In 4 Schritten Selbstzweifel an den Nagel hängen

Jedem Anfang wohnt ein Zweifel inne. Und jeder Mitte und jedem Ziel, kurz bevor es erreicht ist. Zweifeln ist menschlich. Es ist eine intellektuelle Leistung, die uns vor Dummheiten und überstürzten Handlungen bewahrt. Andererseits bieten wir beim Sinnieren darüber, ob wir das Richtige tun, immer auch dem Teufelchen einen Platz auf der Schulter an. Dem Teufelchen, das sagt, dass wir nicht gut genug sind, dass wir es sowieso nicht schaffen werden, dass andere es viel besser können und so weiter.

Bist du auch ein Zweifler?

Dann herzlich willkommen im Klub. Ich gehöre zu den ganz großen Stars unter den Zweiflern. Das fängt im Supermarkt an und hört bei essentiellen Lebensthemen nicht auf. „Bin ich für mein Vorhaben nicht zu jung?“, „Habe ich dafür schon genug Lebenserfahrungen gesammelt?“ oder „Bin ich dafür schon zu alt?“,  „Ist das nicht total albern?“, „Gibt es nicht schon genug andere, die das gleiche machen?“.

Weil ich selbst gerade wieder eine Phase des Zweifelns hinter mir habe, habe ich dir meine besten Tipps zusammengeschrieben, wie du solche Blockaden auflösen kannst und wieder volle Kraft voraus auf deine Ziele zusteuern kannst.

 1. Mach dir deinen Teufel zum Freund

Das Teufelchen auf unserer Schulter hat keine Kristallkugel. Deshalb schöpft es seine niederschmetternden Prognosen für unsere Zukunft aus Erfahrungen: „Du warst doch schon im Sportunterricht nur mittelmäßig“. Dabei hat der Teufel nicht auf dem Schirm, dass sich die Zeiten geändert haben. Dass wir nicht mehr in der miefigen Turnhalle vor unserem Einmeterundneunzig großen Sportlehrer mit Trillerpfeife stehen und sehr wohl fit genug für einen Halbmarathon sind.

Deshalb musst du mit deinem Teufelchen sprechen. Mach ihn zu deinem Freund. Frag ihn, was seine Bedenken sind und erzähle ihm von anderen Beispielen. Von Situationen, in denen du etwas zu 110 % wolltest und wie diese Geschichten ausgegangen sind. Langfristig wird auch der Kritiker auf deiner Schulter dazulernen und dir mehr Vertrauen schenken.

 2. Stell dich darauf ein, dass es schon schief gehen wird

Egal, wofür du dich entscheidest – Die Wahrscheinlichkeit, dass es schiefgeht, wählst du immer mit. Es gibt nie den richtigen Tag. Es gibt nie das richtige Alter. Denn es gibt keine „richtigen“ Entscheidungen. Unter den tausend Optionen, die uns das Leben bietet, ist keine „richtige“ dabei. Selbst wenn wir die perfektesten Voraussetzungen für unser Vorhaben schaffen und alles lehrbuchmäßig richtig machen, können wir scheitern.

Wenn ich jeden Tag Yoga praktiziere, nach Indien reise, die besten Ausbildungen mache und die besten Guru-Gene habe und meine Klassen gut besucht sind, kann mir niemand garantieren, dass ich eine erfolgreiche Yoga-Karriere hinlegen werde. Denn vielleicht interessiert sich in fünf Jahren niemand mehr für Yoga. Alles, was wir tun, kann durch die Decke gehen oder scheitern. Das Leben gibt uns immer eine Fifty-Fifty-Chance. Dein Teufel sucht in dieser höchst unsicheren Welt ein Stück Sicherheit. Und opfert dafür deine Weiterentwicklung.

Entspann dich und vertraue darauf, dass es schon schief gehen wird. Und wenn schon? Wenn du dich nicht gerade dafür entscheidest vom Hochhaus zu springen, wird das Leben weitergehen und dir neue Optionen bieten. Fang bei kleinen Entscheidungen an. Wenn du zweifelst – tu es! Lass dich bei kleinen Lebensfragen nicht mehr auf große Diskussionen mit deinem Teufel ein. Entscheidungen zu treffen ist immer gut. Erst später kann man beurteilen wofür.

 3. Zähl auf dich selbst!

Mit dem Wissen, das alles schiefgehen kann, hast du schon viel gewonnen. Jetzt kannst die Kontrolle über die Zukunft (die du eh nie hattest) aufgeben und lernen, in dich selbst zu vertrauen. Da die Welt sich dir immer wie ein Spiegel zeigt, wird dir mit wachsendem Selbstvertrauen auch die Welt weniger unsicher erscheinen. Um Selbstvertrauen aufzubauen, gibt es eine super Übung. Sie hilft mir immer wieder, wenn meine Zweifel-Schleifen zurückkehren: Baue Verbindlichkeit dir selbst gegenüber auf.

Das Prinzip ist ganz einfach. Du kannst nur in dich vertrauen, wenn du zuverlässig dir selbst gegenüber bist. Wenn du dir vornimmst zum Yoga zu gehen oder früher aufzustehen, tu es! Ich weiß, dass es schwerfällt gute Vorsätze wie das frühe Aufstehen durchzuziehen, deshalb mach besser etwas, das dir leicht fällt. Vielleicht eine kleine Sache, die du immer nach dem Aufstehen machst. Ich habe heute wieder mit der Ego-Eradicator-Meditation angefangen. Die werde ich für die nächsten 40 Tage jeden Morgen machen. Dauert nur 3 Minuten und kostet mich wenig Überwindung. Es gibt ein unglaublich gutes Gefühl, wenn man eine solche Sache durchgezogen hat.

 4. Suche keine Gründe

Wir Zweifler neigen dazu Pro- und Kontra-Listen im Kopf zu führen anstatt uns auf unsere Intuition zu verlassen. Denn es könnte ja doch eine Gefahr lauern, die wir versuchen mithilfe von unzähligen Denkschleifen auszuschalten. Letztens habe ich über eine Studie gelesen, in der 72 von 83 Nobelpreisträgern angegeben haben, dass ihnen Eingebungen zum Erfolg verholfen haben. Genauso wie es keinen rationalen Grund dafür gibt, dass wir uns zu gewissen Dingen mehr hingezogen fühlen als zu anderen, brauchen wir auch keine Erklärung dafür zu suchen, diese Sachen mit voller Hingabe zu verfolgen. Wir müssen es einfach tun.

Wie Lucio in Shakespeares Maß für Maß sagt „Unsere Zweifel sind Verräter, und oft genug verspielen wir den möglichen Gewinn, weil wir den Versuch nicht wagen“.

Also, im Zweifel: Machen!

Shine on,

Franziska

Photo credit: Ethan Lofton via Flickr

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