Ende gut, alles gut: Ein Lehrstück namens 2014

Life is what happens to you while you are busy on making other plans.

Ganz egal wie abgedroschen John Lennons kluge Worte sein mögen, beim Lesen meines Jahresrückblicks vom letzten Jahr drängten sie sich mir so sehr auf, dass ich am Ende eigentlich nichts anderes denken konnte.

Wenn ich danach gehe, was ich mir vor 360 Tagen für 2014 alles ausgemalt habe, kann ich sagen: Der Plan ist aufgegangen. Ich könnte mir lobend auf die Schultern klopfen und sagen: Fein gemacht. You rock, Girl!

Der Witz ist nur: Wichtig war das alles nicht. Wichtig waren ganz andere Dinge.

Was 2014 passiert ist und was ich daraus gelernt habe

2014 war ein mächtiges Jahr. Ein Lehrstück geprägt von Höhen und Tiefen, inneren Kämpfen, großen Erkenntnissen und einem Ende, das beweist, dass alles genau so sein musste, wie es eben war.

Der andere bin immer auch ich selbst

2014 hatte ich meine erste, fette Beziehungskrise. Die klassische Wir-haben-uns-auseinandergelebt-Krise. Ich war nur noch mit Yoga, Bloggen und Business beschäftigt und Andy… na was eigentlich? So richtig wusste ich gar nicht, was bei ihm so los war.

Es war die Sorte Krise, bei der du weißt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Aussteigen und getrennt weitergehen oder alle Kräfte zusammenzunehmen und wirklich etwas verändern.

Monatelang hingen wir in einer Art Schwebezustand und hatten keinen blassen Schimmer, wo alles hinführen sollte. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, reflektiert und geredet. Wir haben Rat bei klugen Menschen gesucht und uns auf eine Reise gemacht, die uns schon jetzt an viele spannende neue Orte geführt hat.

Mein Learning: Eine Beziehung ist eine Art Medaille mit zwei Seiten. Das heißt: Ganz egal, was mit dem anderen los ist, es hat immer auch etwas mit dir selbst zu tun. Wenn sich einer verändert, dann hat das auch Konsequenzen für den anderen. Wenn es dann langfristig funktionieren soll muss man eben aufräumen. Vor allem bei sich selbst. Das kann ganz schön in die Tiefe gehen und ist nicht immer schön.

Trotzdem kann ich es wärmstens empfehlen. Nichts fühlt sich so gut an, wie wenn man kapiert, worum es eigentlich geht und plötzlich viel Verständnis für sich und auch den anderen entwickeln kann.

Jeder kann mein Lehrer sein

Jahrelang tigerte ich durch die Yogaszene, probierte die wildesten spirituelle Praktiken aus und übte mit verschiedenen Lehrern. Oft in der stillen Hoffnung, endlich meinen Lehrer zu treffen. Einen Guru, der mir die Welt erklärt und mir mit viel Wohlwollen widerspiegelt, was ich noch alles zu lernen habe.

Versteh mich nicht falsch, von meinen Lehrern Moritz Ulrich und Patrick Broome habe ich viel mehr gelernt als „nur“ Yoga zu unterrichten.

Doch die Guru-Figur, die ich mir vorgestellt hatte, kam auch 2014 nicht um die Ecke.

Musste sie auch nicht, denn derjenige, der mir wirklich gezeigt hat, was es heißt, Licht ins Dunkel zu bringen (gu = Dunkelheit, ru = zerstreuen), lag schon seit acht Jahren neben mir im Bett: Mein Freund Andy. In der Auseinandersetzung mit ihm habe ich fünfmal so viel über mich und das Leben gelernt, wie in all den Jahren auf der Matte.

Mein Learning: Den Weg müssen wir selbst gehen. Vielleicht treffen wir dort sogar diesen einen Guru. In meinem Fall waren es letztes Jahr mehrere Personen, die mir – jede auf ihre Art – wichtige Dinge gezeigt hat. Anstatt auf den großen Erlöser zu warten, könnten wir uns also in jeder Alltagssituation fragen: Warum passiert das FÜR mich? Was kann mir diese Person über mich zeigen? Die Antwort liegt ja ohnehin schon in uns und bringt uns oft viel Weiter als die große Suche im Außen.

Ich vertrau darauf, dass mein Weg der richtige ist.

Wenn ich darüber nachdenke, wie sich mein berufliches Leben im letzten Jahr verändert hat, kann ich es selbst manchmal gar nicht glauben: Fuck Lucky Go Happy gehört inzwischen zu den meistgelesensten deutschsprachigen Yogablogs. Ich habe mit Franziska die beste Business-Partnerin der Welt und die Schüler und Schülerinnen kommen gerne zu mir in den Yogaunterricht. Platzen könnte ich vor Dankbarkeit.

Abgesehen vom Bloggen und Unterrichten arbeite ich inzwischen nur noch mit ausgewählten Kunden, die ich allesamt sehr schätze. Ich habe herausgefunden, welche Projekte mich blockieren, was meine Energie frisst und gehörig aussortiert. Der Clou: Seitdem ich selbst eine klare Vorstellung davon habe, was ich will, fallen mir die einzelnen Schritte dorthin leichter denn je, ich treffe die richtigen Menschen und das Universum scheint sich von ganz alleine zu sortieren. 

Mein Learning: Richtig gut ist man in dort, wo die eigene Kraft hingeht. Unabhängig von allen Ängsten und Unsicherheiten, die uns gerne mal einen Strich durch die Rechnung machen. Um meiner inneren Führung vertrauen zu können, musste ich einige Umwege nehmen. Doch das war gut so. Heute kenne meine Bedürfnisse und traue mich zu ihnen zu stehen, auch wenn das nicht immer allen gefällt. Everybody’s darling ist eben auch everybody’s Depp.

 

Was ich 2015 daraus mache

Jahresrückblick 2015

Richtige Vorsätze habe ich nicht, aber Wünsche und Vorhaben, die sich aus meinen Learnings ergeben.

1. Ich vertraue meiner Intuition

Auf mein Bauchgefühl ist Verlass. Es gibt mir sehr klare Anweisungen, auf die ich eigentlich ohne Kompromisse hören muss. Anstatt mich von den kritischen Stimmen in meinem Kopf ablenken zu lassen, werde ich versuchen mich von meiner Intuition durch 2015 lenken zu lassen.

2. Ich helfe Menschen, ihr volles Potenzial zu leben.

Seit ich angefangen habe, Privatstunden zu geben, lässt mich die Idee, Coaching in meine Arbeit zu integrieren, nicht mehr los. Mit meiner Arbeit will ich Menschen noch mehr als bisher helfen, alte Muster zu durchbrechen und ein glücklicheres und freieres Leben zu führen. Online, wie offline. Im Moment weiß ich noch nicht, wie das konkret aussehen wird, aber meine Intuition wird mich schon leiten.

3. Leichtigkeit bestimmt mein Arbeitsleben

Anstatt mich wegen meines Perfektionismus kaputt zu ackern, setze ich 2015 auf Leichtigkeit. Da ich die Dinge mache, die ich liebe, fallen sie mir leicht und machen Spaß.

4. Fokus, Baby!

Der Blog, Yoga üben und das Unterrichten sollen 2015 im Mittelpunkt stehen. Das ist wichtig, denn ich neige dazu, mich wahnsinnig schnell ablenken zu lassen. Das kommende Jahr werde ich mir meine Langzeit-Vision immer wieder in Erinnerung rufen und checken, ob die Dinge, die meine Energie möchten, dazu passen.

5. Mehr chillen!

Im Februar nehme ich erst einmal eine Auszeit und fliege nach Indien. Mit Andy übrigens. Insgesamt werde ich einen Gang zurückschalten, denn 2014 war es einfach zuviel. Und vielleicht ist es ja auch mal spannend, den Zauber in der Ruhe zu entdecken.

Fehlt nur noch ein Danke.

Es gab viele Menschen, die mein 2014 so reich gemacht haben. Doch ganz besonders diese: Danke Andy für deine Bereitschaft, Dinge zu verändern. Franziska, du bist ein Geschenk des Himmels. Danke Mama, für dein immer offenes Ohr. Moritz, Victor und Michaela Rose, danke für das Vertrauen, dass ihr mir entgegengebracht habt. Und du Laura, welch Zugewinn. Nicht zu vergessen: Meine kleinen Brüder, Ferdi, Nieslo, Piek, Ira, Janna, Boris, Sandra Winkens, die Yoga Blogger Ladies und alle lieben Yogis und Nicht-Yogis, die ich so um mich rum habe. Schön, dass es euch gibt.

Genieß die letzten Tage des Jahres, feier ein rauschendes Silvesterfest und lass es dir auch sonst gut gehen. Gelobt sei 2014. 2015, du kannst kommen!

xoxo
Rebecca

PS: Franziskas Jahresrückblick findest du hier.

6 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Ein ganz toller Jahresrückblick, liebe Rebecca! Ich kann vieles davon sehr gut nachempfinden und musste auch das ein oder andere Mal schmunzeln. Mir geht es oft ganz genauso. Doch auch ich vertraue auf meine Intuition und die göttliche Fügung – es gibt ja keine Zufälle ;-)! Der liebe Gott oder wie auch immer wir ihn nennen wollen, weiß schon ganz genau, was wir auf diesem wundervollen Planeten tun sollen, um unseren Beitrag zu leisten und dafür müssen wir „nur“ offenen Herzens durchs Leben gehen und die Augen für all die Wunder und Möglichkeiten öffnen.

    Ich wünsche dir ein fantastisches Jahr 2015!

    Alles Liebe Kristin
    http://www.eattrainlove.de

  2. Hallo Rebecca,

    danke für diese tollen, offenen Worte. Je öfter ich solche Beiträge lese, desto öfter merke ich auch, dass ich mit meinem unwohlen Bauchgefühl nicht alleine bin (danke auch an Hannas Kommentar) und dass es richtig ist das anzugehen und für Veränderung zu sorgen.
    Ich werde ab Februar eine Ausbildung zur Yogalehrerin machen und hoffentlich meinen Weg in eine neue Richtung gehen.

    Ganz liebe Grüße,
    Olivia

  3. Dicke Umarmung aus der Ferne und das war ein sehr schöner Jahresrückblick! Ich freu mich, dass ich Dich und Franziska in 2014 kennengelernt habe – Ihr habt viele schlaue Dinge gesagt, die mich in meinem immer wieder sehr herausfordernden Jahr inspiriert und auf meinem Weg weitergebracht haben. Einfach war es wohl bei uns allen nicht, dieses 2014, aber am Ende war es offenbar so, wie es sein musste. Auf 2015, Fokus, (Business) Abenteuer und die Verwirklichung all unserer Visionen! <3

  4. Danke für eure offenen Einblicke in euren Jahresrückblick. Auch mir hat das letzte Jahr gezeigt, dass es an der Zeit ist, mehr auf mich selbst zu hören – auch wenn es vielleicht manchmal etwas Mut erfordert. Wie du treffend geschrieben hast: „Everybody’s darling ist auch everybody’s Depp.“
    Wünsche dir / euch dass die guten Vorsätze und Vorhaben gelingen.
    LG, Hanna

  5. OH ja .. das LEBEN selbst ist unser ASHRAM und GURU zugleich .. und mit ihm alle LIEBEN die tagtäglich um uns sind.

    Ich habe auch gelernt das Leben als Lehrer anzunehmen und seither führt es mich tiefer als jede lehrende Seele mich weise nicht tief führen könnte.

    Mit einem HerzLICHTen Gruß aus den (endlich) verschneiten Bergen Tirols zu dir ..

    Daniela

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