5 Tipps wie deine Stimme das Powertool deiner Yogaklasse wird

Kennst du das? Du warst in einer Yogaklasse, der Raum und das Licht waren angenehm, die Übungen haben dir gefallen, die Musik war ansprechend, aber irgendetwas „stimmte“ nicht?

Wir sind uns oft nicht bewusst, dass die Stimme einer Yogalehrerin das wichtigste Instrument ist: es stellt die Beziehung zu den Schüler*innen her, lenkt deren Aufmerksamkeit und Energie und kann Atmosphäre und Gefühle erschaffen. Weil ich möchte, dass sich die Menschen in meinem Klassen rundum wohl und willkommen fühlen, habe ich mir bei dem Stimm- und Kommunikationscoach Daniel Unsöld Rat gesucht.

Daniel hat mir erklärt, wie man mit der der Stimme arbeiten kann, und vor allem wie ich die typische „Yogalehrer-Stimme“ vermeiden kann. Die Essenz unseres Gespräches habe ich für dich zusammengefasst.

So machst du die Stimme zu Powertool deiner Yogaklasse

1. Keine Angst vor Kontakt

Gerade weil wir wenig Blickkontakt im Unterricht haben und der Blick der Schüler*innen nach innen gerichtet werden soll, stellen wir über unsere Stimme die wichtigste Verbindung her. Trau dich also, direkt mit ihnen in Kontakt zu gehen. Zu Beginn der Stunde kannst du auch mit direkten Blicken und Fragen arbeiten, um bei ihnen anzukommen. Doch dann solltest du deine Stimme nutzen, um ganz mit den Menschen zu sein, die gerade da sind. Rede nicht in einen leeren Raum oder in eine abstrakte Vorstellung im Kopf, sondern sprich direkt zu den Anwesenden. Deine Stimme ist das schönste Instrument, um die gegenseitige Verbindung die gesamte Klasse über zu pflegen. Spüre also immer wieder in diesen Kontakt und lass deine Stimme aus dieser Verbindung heraus sprechen.

2. Vergiss „Shanti-Shanti-Voice“!

Kennst du diese typische bedeutungsschwangere Yogalehrerstimme? Es gibt wohl keine unangenehmere Stimmlage als die aufgesetzte Shanti-Stimme. Deshalb verabschiede dich zuallererst von der Vorstellung einer eigenen schönen Stimme. Lass stattdessen deine Stimme in all ihrer Lebendigkeit mit ihren unterschiedlichen Tonalitäten, Stimmungen, Höhen und Tiefen zu. Sei spielerisch und experimentierfreudig mit der vielfältigen Bandbreite deines Klangs. Dafür kannst du gerne auch sinnliche Geräusche, Lachen oder Schnaufen einbauen, je nachdem was in die jeweilige Situation passt. Deine Stimme ist immer dann schön, wenn sie von Herzen kommt und nicht einem vorgefertigten Bild aus deinem Kopf entspringt.

3. Erzähle mit deiner Stimme eine Geschichte

Eine gute Yogastunde ist wie eine gut erzählte Geschichte aufgebaut. Am Anfang sorgst du für ein gemeinsames Ankommen, baust dann einen Spannungsbogen auf und lässt die Schüler*innen gegen Ende zur Ruhe kommen. Überlege dir vorher, welche Geschichte du erzählst und passe deine Stimme an deine Geschichte an. Den emotionalen Bogen deiner Geschichte kannst du dann selbst nachfühlen: Was passiert im Gegenüber, wenn ich diese Geschichte erzähle? Deine Empathie wird sich dann in deiner Stimme widerspiegeln, sodass du Intensität und Tiefe herstellen kannst.

Du kannst die Stimme übrigens dann auch super nutzen, um Abwechslung in deine Geschichte zu bringen. Bringe die Schüler*innen immer wieder auch zum Chanten und Tönen, damit sie ihren eigenen Klang spüren können. Besonders für diejenigen unter euch, die Sanskrit im Unterricht nutzen ist das spannend.

4. Sprich mit 100 Menschen im Raum

Egal wie groß der Raum ist oder wie viele Schüler*innen in deinen Unterricht kommen: Sprich immer so, also ob 100 Menschen im Raum wären und du alle erreichen möchtest. Ob das klappt, hängt maßgeblich von deiner Intention ab: Sei dir sicher, dass alles was du sagst, von Bedeutung ist. Wenn du selbstbewusst hinter dem stehst, was du erzählst, wird deine Stimme ganz von selbst hörbar und angenehm für alle sein. 

5. Schone deine Stimme und sei authentisch!

Natürlich gibt es auch ein paar handfeste Tipps, um deine Stimme langfristig zu schonen. Deine Stimmbänder hältst du fit, indem du immer ausreichend Wasser trinkst und auf „Stimmkiller“ wie Zigaretten, Alkohol und Milchprodukte verzichtest.

Doch deine Stimme wird vor allem dann niemals müde werden, wenn du beim Sprechen mit deinen Emotionen verbunden bist. Bleib also unbedingt authentisch beim Sprechen und lasse deine eigene Lebendigkeit zu. Wer immer in einer Tonlage spricht, langweilt nicht nur die Übenden, sondern wird auch nicht die eigenen Stimmungen zulassen können. Trau dich also, beim Sprechen du selbst zu sein!

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Ein Kommentar / Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Janna,
    super Thema! Ich musste schmunzeln als du die „Shanti-Stimme“ erwähnt hast. Ist mir auch schon oft passiert! Mittlerweile ist es besser. In manchen Yoga-Stunden ist Lachen ein No-Go. Ich finde es sehr schön, wenn es sich anbietet. Das lockert auf und verbindet die Gruppe.
    Den Tipp mit den Teilnehmern und nicht in einen „leeren“ Raum zu sprechen ist super, besonders bei vielen Teilnehmern.
    LG

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