Clean Eating: ein Blick hinter die Kulissen des Ernährungstrends

Clean eating hält sich hartnäckig in der schnellen Welt der Food-Trends. Er ist auch wirklich der einfachste und wahrhaft nachhaltigste Essenstrend, der sich in der Foodie-Szene so tummelt. Denn mit seinen sehr simplen und allgemeinen Maximen führt er zu gesteigerter körperlicher Energie und zu Gewichtsabnahme. Auch und gerade deswegen konnte er so weitgreifende Erfolge erzielen.

Im Grunde genommen ist clean eating schon so lange Trend, dass es kaum mehr als Trend zu bezeichnen ist. Es entstand bereits Anfang der neunziger Jahre in Amerika. Als Pionierin auf diesem Gebiet gilt die Amerikanerin Tosca Reno. In Europa ebnete Carlo Petrini den Weg für clean eating. Der Italiener begründete zu Beginn der Neunziger die ‚Slow Food Bewegung‚ und forderte gute, saubere und faire Nahrung für alle. Petrini wird als der Wegbereiter gesehen – für den Essens-Trend, der bald darauf aus Amerika herüber schwappte.

Was bedeutet clean eating eigentlich?

Clean eating ist die Antwort von Verbrauchern auf die krankhaften Auswüchse der Lebensmittelindustrie. Es ist als eine Emanzipation von Lebensmittel- und Fastfoodgiganten zu verstehen, hin zu ursprünglicher Ernährung. Also eine Bewegung von Menschen, die wissen wollen: wo kommt mein Essen her? Und was steckt da überhaupt drin?

Clean eating möchte in erster Linie ein „frei von“. Frei von Zusatzstoffen, Haltbarkeitsmittelchen, Farbstoffen, versteckten Zuckern, Geschmacksverstärkern und ellenlangen Zutatenlisten. Frei von Pestiziden, Gentechnik, Fastfood.

Clean eating ist aber auch ganz stark ein „dafür“. Für frische, lokale, regionale, unbehandelte Nahrungsmittel. Für Zuckerbalance und eine ausgewogene Ernährung. Ein ganz großes „Dafür“ zeigt sich im saisonalen Anspruch. Denn clean eating will nur, was Mutter Natur auch wirklich gerade hergeben kann.

Clean eating ist: Ja, zurück zu den Wurzeln.

Clean eating wird oft mit Diät und Fitness gleichgesetzt, denn diese Ernährungsweise lässt uns wirklich abnehmen. Doch beim clean eating geht es gar nicht ums Hungern oder um eine kalorien- oder fettarme Ernährung. Eher um natürlichen Genuß.

Der weitgehende Verzicht auf Fertigessen und versteckte Zucker, schmilzt Körperfett einfach dahin. Und: der Körper fühlt sich leichter, vitaler und gesünder an: weil er sich nicht mit den Giftstoffen auseinander setzten muss, die in Fertignahrung stecken.

Was sind die Maxime von clean eating?

Lokal, saisonal und frisch, sind die drei wichtigsten Maxime vom clean eating. Sie stehen für eine natürliche, harmonische Ernährung.

  • Iss nichts Künstliches. Kannst du die Zutatenliste nicht verstehen, gibt es oft etwas zu verbergen. Lieber im Regal stehen lassen.
  • Iss lieber selbstgekocht!
  • Viel Trinken, vor allem Wasser. Das Wasser versorgt die Haut mit Feuchtigkeit und wirkt sich auch positiv auf die Verdauung aus.
  • Clean eating empfiehlt regelmäßige, kleinere Mahlzeiten. Zwischen fünf und sechs Stück am Tag.
  • Minimiere den Zucker und achte statt dessen auf gute Fette. Gute Fette halten nicht nur geschmeidig und körperlich, wie geistig fit, sondern sie helfen auch bei der Absorption der Nährstoffe, die in dem frischen, saisonalen Gemüse stecken.
  • Und: die Proteine! Beim clean eating geht es auch um die ausgewogene Proteinversorgung. Angesagt sind hier vor allem ‚lean proteins‘, also Proteine, die frei von Allergenen sind. Das umfasst alle vegetarischen, soja- und glutenfreien Proteine, wie zum Beispiel Erbsen, Linsen, Bohnen etc.

Ist ‚Bio‘ gleich clean eating?

Clean eating bevorzugt möglichst unbehandelte, ungespritzte Nahrungsmittel, frei von Gentechnik. Dennoch: Bio ist nicht gleich clean eating! Auch im Biosupermarkt finden wir eine wachsende Anzahl von Fertigprodukten, die oft nicht viel gesünder als konventionelle Fertigwaren sind. Vor allem Veganer tappen mit ihren pflanzlichen Käse- und Fleischersatz in Marketingfallen und kaufen für viel Geld in Form gegossenes Öl und Transfetten, etwas Farbe und Bindemittel.

Wie kannst du clean eating ganz einfach umsetzten?

Vorbereitung ist der Motor, um dein clean eating zum Leben zu erwecken, denn alles, was du dafür brauchst, ist ein bisschen Zeit für deine Planung und den Einkauf beim Gemüsehändler.

Vorkochen ist der zweite Schritt. So kreierst du dir dein eigenes Essen-to-go oder einen Vorrat: für das Abendessen, das auf dich im Kühlschrank wartet – nach einem langen Arbeitstag.

Wichtig ist auch, die Inhaltslisten zu checken. Zu umständlich? Glaub mir, es lohnt sich wirklich mal nachzugucken, was in deinem Lieblingsbrot so drinnen steckt. Oft findest du Milchpulver, Zucker und viele andere Zutaten, die da nichts zu suchen haben. Und auch bei fettarmen und veganen Produkten ist Vorsicht geboten. Verwende dabei einfch die 5-Zutaten-Regel. Alles, was mehr als 5 Zutaten hat, solltest du noch einmal mit deinem Gefühl gegenchecken, ob du das wirklich ‚brauchst‘. Beim nächsten Einkauf weisst du dann schon genau, auf welches Lebensmittel du besser meiden solltest.

Letzter auch ziemlich einfacher Punkt ist der Herkunfts-Check. Spargel aus Peru und junge Kartoffeln aus Israel? Clean eating empfiehlt beim Einkauf an deine „Carbon-Footprints“ zu denken und lieber 2-3 Wochen zu warten, bis Spargel und Kartoffeln auch in deiner Region Saison haben.

Und essen gehen?

Wenn du Essen gehen möchtest, gilt die selbe Regel, wie für die Zutatenliste. Lieber doppelt checken, um was für eine Location es sich bei deiner Wahl handelt. Harter Fakt ist: auch die meisten Restaurants benutzen haufenweise Zucker, Salz und Geschmacksverstärker, um ihr Essen schmackhaft zu machen. Bei Zweifeln einfach mal nachfragen.

Letztlich gilt, was wirklich in deinem Essen drinnen streckt, kannst du nur wissen, wenn du es selbst aus einzelnen Zutaten gekocht hast. Doch: inzwischen gibt es ja auch das ein oder andere clean eating Restaurant, welches uns diese Fragen ganz gemütlich abnimmt.

Clean Eating aus der Ayurveda-Perspektive

Die Ayurveda entspricht den Maximen des clean eatings ungemein. Einfacher gesagt:

Ayurveda ist die Mutter des clean eating.

Mit ihrem Anspruch auf frische und saisonale Nahrung entspricht clean eating der yogisch-ayurvedischen Sattva-Nahrung ungemein. Die Betonung von pflanzlichen Proteinen und hochwertigen Fetten finden wir auch in alten Ayurveda-Schriften vor. Das indische Heilsystem geht mit Ideen zu gesundem, verträglichem Essen aber noch ein paar Schritte weiter: sie ist stark individuell und auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichtet. Daher wirkt sie balancierender, energetisierender, tiefer.

Außerdem sind in der Ayurveda bestimmte Nahrungsmittelkombinationen ein absolutes No-Go. Milchprodukte mit Obst zum Beispiel gelten als Auslöser für viele Verdauungsprobleme und Krankheiten. Und auch bei Rohkost schaut die Ayurveda ziemlich genau auf den Esser und seine Verdauungskraft.

Was dich erwartet

Clean eating führt dich zu einem verantwortungsbewusteren Umgang mit dir selbst. Das klingt nach Arbeit? Jede Ernährungsumstellung fühlt sich erst einmal bedrohlich an, weil wir uns langsam von Altbekanntem verabschieden. Die neue Verantwortung klingt erst einmal nach Last. Was mühsam erscheint, ist im Grunde genommen reine Selbstfürsorge. Der Körper nimmt solche Veränderungen sehr dankbar auf! Und wenn der Körper fühlt, wie gut ihm das Neue tut, kann auch der Geist „loslassen“.

Clean eating ist so etwas, wie ‚Ayurveda-Light‘. Alle Punkte des clean eatings sind darauf aus, sich gesünder, bewusster und ausgewogener zu ernähren. Der Fokus auf saisonales Obst und Gemüse, auf pflanzliche Proteine und gute Fette wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Das kann nur ein gesteigertes Immunsystem und eine wunderbare Form von Leichtigkeit, Lebendigkeit und Klarheit bewirken. Ein perfekter Einstieg also in eine bewußtere Lebensweise.

Auf vielen Ebenen ein Gewinn und wirklich einfach umzusetzen!

Deine Julia

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