Enjoy The Journey! Warum du deine Tiefschläge lieben darfst

Hi Montagsmantra-Junkie! Für diese Woche habe ich ein Thema für dich, dass eine sehr wichtige Rolle für meine eigenes Glücksempfinden spielt und dass mich in letzter Zeit wieder verstärkt begleitet:

Enjoy The Journey!

Ich will dir erklären, was damit gemeint ist. Zunächst ist die deutsche Version dieses Spruches „Der Weg ist das Ziel“ für mich zu sehr mit elterlichen Ratschlägen behaftet und ich finde „Enjoy the Journey“ trifft es noch viel besser. Deshalb heute mal auf Englisch. Aber was eigentlich?

Vielleicht neigst du so wie ich dazu, dich mit Menschen zu vergleichen, die außerhalb deiner Liga spielen. Wenn ich zum Beispiel eine Kundalini-Yogaklasse unterrichte, dann möchte ich es so gut machen, wie meine Yogalehrerin Gurmukh. Der Unterschied zwischen uns ist allerdings, dass Gurmukh seit über vierzig Jahren Yoga unterrichtet und Seminare, Teachertrainings und Talks auf der ganzen Welt hält. Das Gleiche passiert vielen allein schon beim Karaoke-Singen. Sie trauen sich nicht, weil sie es nie so gut könnten wie Whitney Houston einst.

Mit solchen Mindfucks habe ich mich oftmals so unter Druck gesetzt, dass ich viele Projekte gar nicht erst angegangen bin oder ewig brauchte, um den nächsten Schritt zu wagen. Auch heute schweife ich noch ab und an in die Zukunft ab und finde dann alles, was jetzt ist, lächerlich, nicht genug und doof.

Was ich bei diesen Gedankenprozessen regelmäßig vergesse ist, dass es gar nicht darum geht, das Ziel zu erreichen, sondern darum, den Weg dorthin voll auszukosten und die einzelnen Puzzleteile miteinander zu verbinden. Eine Vision ist nur dafür gut, um sie im Hinterkopf zu haben, quasi als Kompass. Während wir uns mit dem Kompass in der Hand fortbewegen ist es viel wichtiger, dass wir uns auf das, was wir vorfinden konzentrieren und damit arbeiten. Alles was hier und jetzt geschieht, passiert FÜR uns und ist die perfekte Lerneinheit auf dem Weg zur Vision. Selbst wenn sie sich nicht angenehm anfühlt. Denn auch das gehört dazu.

Wenn ich mich also mal wieder bei einem solchen Mindfuck ertappe, gehe ich aus der Perspektive, in der ich nur sehe, was mir noch alles zu meiner Vision fehlt und wie schön das Leben doch erstmal wäre wenn… heraus und fokussiere mich auf das, was jetzt alles da ist, was ich schon alles habe und auf was ich jetzt zugreifen kann.

In solchen Momenten wird mir dann zum Beispiel bewusst, dass ich jahrelang davon geträumt habe, mich selbstständig zu machen und meinen Lebensunterhalt mit etwas Sinnvollerem zu bestreiten. Mit zwanzig träumte ich davon später mal Leute zu coachen und ein Buch zu schreiben.

Spätestens an diesem Gedankengang muss ich laut über meine eigene Beschränktheit lachen. Denn inzwischen habe ich als Bloggerin und Journalistin wahrscheinlich schon Inhalt für drei Bücher zusammengeschrieben. Und meine größte Sorge ist es, nicht so großartig zu unterrichten wie Gurmukh??? Bullshit!

Wenn du dich vor einem Projekt, einer Präsentation oder einem Date ähnlich unter Druck setzt wie ich oder oft in eine rosarote Zukunft abdriftest, dann nimm dir das heutige Montagsmantra zu Herzen.

Enjoy The Journey

Hier noch ein paar Tipps, wie deine Reise noch schöner wird:

1. Sobald du dich bei deinem Mindfuck ertappst, setz dich aufrecht hin und schließe die Augen. Jetzt fang an tief und lang zu atmen. Konzentriere dich darauf, wie sich mit jeder Einatmung dein Bauch und dein Brustbereich wölbt und mit der Ausatmung wieder zusammensinkt. Mache diese Übung für mindestens fünf Minuten.

Der lange, ruhige Atem beruhigt unser Gehirn und und holt uns zurück ins Hier und Jetzt.

2.  Jetzt denk liebevoll an alles, was du bereits in deinem Leben lernen durftest. Wie du zum Beispiel deine ersten Wörter hast schreiben gelernt, deine letzte Schulprüfung, deine erste wichtige Präsentation vor mehreren Leuten und alle anderen Herausforderungen, die du schon gemeistert hast. Und dann schau, wie viele dieser Puzzle-Teile jetzt schon für dich da sind, um das Hier-Und-Jetzt zu meistern.

3. Mach dich frei vom Ziel-Druck. Denk dafür auch mal an die Dinge, die du schon in den Sand gesetzt hast und was du daraus gelernt hast. Wenn ich nur daran denke, wie ich bei den Bundesjugendspielen immer die Schlechteste in fast allen Sportarten war… Dann mach dir bewusst, dass es für dein Ziel völlig egal ist, wie du die anstehende Situation meisterst. Vertraue darauf, dass es einzig und allein auf die Lernerfahrung ankommt, egal ob du scheiterst oder nicht. Ich habe aus meiner Bundesjugendspiel-Erfahrung gelernt, dass Sportturniere und Wettkampf im Allgemeinen nicht in meine Vision gehören.

4. Lass dich immer wieder inspirieren von deinem Montagsmantra. Manche Leser berichten uns, dass sie es ausdrucken und an den Kühlschrank hängen. Andere schreiben es auf und kleben es sich an den Desktop. Für das heutige Montagsmantra habe ich einen ganz besonderen Reminder: Ein „Mantraband“ mit der Aufschrift „Enjoy The Journey!“
Wenn es dir auch gefällt, kannst du es bei asanayoga bestellen. Es gibt auch noch viele andere tolle Sprüche.

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Sinne, shine bright and enjoy this weeks journey!

Deine Franziska

9 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Franziska,

    ich bin erst gerade eben auf eure Seite und dann über diesen tollen Artikel gestoßen! Ich befinde mich gerade ein wenig in einer Selbstfindungsphase und weiß nicht ganz wohin mit den unterschiedlichen Gedanken (eigentlich auch Mindfucks) und werde auch mal diese „Übungen“ ausprobieren und DANKE sagen – ich nehm mir das jetzt echt vor!

    lg, aus österreich
    Helmuth

  2. Enjoy the journey gefällt mir auch viel besser als „Der Weg ist das Ziel“. Es gibt mir ein viel besseres und wärmeres Gefühl. Danke für das Mantra, das spricht mich sehr an und schenkt Mut & Vertrauen :)

    Hugs,
    Linda

  3. Liebe Franziska,

    ich habe diesen Artikel gerade erst gelesen und habe mich wahnsinnig wiedererkannt.
    Als Erinnerungsanker hab ich mir gleich das Mantraband bestellt, ich wollte schon so lange eines haben.

    Ich danke Dir <3

    Alles Liebe
    Andrea

  4. Liebe Franziska,
    vielen Dank! Da geht mir das Herz auf, dieses Montagsmatra trifft für mich mal wieder voll ins Schwarze! Seit ein paar Tagen hadere ich mit mir, bin hin und her gerissen zwischen Freude und Furcht demnächst meinen ersten Yoga Kurs zu geben. Wie kann ich das schaffen, wo ich mich weit entfernt fühle von dem Können und der Erfahrung meiner YogalehrerInnen.
    Okay, -enjoy the journey- ich nehme es mir zu Herzen!

    Lieben Dank und liebe Grüße,
    Anna

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