxis und meinem Alltag neue Inspiration und Motivation eingehaucht haben:

Das Gegenteil von Angst ist Liebe

Das war der erste Satz, den ich in mein Notizbuch schrieb. Eigentlich heißt es, dass Gegenteil von Liebe sei Hass. Doch Gurmukh hat Recht, es ist die Angst, die uns voneinander trennt und Hass schürt. Wir brauchen nur die Zeitung aufzuschlagen, um der Angst vor Unterdrückung, vor Verlust, vor Ablehnung usw. ein Gesicht zu geben. Doch wie können wir die Liebe, die uns wieder miteinander vereint, in uns erwecken? Im Yoga üben wir viele Haltungen, die unser Herz-Chakra (Anahata Chakra) öffnen sollen. Das sind vor allem Rückbeugen, wie der Bogen (Dhanurasana) oder das Rad (Udhva Dhanurasana).

Gurmukh jedoch sagt, dass wir bis zum Umfallen üben können, unser Herz zu öffnen, wenn wir uns vorher nicht unseren Urängsten zuwenden. Diese sitzen im ersten und in der Kundalini-Lehre wichtigsten Chakra für spirituelle Entwicklung – dem Wurzelchakra. Erst wenn wir hier das Übel bei der Wurzel packen, werden wir dauerhafte Transformation erfahren. Für Übungen zur Öffnung des Wurzelchakras  schau mal bei Christina Waschkies im Happy Mind Magazine vorbei. Sie hat gerade einen Chakra Guide mit vielen Infos und Tipps rund um das Wurzelchakra geschrieben.

 If you get the breath – you get the life

Dieser Satz hat mich dazu inspiriert, mich während der Yogapraxis wieder stärker auf meinen Atem zu konzentrieren und auch mal einen Pranayama Workshop wie letztens bei Anna Trökes zu besuchen. Und natürlich die Beiträge unserer sehr kompetenten Gastautorin und Jivamukti-Lehrerin Janna Aljets, die gerade eine Pranayama-Reihe] bei uns schreibt, zu lesen. Ich achte jetzt auch im Alltag wieder öfter auf meine Atmung und musste feststellen, dass ich gerade wenn ich besonders konzentriert bin, so gut wie gar nicht atme.

Also: Puste mal wieder ein bisschen Sauerstoff in dein Hirn und gönne deinem Nervensystem mit ein paar ruhigen Atemzügen etwas Entspannung. Und dann her mit dem schönen Leben!

Eat light – be light

Während des Workshops konnte ich live beobachten, wie Gurmukh täglich eine riesige Flasche grünen oder eher braunen Smoothie und mehrere Liter Wasser trank. Gleiches empfahl sie auch uns. Zwar nicht, dass wir grüne Smoothies trinken sollen, aber dass wir unseren Körper nicht mit schweren, zuckerhaltigen, tierischen oder aufputschenden Lebensmitteln wie Kaffee belasten sollen. Denn das macht faul, unkonzentriert und betäubt uns, anstatt uns näher zu und selbst zu bringen. Sie selbst setzt auf eine vegane Rohkosternährung. Welche Ernährung letztendlich die ist, die dem eigenen Organismus gut tut, muss jeder selbst für sich herausfinden. Ich vertrage zum Beispiel keine Rohkost-Ernährung, dafür tut mir warmes gedünstetes Gemüse sehr gut. Der Workshop hat mich inspiriert, wieder mehr zu kochen und weniger Pasta in den Einkaufswagen zu legen.

Fake it until you make it

Dieser Tipp hat es mir besonders angetan, denn Gurmukh meint, dass wir uns selbst austricksen können, indem wir schon mal so tun, als würden wir zum Beispiel aus Liebe handeln, auch wenn es noch nicht aus ganzem Herzen kommt. Denn wichtig sei die Intention und nicht die Perfektion. Aus ihrer Sicht spricht nichts gegen „fake kindness“.

Warum nicht nett zum Kassierer sein, wenn man eigentlich total genervt von seiner Langsamkeit ist? Vielleicht schwingt da auch ein bisschen kalifornischer Lifestyle mit, aber es macht schon Sinn, denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Freundlichkeit zu uns zurückkommt ist höher, als würden wir ihn anschnauzen. So sagt Gurmukh auch, dass wir uns nicht erst zu einhundert Prozent uns selbst lieben müssen, bevor wir andere lieben. Alles sei ein Prozess, der sich gegenseitig bedingt. Diese Ansicht finde ich sehr befreiend und erleichternd, denn was wäre, wenn wir es in diesem Leben mit der Selbstliebe nur zu 95 Prozent schaffen?

Reden ist Silber, schweigen ist Gold

Hast du schon mal darauf geachtet, über was und wen du dich unterhältst, wenn du mit anderen Leuten zusammen bist? Seit dem Workshop bei Gurmukh habe ich das mal genauer beobachtet. Oft reden wir über andere Leute oder unwichtige Probleme nur weil wir keinen Gesprächsstoff haben. „Hast du was von Susi gehört? Ja, ich glaube sie ist schwanger von diesem komischen Typen, den sie auf der Fusion kennengelernt hat – nach nur 8 Wochen.“ Manchmal führe ich diese Art Gespräche und fühle mich schon währenddessen schlecht, aber was ist die Alternative?

Gurmukh empfiehlt zu schweigen. Statt immer zu handeln, wie in diesem Falle das Gespräch am laufen halten, sollen wir üben, einfach nur zu sein. Das ist allerdings nicht so einfach! Denn die Stille, die dann entsteht ist zunächst sehr unangenehm und wir sind darauf konditioniert, sie zu füllen. Das machen wir sogar während des Sprechens. Statt kurz inne zu halten, sagen wir „ääähm“, „halt“, „eben“ und was es eben sonst noch für unnütze Füllwörter gibt.

Ich übe mich jetzt bewusst darin, diese Stille auszuhalten und es macht richtig Spaß. Es ist unglaublich erleichternd, zu wissen, dass man Gespräche nicht immer am Laufen halten muss und so im Zweifel weniger schlechte Energie in Umlauf bringt. Und es bringt uns näher zusammen, weil wir den Moment wahrnehmen und fühlen können, wie es dem anderen geht oder ob zwischen uns alles in Ordnung ist. Wenn ja, ist die Stille umso schöner!

Hast du schon einmal Kundalini Yoga ausprobiert oder bist ein alter Hase? Ich würde mich über Studio- und Lehrertipps ins Berlin freuen. Am liebsten unten in den Kommentaren.

Sat Nam

Deine Franziska

5 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Was für ein schöner Text Franzi, danke dafür! War inspiriert davon heut morgen gleich beim Kundalini Yoga und es war super super schön. Freu mich schon dich bald zu sehen. <3 Take care, Christina

  2. ich bins oliver und wir haben uns schon mal getroffen. habe am chiemsee gearbeitet als rebecca ihre lehrerausbildung machte. ich bin kundalini lehrer in berlin und unterrichte im yello-yoga in der mariannenstr., wuerde mich freuen dich dort mal zu sehen stundenplan siehe yellow-yoga.com. alles liebe. oliver

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