Die besten Tipps zum Online Unterrichten für Yogalehrer*innen
[Werbung] Die letzten zwei Jahre haben Yogalehrer*innen ganz schön herausgefordert. Durch die Corona-Maßnahmen mussten die Studios vorübergehend schließen und zahlreiche Lehrer*innen standen plötzlich ohne ihre regelmäßigen Präsenzklassen da. Mich hat fasziniert, wie schnell sich die Lehrenden organisiert haben und ihr Angebot auf Online umgestellt haben.

Dabei war es anfangs auch fast egal, ob das Bild unscharf war, der Ton etwas verzerrt und die Ausleuchtung schlecht. Ich glaube, in dieser Anfangszeit waren einfach alle total dankbar, dass sie mit ihren Lieblingslehrer*innen weiter üben konnten und darüber hinaus die Möglichkeit hatten, neue Lehrer*innen aus anderen Orten kennenzulernen.

Livestream-Yoga ist mittlerweile mehr als die Alternative zum Präsenzunterricht

Heute sieht die Sache ein bisschen anders aus: Die Online-Yoga-Welt hat sich stark professionalisiert. Die Schüler*innen wissen ganz genau, welchen Anspruch sie an eine Onlineklasse stellen. Die Fehler und Qualitätseinbußen, die anfangs vielleicht noch charmant waren, werden heute kaum noch toleriert. Dafür ist die Auswahl einfach zu groß und das commitment gegenüber einer Online-Klasse weniger stark als die persönliche Verbindung zum Yogastudio.

>> Lesetipp: Neue Matte gefällig? Das sind unsere besten Yogamatten 2022.

Zum Yoga-Unterrichten gehört mittlerweile deswegen auch ausreichendes Wissen über Technik und die speziellen Anforderungen an Online-Unterricht. 

Wir wollen euch mit diesem Artikel das nötige know how für eure digitalen Klassen mit auf den Weg geben. 

Dabei haben wir uns Unterstützung vom Experten Alex Kröker von Element Yoga in Berlin geholt. Alex ist ein alter Hase im Online-Unterricht. Er hat damit nämlich schon 2010 begonnen, also zu einer Zeit, wo das für viele noch undenkbar war. Seit 2020 bietet er nun auch 200h und 300h Ausbildungen im reinen Online-Format an. Da er damit ziemlich erfolgreich ist, muss er einiges beim Online-Unterrichten richtig machen. Für uns also der beste Ansprechpartner.

Das Setup

1. Verwende nur Technik, die du beherrscht

Die Video- und Audioqualität ist inzwischen ein super wichtiges Kriterium bei der Wahl einer Onlineklasse. Das bedeutet allerdings nicht, dass du dafür unbedingt High End-Technik brauchst. Wenn du eine digitale Spiegelreflexkamera hast und weißt, wie du sie bedienen musst: Super! Wenn die Kamera sich aber immer nach 45 Minuten kurz abschaltet und du das nicht beheben kannst, dann solltest du sie lieber verbannen und dein Smartphone verwenden. Handykameras sind heutzutage sehr gut und oftmals ausreichend für das Bild. Dasselbe gilt für den Ton: wenn du unsicher bist, wie du ein externes Mikro am besten positionierst, verwende lieber deine Earpods und liefere so einen sauberen Ton. 

Ganz wichtig ist gutes Licht. Aber auch da braucht es keine Profi-Set-Beleuchtung, sondern es muss vor allem ausreichend sein. Sammel also gerne erstmal alle Stehlampen zusammen, die du zuhause findest und ganz wichtig: Platziere sie vor dir und seitlich. Licht hinter dir – egal ob natürlich oder künstlich – ist immer kontraproduktiv.

2. Nutze je ein Gerät für Streaming und Viewing

Guter Online-Unterricht lebt davon, dass die Schüler*innen sich gesehen fühlen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn du dein Smartphone 1,5 Meter von deiner Matte entfernt platziert hast, um ein gutes Bild zu liefern, dann wird es kaum noch möglich sein, die Schüler*innen auf den Mini-Kacheln zu erkennen. 

Installiere deswegen einen zweiten Monitor, zum Beispiel einen Laptop, in deiner Nähe. So kannst du die Schüler*innen größer sehen und bekommst mehr mit.

Einen richtig guten Tipp hat Alex übrigens für Hybrid-Klassen im Studio: Diese Klassen können sowohl für Lehrer*innen als auch für Schüler*innen herausfordernd sein. Oft ist es am Ende für alle Beteiligten unbefriedigend, weil sich weder die Schüler*innen im Studio, noch die zuhause richtig gut betreut fühlen. 

Um das zu ändern, wird in Alex eigenem Element Institut das Bild der Zoom-Yogis an die hintere Wand im Studio projiziert. So können die Lehrer*innen Kontakt zu den Schüler*innen vor Ort halten und zu denen bei sich Zuhause.

3. Bleibe Lehrer*in und übe nicht mit

Ein zweiter Bildschirm ist super, um die Schüler*innen besser im Blick zu haben. Wenn du allerdings selber durchgehend mit übst, dann wird es dennoch schwer werden, mit den Praktizierenden in Kontakt zu bleiben. 

„Lass die Klasse vor einem Model üben. So haben die Schülerinnen eine Referenz, wenn sie mal den Anschluss verpassen und du als Lehrerin kannst dich 100 Prozent auf die Übenden konzentrieren.“ – Alex Kröker

Falls du niemanden zum Modeln findest, dann kann es eine gute Idee sein, einfach eine*n der erfahrenen Schüler*innen zu bitten, ob du sie oder ihn pinnen kannst. Das heißt, dass diese Person dann groß zu sehen ist und du musst nicht demonstrieren.

Der Unterricht

1. Verkünstel dich nicht

Online-Unterricht bietet den Schüler*innen weniger Sicherheit. Du bist nicht vor Ort, du kannst sie physisch nicht unterstützen, wenn es wirklich notwendig sein könnte. Und auch wenn diese Sicherheit im Präsenzunterricht vielleicht nur gefühlt ist – dieses Gefühl gilt es ernst zu nehmen. 

Deswegen: keep it simple. Eine gut durchdachte Sequenz aus Basics ist oft mehr wert als ein wilder Flow, bei dem die Schüler*innen eventuell ihre Grenzen überschreiten müssen, ohne dass du sie dabei ausreichend unterstützen kannst.

2. Übe präzise anzuleiten

Alex‘ Devise ist:

„Die verbale Anleitung muss so gut sein, dass die Schüler*innen die ganze Stunde über nicht auf ihren Monitor schauen.“ – Alex Kröker

Das bedeutet, dass du didaktisch wirklich was drauf haben musst. Es geht nämlich nicht nur darum, den Übenden zu erklären, wo sie hin sollen, sondern vor allem darum, wie sie dorthin kommen. 

Auf diese Unterscheidung wird im Unterricht bei Element Yoga großen Wert gelegt. Element Yoga basiert auf den fünf Elementen. Die werden unter anderem dafür genutzt, um den Schüler*innen zu verdeutlichen, welche Muskeln aktiviert werden sollten und wo losgelassen werden darf. Wenn dich das näher interessiert, dann könnte die Alignment Online Weiterbildung etwas für dich sein. Dort lernst du, präzises Alignment zu unterrichten und das darüber hinaus in Präventionskursen weiterzugeben, die von der Krankenkasse bezuschusst werden. Die Weiterbildung ist übrigens auch Teil der 300h Ausbildung, die Alex und sein Team anbieten.

3. Passe deine Klassen-Formate an

Die Chance des Online-Yoga liegt unter anderem darin, dass Menschen von überall unmittelbar daran teilnehmen können. Nutze das.

So könntest du zum Beispiel kürzere Klassen anbieten, in der Mittagspause oder als Start in den Tag. Denn wenn ich mich einfach nur zuhause auf die Matte begeben muss, ohne vorher einen Anfahrtsweg und danach noch einen Rückweg zu haben, dann lohnen sich auch 30 oder 45 Minuten üben sehr. 

4. Sei pünktlich und gut vorbereitet

Die Möglichkeit, zuhause ohne große Umstände auf die Matte steigen zu können, ist auch gleichzeitig ein Nachteil von Online-Yoga: Die Ablenkung kann größer sein und die Toleranz für Verzögerungen geringer. Aus einer Präsenzklasse haust du nicht einfach ab, auch wenn du dich über die Unpünktlichkeit der Lehrer*innen ärgerst.

Bei einer Onlineklasse ist das anders. Dann wird halt doch weitergearbeitet, Haushalt gemacht oder was auch sonst noch so ansteht. Dem kannst du vorbeugen, indem du verlässlich bist. Sei frühzeitig im Studio bzw. auf deiner Matte. Überprüfe, dass die Technik einwandfrei funktioniert. Und beende deine Klasse rechtzeitig. Damit wird auch die Chance größer, dass deine Schüler*innen bis zu Savasana bleiben.

5. Connecte mit deinen Schüler*innen

Keine Frage, beim Online-Unterricht ist es erstmal schwieriger, eine Beziehung zu den Schüler*innen aufzubauen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass du in den Dialog gehst. 

Im vorherigen Punkt haben wir dir empfohlen, frühzeitig live zu gehen. Nutze diese Zeit, um mit deinen Schüler*innen ins Gespräch zu kommen. Frage sie, wie es ihnen geht, informiere dich über Verletzungen und Yoga-Erfahrungen. Auch wichtig: Motiviere sie dazu, ihre Kamera anzumachen, damit du ihnen individuelles Feedback geben kannst. 

Dazu gehört auch, dass sie wissen, wie sie die Kamera am besten positionieren. 

Alex’ Tipp dazu:

„Um selber noch etwas zu sehen, aber auch gesehen zu werden, sollte das Gerät ungefähr im 45 Grad Winkel seitlich platziert werden. Mit 1,5 Meter Abstand zur Matte. So siehst du als Lehrer*in nicht nur Kopf oder Füße und kannst brauchbare Hilfestellung liefern.“ – Alex Kröker

Und dabei solltest du nicht zurückhaltend sein. Leiste individuelles und deutliches Feedback, so dass deine Schüler*innen einen ganz deutlichen Mehrwert haben und aktiv eingebunden werden in die Klasse.

Das Digitale

1. Nutze die Vorteile der digitalen Welt

Online-Yoga muss sich nicht nur auf die reinen Klassen beschränken. Bedenke, dass es auch bei YouTube zahllose kostenlose Yoga-Videos gibt. Was unterscheidet deinen Unterricht also davon und bewegt die Schüler*innen dazu, wieder zu kommen?

Alex und sein Team bieten zum Beispiel hauptsächlich Kurs-Formate an. Die werden von der Krankenkasse bezuschusst und bieten den großen Vorteil, dass die Schüler*innen am Ball bleiben. Um das Gelernte zu vertiefen, gibt es bei Element Yoga zwischen den einzelnen Kurseinheiten noch kurze begleitende Videos. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber konventionellen Klassen, die im Studio stattfinden.

2. Setze selbst auf Online-Weiterbildung

Die eigene Praxis zu pflegen ist ein zentraler Bestandteil vom Yogalehrer*innen-Dasein. Wenn du viel oder ausschließlich online unterrichtest, dann solltest du auch selber viel online üben. So erfährst du zum einen aus Sicht der Schüler*innen, was gut funktioniert und was du lieber bleiben lassen solltest in deinen Klassen.

Zum anderen kannst du von anderen Lehrer*innen lernen. Wie oben schon beschrieben, erfordert Online-Unterricht besondere skills im Vergleich zum Präsenzunterricht. Eine gute Idee könnte deswegen sein, Weiterbildungen zu besuchen, die sich speziell mit dieser Thematik beschäftigen.

In der 300h Online Weiterbildung bei Element Yoga ist das ein großer Bestandteil: Präzises Alignment anleiten, aufeinander aufbauende Kurse entwickeln und unterrichten und auch die Besonderheiten von Online-Privatstunden werden dort zum Beispiel abgedeckt.

3. Hole alles aus Zoom und Co. heraus

Die Verbindung zu den Schüler*innen herstellen und halten – das ist wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen beim Online-Unterricht. Wir haben dir ja bereits ein paar Tipps gegeben, wie du trotz Distanz gut mit deinen Schüler*innen in Verbindung treten kannst. 

Einen Tipp, den Alex uns verraten hat, wollen wir gerne noch an dich weitergeben:

„Nutze die Chatfunktion, um auch während der Klasse in Kontakt zu bleiben.“ – Alex Kröker

Klingt jetzt erstmal unpraktikabel? Du könntest zum Beispiel nach einer Umkehrhaltung an der Wand alle bitten, wenn sie zurück zu ihrer Matte gehen schnell in den Chat zu tippen, wie fit sie noch sind auf einer Skala von 1-9. Damit erhältst du wertvolles Feedback, um eventuell deine Stunde an die aktuelle Verfassung deiner Schüler*innen anzupassen. 

Natürlich muss der Zeitpunkt klug gewählt sein, aber im richtigen Moment kann das sicherlich eine Bereicherung für deinen Unterricht sein.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Boom des digitalen Übens und Unterrichtens anhalten wird – auch nach Corona.

Als Lehrer*in ist es deswegen umso wichtiger, hier am Ball zu bleiben. Ich hoffe sehr, dass ich dir mit diesem Artikel ein paar handfeste Tipps für deinen weiteren Online-Unterricht mit auf den Weg geben konnte.

Aber vielleicht hast du ja auch noch Anmerkungen, die du teilen magst? Dann schreib sie mir gerne in die Kommentare!

Titelbild © Hannah Hernandez Hess. Alle übrigen Bilder © Oliver Eule

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5 Kommentare / Schreibe einen Kommentar

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  5. Habe bis jetzt ein paar online Yoga Unterrichten besucht und war am Ende ziemlich enttäuscht. Zu Anfang dachte ich, dass auch dieser Unterricht so einer ist. Aber wenn ich eurem Beitrag bis zu Ende gelesen habe, sehe ich, dass es sich deutlich von den frühen Unterricht unterschiedet.

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