Ashtanga Yoga Retreat = perfekter Urlaub: Ein Reisebericht

Ich gebe es zu: Als kompletter Neuling hatte ich dem Ashtanga Yoga gegenüber viele Vorurteile. Ashtanga ist eine harte und unerbittliche Asanapraxis und die vielen gestählten Ashtanga Yogis sind lebende Beweise dafür. Ashtangis waren in meiner Vorstellung vor allem fliegende Asana-Nerds, die sich nicht viel aus Philosophie, Atemübungen und Meditation machten. Und dann üben sie jahrelang immer die gleiche Sequenz, bis sie endlich „bereit für die nächste Serie“ sind. Come on! Und: Keine Musik beim Yoga, kein Bhakti? Hilfe!!!

Ich liebe es ja meine eigenen Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen und so habe ich mich komplett urlaubsreif mit dem Zug in den Süden Portugals aufgemacht um mich bei Anette Hartwig und Daniel Schudt von Yogabija vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

Was ist eigentlich dieses Ashtanga?

Ashtanga Yoga geht auf den vor wenigen Jahren verstorbenen Krishna Pattabhi Jois zurück, der in Mysore, Indien lehrte und Schüler von Krishnamacharya war. Der Yogastil besteht aus einer festgelegten Sequenz, die Stück für Stück von den Schülern erlernt wird. Ashtanga-Yoga beinhaltet immer eine Abfolge von stehenden Haltungen am Beginn und eine Schlusssequenz am Ende der Praxis. Der mittlere Teil ist von der jeweiligen Serie abhängig. Die erste Serie legt zum Beispiel den Schwerpunkt auf Vorbeugen, die zweite eher auf Rückbeugen. Schüler*innen des Ashtanga üben die erste Serie so lange bis sie für die zweite Serie bereit sind. Und ja, das kann Jahre dauern!

Ashtanga individuell

Anette und Daniel haben Ashtanga bei Pattabhi Jois persönlich sowie bei den Ashtanga-Größen Dena Kingsberg und Richard Freeman gelernt. Sie üben und lehren seit über 15 Jahren Ashtanga Yoga und konnten mich schnell mit ihrer Hamburger Lässigkeit und Ruhe überzeugen. Sie gestalten ihren Unterricht in einer liebevollen Mischung aus Strenge, Ruhe und Humor. Dabei gehen sie sehr individuell auf die Bedürfnisse aller Schüler*innen ein und geben ihr Wissen der jahrelangen Erfahrung weiter. So war der „harte“ Ashtanga-Unterricht für alle Levels geeignet, von der blutigen Anfängerin über die Knie- und Rückenverletzte bis zum fortgeschrittenen Ashtanga-Profi, der in der dritten Serie unterwegs war.

Und mein Yogiherz wurde dann doch beglückt, da wir auch Pranayama und Meditation in die Praxis einbauten und an den Nachmittagen über die Ashtanga-Philosophie und die Ausrichtung diskutierten. Das hätte für mich durchaus noch sehr viel mehr Raum einnehmen können, aber wir waren ja immer noch unter Ashtangis…

Retreat Yoga bija

Vorurteile? Rewind!

Erstens: Ashtanga ist genauso hart und anstrengend, wie jede andere Yogapraxis auch. Du selbst entscheidest, unter Anleitung eines guten Lehrenden, was du machst und vor allem wie intensiv du gehen kannst und willst. Du selbst bist dabei dein bester Lehrer!

Zweitens: Viele Ashtangis widmen sich nun mal lieber erst der körperlichen Praxis bevor sie andere Yogapraktiken für sich entdecken. Ein zunächst körperlicher Zugang ist für Menschen im Westen eben auch stimmig. Dafür scheinen sie dann umso besser vorbereitet zu sein und gehen dann auch ganz in Philosophie und Meditation auf. Sehr bewundernswert!

Drittens: Jeden Tag die gleiche Sequenz? Das macht total Sinn! Gerade weil man jeden Tag die gleichen Asanas übt, spürt man tiefer in tagesabhängige Unterschiede und Stimmungen und sieht auch schnell Fortschritte. Außerdem ist es super, wenn man zu Hause nicht weiß, was man üben soll.

Viertens: Die meditative Stille während der Praxis in der Gruppe ist unheimlich schön und inspirierend. Irgendwann hört und ist man nur noch Ujjayi-Atem. Wenn ich Ashtanga alleine zu Hause übe, lege ich dazu trotzdem gerne eine Playlist auf, mir tut das gut.

Good home, good food, good surf

Nicht zuletzt muss ich erwähnen, dass ich vor allem zum Urlauben und Ausspannen in Portugal war. Ich bin voll auf meine Kosten gekommen.

Das raue und wunderschöne Portugal lässt Mensch so richtig runterkommen und bietet Gelegenheit für unterschiedlichste Aktivitäten: Vom Surfen, Mountainbiken und Klettern bis hin zum ganzheitlichen Reiten und meditativen Wandern. Natürlich lässt es sich auch fabelhaft Rumhängen, Lesen und Nichtstun. Oder bei einer der heilenden Massagen von Daniel ganz von Verspannungen loslassen.

Ich persönlich habe mich in jeder freien Minute mit dem Surfbrett in die rauen Wellen des Atlantiks gestürzt. Ich habe das Meer dadurch nochmal ganz neu lieben gelernt und viel Demut vor der Schönheit und Stärke der Natur entwickelt. Pures Yoga!

Wen das noch nicht überzeugt: Spätestens das himmlische Essen aus regionalen und tierleidfreien Zutaten streichelt die Seele so sehr, dass man nur noch glücklichst entspannt seufzen kann. Definitiv ein Höhepunkt des Retreats. Kein Wunder übrigens, wenn die Köchin beim Zubereiten Mantren singt…

Manko der Reise?

Ich kann immer noch nicht aus Lolasana ins Chaturanga springen und auch der Handstand klappt noch nicht ganz freistehend. Ich übe jetzt aber immer heimlich zu Hause die erste Serie, das wird das bestimmt ganz bald was als fliegende Ashtangi. Nebenbei schmiede ich schon Reisepläne für dieses Jahr. Sehr gern würde ich zum Beispiel mal die Ashtanga-Größen Dena Kingsberg und David Keil erleben und kennenlernen. Sie werden in diesem Jahr auch an diesen wunderschönen Ort in Portugals Süden zurückkehren. Wenn du nach Inspiration für deine Yogareise-Planung suchst, dann kann ich dir die vielseitigen Retreats von Yogabija ans Herz legen.

//Disclaimer: Janna hat einen kleinen Rabatt für das Retreat bekommen. Ihre Meinung ist davon völlig unbeeinflusst.

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