Ich würde ja so gerne ein Yoga Teacher Training machen, aber das ist sehr teuer. Ich habe einen Vollzeitjob, wie soll ich das denn organisieren? Packe ich das überhaupt körperlich und was ist, wenn ich beim Unterrichten einen Blackout kriege? … Solche Ängste und Zweifel beschäftigen mich seit Monaten. Aber der Wunsch ist größer: Ich werde im Februar 2017 eine Ausbildung zur Yogalehrerin in Indien absolvieren. Hier kommen ein paar Gedanken, die mir geholfen haben, all die “Abers” über Bord zu werfen.

Sei dir sicher – die Voraussetzung

Eine gängige Übersetzung von “Ich würde ja so gerne, aber…” lautet: “Ich bin verunsichert und wünsche mir Bestätigung von außen!” Natürlich ist es schön, wenn Freunde und Familie dir sagen, dass sie sich für dich freuen und dass du es schaffen wirst. Die Motivation muss aber schon aus dir kommen und darf nicht davon abhängig sein, ob jemand anders es für eine gute Idee hält oder nicht.

Woher du weißt, dass du sicher bist – das Worst-Case-Szenario

Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn ich die Ausbildung mache? Verschulde ich mich dafür? Muss ich vielleicht meinen Job kündigen, um die Zeit dafür aufzubringen? Könnte es sein, dass ich zurück komme und mein ganzes Leben in Frage stelle? Werde ich wochenlang Muskelkater haben und keine Zeit mehr für Urlaub? Muss ich auf die eine oder andere neue Klamotte, Taxifahrt oder Theaterkarte verzichten, um Geld fürs Training zur Seite zu legen? All diese Fragen lassen sich zu einer großen Frage zusammenfassen, die du mit JA beantworten können solltest:

Bin ich bereit, das alles in Kauf zu nehmen, wenn es hart auf hart kommt?

Wenn du dir darüber tausendprozentig sicher bist, kannst du andere Sicherheiten (zum Beispiel die finanzielle) nämlich dazu in Relation setzen. So ausgestattet fällt es sehr viel leichter, den nächsten Schritt zu gehen…

Du bist nicht alleine – Unterstützung von außen

Vielleicht musst du jemanden um finanzielle Unterstützung bitten und deinen Chef um unbezahlten Urlaub, der eigentlich nicht Teil der Regelung in deiner Firma ist. Ich habe mich lange darum gedrückt, mich aber dann überwunden. Und auch wenn es nicht auf helle Begeisterung gestoßen ist: Ich war mir sicher. So konnte ich die Klarheit meiner Entscheidung und die Wichtigkeit dieses Schrittes für mich im Gespräch transportieren und habe Zustimmung geerntet. Und was ist, wenn jemand “nein” sagt? Zurück zu Schritt 2 und neu ausrichten.

Üben – deine Praxis

Vor lauter Hoffen, Bangen, Recherche über Impfungen, Flugbuchungen und Yogabücherlesen vergiss eines nicht: den Grund deiner Reise. Deine Praxis auf der Matte holt dich zurück ins Hier und Jetzt und macht den Kopf frei. Denn auch (oder besonders?) wenn sich das Gedankenkarussell nur noch um Yoga dreht, ist es gut, mal auszusteigen.

Alles zu seiner Zeit – Organisation ist alles  

Am Ende sah es bei mir so aus: Ich war bereit, alles in Kauf zu nehmen, trotz der vielen großen Fragezeichen. Und dann habe ich mit meinen Chefs gesprochen, einen Untermieter für meine Wohnung organisiert und doch recht erleichtert festgestellt: Die Ausbildung ist durchaus mit meinem Sicherheitsbedürfnis vereinbar. Sie will nur gut organisiert sein!

Es sind unzählige Artikel über Sprünge ins kalte Wasser, Jobkündigungen und radikale Veränderungen erschienen. Ich mache mir nichts vor: Yoga hat natürlich schon vor Jahren mein Leben umgekrempelt und so ein Training wird noch vieles weitere anstoßen.

Welche Veränderungen aber als nächstes für mich anstehen, entscheide ich dann, wenn es soweit ist. Und bin mir bis dahin, im Hier und Jetzt, sicher, dass mein nächster Schritt der richtige ist. Aus dem “würde” ist endlich ein “werde” geworden. Wie viel Arbeit – und Unterschied – so ein kleiner Buchstabe machen kann!

Namaste,
deine Uli

Titelbild © Jan Petersmann, Global Goals Curriculum Conference 2016

Das könnte dich auch interessieren: