Dieser Satz wendete meine Woche zum Guten

Letzte Woche unterrichtete ich eine Kundalini-Klasse für ein positives Mindset. Am Ende der Stunde gab ich meinen Schülern eine Hausaufgabe auf, die zu meiner eigenen wurde. Es war nur ein einziger Satz. Doch er veränderte meine Woche zum Allerbesten.

Ich bat meine Yoga-Schüler, sich in schwierigen Situationen, wenn sie Graul vor etwas haben, oder etwas negativ wahrnehmen sich innerlich zu sagen

Ich will die Situation anders sehen. ich entscheide mich dafür die Möglichkeiten zu sehen.

Als ich am nächsten Morgen mit dem Rad vor dem Supermarkt hielt, erblickte ich einen Mann, der mit einer einer Bierflasche in der Hand und in Begleitung eines kleinen spitzschnäuzigen Hundes auf der Eingangstreppe saß. Sein Blick wirkte betrunken und verloren.

Mein erster Impuls war wegzuschauen, bevor er mich anbetteln konnte. Nach acht Jahren in Berlin ist es wie eine Art Reflex, der bei mir einsetzt. Also schaute ich über ihn hinweg und ging schnellen Schrittes in den Supermarkt.

Während ich zwischen den Regalen nach Olivenöl suchte, erschien mir in Gedanken der süße Hund mit seiner spitzen Schnauze. Dazu hörte ich die Worte „Ich will die Situation anders sehen. ich entscheide mich dafür die Möglichkeiten zu sehen“.

Verwundert über diese Gedanken-Kombi zögerte ich einen kurzen Moment und hielt inne.

Dann war mir klar: Dem betrunkenen Bettler Geld zu geben war für mich zwar keine Option aber ihm eine Freude zu machen.  Mit einer guten Dose Hundefutter und feinen Leckerlies würde mir das bestimmt gelingen.

Als ich den Supermarkt verließ waren Mann und Hund weg. Ich beschloss das Futter einem anderen Obdachlosen zu überlassen. Nachdem ich halb Kreuzberg abgefahren hatte, war immer noch kein Obdachloser mit Hund in Sicht. Es war als hätten sie sich vor mir versteckt.

Doch ich wollte nicht resignieren.

Ich war neugierig, was es mit der internen Ansage im Supermarkt, die Futterdose zu kaufen auf sich hatte. Also beschloss ich an den Platz zu fahren, den ich normalerweise aufgrund der aggressiven Stimmung und einer latenten Fahne aus Bier, Marihuana und Urin meide: Das Kottbusser Tor.

Als ich mit meinem schicken Sportrad dort ankam, fand ich das Befürchtete vor. Verschiedene Cliquen von biertrinkenden Menschen, laute Pöbeleien und hier und da unkoordiniertes Geschubse.

Und siehe da: ein einziger Hund!

Ein großer schwarzer Hütehund mit wuschigem Fell. Wie ein Fremdkörper stand ich in mitten dieser Menschen und hatte Angst, jede Sekunde ertappt und angepöbelt zu werden. Doch wie stünde ich vor meinen Yogaschülern da, wenn ich selbst der Angst mehr Raum gäbe als der Möglichkeit?

Ich gab mir einen Ruck und ging rüber zu dem langhaarigen Mann, der den Hund an der Leine hielt. Auf einem Bierkasten sitzend drehte er sich zu mir um, als ich mich näherte. Ich lehnte mich vor, hielt dem großen Hund meine Hand zum Schnüffeln entgegen und fragte den Mann, ob sein wuscheliger Kumpel sich über eine schöne Dose Futter und ein paar Leckereien freuen wurde.

Plötzlich waren die Blicke der gesamten Clique auf mich gerichtet.

Es wurde ruhig. Es war als hätte jemand einen Film auf Pause gedrückt. Nach dieser verdächtigen Unterbrechung sprang der Mann auf, um mich besser in Augenschein nehmen zu können. Er nahm die Hand vor sein Herz, beugte sich leicht nach vorne und bedankte sich. „Das ist aber sehr selten. Vielen Dank!“ strahlte er mich an.

Erleichtert verabschiedete ich mich und wünschte der Truppe einen schönen Tag. Wie im Chor ertönte die jubelartige Antwort „Gleichfalls, einen schönen Tag noch“. Wir winkten uns gegenseitig zu und ich ging zurück zu meinem Rad.

In diesem Moment spürte ich, wie dieser dunkle aggressive Platz für einen Moment im Licht erstrahlte. Freudige Gesichter, heiteres Winken und ein zufriedener Hund.

Auch wenn eine Dose Futter keine Alkoholsucht heilen kann, kann eine Geste der Liebe und Verbundenheit die Welt zum Strahlen bringen. Das alles wäre nicht passiert, hätte ich nicht das Mantra im Kopf gehabt.

„Ich will die Situation anders sehen. ich entscheide mich dafür die Möglichkeiten zu sehen.“

Auf diesem „High-Vibe-Level“ ließ ich mich weiter durch die Woche tragen. Wenn ich Eins sein konnte mit den Leuten am Kottbusser Tor, war alles möglich.

Die Geschichte ist nicht nur ein schöner Beweis dafür, wie kraftvoll Mantren sind und wie sehr sie uns helfen in höheren Schwingungen zu denken, es ist auch das perfekte Montagsmantra für dich. Probiere es unbedingt aus und mache diesen Satz zu deinem Begleiter in dieser Woche:

Immer, wenn du etwas negativ wahrnimmst oder ablehnst, wenn dich etwas so richtig annervt, dann sag dir:

„Ich will die Situation anders sehen. ich entscheide mich dafür die Möglichkeiten zu sehen.“

Ich bin gespannt auf deine Wunderwoche und was du berichtest!

Fallst du gerade ein bestimmtes Thema hast für das du nach einer Lösung suchst, habe ich in dieser Woche noch einen letzten Termin für eine Soul Session frei.

Sat Nam und Shine bright,

deine Franziska

24 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo liebe Franziska,

    vielen Dank für dieses tolle Mantra. Es begleitet mich seit einiger Zeit wirklich jeden Tag, um der Jobmotzigkeit meiner neuen Kollegen zu entgehen. Denn ich möchte mir mein eigenes Bild machen – frei von dem Rauschen hier um mich herum – und mir meinen Platz erarbeiten und sehen, was dabei herauskommt. Jobmotzen ist für mich keine Option, sondern ich entscheide mich dafür, zu sehen welchen Beitrag ich hier leisten kann. Wann immer also jemand seine Version von der Arbeit bei mir platziert, rufe ich mir dieses Mantra ins Gedächtnis und es geht mir wunderbar damit!

    Danke und liebe Grüße

  2. Hallo Franziska,

    auch wenn ich mir als Mann wie ein „Fremdkörper“ vorkomme ;-) .lese ich deine Geschichten gerne und versuche das positive für die Woche mitzunehmen.

    In diesem Sinne ein Moin aus dem hohen Norden.

    1. Lieber Mike, danke für deine schöne Nachricht! Ich spreche doch zu allen Menschen. Lass dich von dem bisschen Pink bei uns auf dem Blog nicht irritieren. Ich freue mich, dass du meine Montagsmantras liest. Sat nam, Franziska

  3. Hallo Franziska, vielen Dank für dein Montagsmantra! Passt mal wieder genau für mich. Ich bin begeistert wie du immer genau „meine“ Situation und Gedanken so schön in Worte packen kannst, dass ich denke, wow ich bin nicht allein. DANKE !!! Immer wieder schön auf euren Blog zu schauen. Ich wünsche dir eine schöne Woche
    Namaste, Kerstin

  4. Danke für die Geschichte!!!
    Das Ende zeigt doch auch wieder, wie sehr wir durch Vorurteile belastet sind. Auf Menschen positiv zuzugehen bringt die Schwingung zurück, meistens jedenfalls. Wenn das Gegenüber einen schlechten Tag hat, denke ich mir eben meinen Teil und gehe weiter.
    Ich werde jedenfalls versuchen, das Mantra mit mir zu tragen. Und nicht nur diese Woche… Liebe Grüße!

  5. Was für eine schöne Geschichte! Und sie zeigt, dass wir es selbst in der Hand haben, kleine Alltagswunder zu kreieren, die sogar einen öden Montag besonders machen können.
    Tolle Mantra-Reihe, weiter so :)

  6. Danke, Franziska für dieses Montagsmantra!
    Ich habe es mir mittlerweile zur Gewohnheit gemacht meine Arbeitswoche mit dem neusten Montagsmantra zu beginnen und um mich besser zu erinnern klebe ich mir ein Post-it mit dem Mantra an den Bildschirm.
    Und heute, wie so oft, passte das Mantra mal wieder wie die Faust aufs Auge…
    Danke und liebe Grüße aus dem Ruhrpott nach Berlin!

  7. Liebe Franziska, du hast mich an ein Mantra erinnert, was ich auch gerne benutze, aber leider auch in „schwierigen Situationen“ vergesse. Manchmal schreib ich es an meinen Unterarm, das funktioniert sehr gut :-)
    Danke!!! Freue mich auf den nächsten Beitrag von dir. Lieben Gruß, Petra

  8. Was eine tolle Geschichte an einem Montagmorgen und das Mantra trifft es total auf den Punkt. Noch vor 10 Minuten dachte ich: „Oh man, was eine volle Woche, soviel zu tun und dann auch noch Samstag arbeiten…ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.“ Und dann kam das Mantra, nun haben sich meine Gedanken, dank „Ich will die Situation anders sehen. Ich entscheide mich dafür Möglichkeiten sehen.“, in positive geändert. Danke für die good vibes :-)

  9. Na, das passt bei mir gerade wie die berühmte Faust aufs Auge. Ich bin gerade auf Borneo und wollte nach West-Malaysia fliegen. Wegen Smog (Indonesien fackelt grad mal wieder Regenwald ab ?) sind heute alle Flüge gestrichen. Morgen ein neuer Versuch…. Mal sehen, was der Tag bringt. Aber ich bin nicht böse, wenn Du mir good vibrations schickst, damit ich morgen fliegen kann. Liebe Grüße, Ivana

  10. Guten Morgen Franziska,
    wow, was für eine „Wunder“volle Geschichte. Die hat mich sehr berührt. Dieses Mantra habe ich mir schon als mein Wochenmantra in meinen Kalender geschrieben und bin gespannt, wie es meine Woche beeinflussen wird.
    Herzliche Grüße aus Düsseldorf und einen schönen Start in die neue Woche.
    Petra

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