Die sattvische Ernährung ist vor allem sinnvoll, wenn du viel Yoga übst. Meistens geschieht diese Nahrungsumstellung automatisch, weil wir durch die regelmäßige Praxis feiner werden und intuitiv seltener auf Essen zurückgreifen, dass uns beschwert. Es ist gar nicht so schwer, mehr sattva in deinen Alltag zu bringen.

Die 4 Prinzipien der Sattva-Diät

Sattva ist eine der drei Gunas, den universellen Prinzipien, die den Kreislauf des Lebens erst möglich machen. Diese drei Prinzipien heißen Rajas, Tamas und Sattva. Als universelle Prinzipien sind alle drei unverzichtbar und in allem immanent. Das heißt jedes Leben ist bestimmt durch die Energien von Raja (Bewegung, Energie), Tamas (Trägheit, Dunkelheit) und Sattva (Reinheit, Harmonie).

Auch unser Körper und Geist ist von diesen Prinzipien geprägt. Fällt es dir morgens besonders schwer aus dem Bett zu kommen, so kannst du sicher sein, dass du gerade eine Menge an Tamas mit dir herumschleppst. Oder wenn du dich gerade im Stresstunnel herumirrst und andere mit Gereizheit verprellst, dass Rajas gerade die Kontrolle über dich hat. Sattva dagegen ist rein und klar. Genauso wie dein Körper und Geist, wenn du dich einem sattvischen Zustand befindest. Darum ist der sattvische Geist das Ziel eines jeden Yogis.

Das Wunderbare an einer Hinwendung zu Sattva ist, dass es unser Leben leichter macht.  Sattva meint im Augenblick zu sein, mir dir selbst und – wenn du daran glaubst – mit einem höheren Bewußtsein verbunden. Mit Ehrlichkeit finden wir zu uns selbst, anstatt uns mit ätzenden Emotionen, wie Neid und Geiz herumzuplagen. Klar brauchen wir noch die anderen Prinzipien von Bewegung (Raja) und auch Ruhe (Tamas) in unserem Leben. Doch: Je mehr Sattva wir aber in uns tragen, um so ausgeglichener und glücklicher fühlen wir uns.

Wie hin zu Sattva?

Regelmäßige Yogaroutine ist ein wichtiger Schritt Richtung Sattva. Durch die Erfahrungen, die wir um Yoga machen, ändern sich allmählich unsere Verhaltensweisen und unser Konsumverhalten wird intuitiver. Und natürlich gibt es auch Sattva-Nahrung, die das Prinzip in dir unterstützt und fördert. Und die steckt voller Potenz. Wunderbar ist, dass du für eine sattvische Ernährung nur diese vier Prinzipien im Auge behalten musst.

Prinzip Nummer 1: Ahmisa

Oberstes Prinzip in der Sattva-Ernährung ist Ahmisa, Gewaltlosigkeit oder die Nichtverletzung anderen Lebens. Daher ist sattvische Ernährung  immer vegetarisch oder vegan. Sie spiegelt die Sehnsucht nach Frieden, Selbstliebe und Mitgefühl wieder. Ahmisa hat auch eine Menge mit verantwortungsvollem Konsum zu tun, der weit über das Essen hinausgeht.

Prinzip Nummer 2: Prana

Prana ist die universelle Lebensenergie. Wo kein Prana ist, da ist es sehr dunkel. Im yogischen System wird, wie im Ayurveda davon ausgegangen, dass Nahrung Prana enthält, also Lebensenergie. Viel Lebensenergie haben zum Beispiel frische, saisonale Nahrungsmittel, die reif geerntet werden. Durch langen Transport im unreifen Zustand und durch wiederholtes Aufwärmen von Nahrung nimmt Prana ab. Einfrieren vernichtet die Energie komplett. Das heißt: möglichst frische Nahrung ist reich an Prana, während Fertigessen und Tiefkühlkost keine energetisierende Wirkung auf Körper und Geist haben kann.

Prinzip Nummer 3: Süße

Sattva schmeckt süß. Süß ist gleichbedeutend mit Erde, mit Stabilität. Diese Stabilität steht nicht für Schwere, sondern für Vitalität. Andere Geschmacksrichtungen unterstützen die eher die verbliebenen Prinzipien. Viel Schärfe erzeugt Rajas. Daher findest du in der Sattva-Diät auch keinen Knoblauch oder Chili. Übermäßiges Salz führt zu Schwere, also zu Tamas im Körper.

Besonders harmonisierend wirkt sich der süße Geschmack auf Vata- und Pitta-Typen aus. Reine Kapha-Konstitutionen sollten neben der Süße noch herbe Nahrunsgmittel, wie Gerste, Hirse und Buchweizen essen.

Prinzip Nummer 4: Leichtigkeit

Neben süß soll die Nahrung leicht sein. Käse und Eier liegen zum Beispiel schwer im Magen, sie haben tamasiche Wirkung. Aber: Proteine sind besonders wichtig in der vegetarischen Ahmisa-Ernährung. Also wählen wir die Proteine, die in leichteren Hülsenfrüchten (z.B. Mungbohnen) stecken und weniger in tierischen Eiweißen. Für mehr Sattva auch vollreife Früchte, frisches Wurzelgemüse, lokales Getreide und ein paar Nüsse und – bei feurigem Stoffwechsel – auch etwas Rohkost. Leichtes Essen schraubt die Körperarbeit zurück. Das heißt, der Geist kann sich reinigen, kann arbeiten und wachsen.

Sattvische Nahrung ist aber nicht gleich Rohkost. Auch im Yoga wird, wie im Ayurveda die Verdauungskraft berücksichtigt. Die sattvische Ernährung wurde ursprünglich für Yogapraktizierende entworfen. Erst Yogis, die durch Pranayama ihre Verdauungskraft befeuern können, können sich von Rohkost ernähren.

Mit einer sattvischen Ernährung kannst du deinen physischen und deinen emotionalen Körper balancieren und harmonisieren. Sie geht Hand in Hand mit der inneren Entwicklung, die wir durch den Yoga vollziehen. Im Ayurveda ist sattvische Nahrung vor allem zum Wechsel der Jahreszeiten angesagt, um mangelnde Balance auszugleichen und um Körper und Geist zu stabilisieren.

Ein sehr traditionelles und gleichzeitig universelles Rezept in der Sattva-Küche ist das Pullao, oder Pulav. Du findest diesen einfachen, gekochten Reis überall in Indien, mit lokalen Abweichungen. Hier angepasst auf die Jahreszeit. Sattva-Wurzeln und Sattva-Leichtigkeit in einem. Es geht wunderbar einfach zu kochen.

Rezept: Sattvischer Pullao

für 2 Portionen

  • 250 Basmatireis
  • 100 g Bohnen
  • 4 Karotten
  • 1 EL Ghee oder Kokosfett
  • 3 Nelken
  • 2 Kardamomkapseln
  • etwas Zimtstange
  • 2 Pfefferkörner
  • 1 Stück Ingwer, geschält und gehackt
  • Salz und Pfeffer
  • geröstete Mandeln
  • Petersilie oder Koriandergrün, frisch (ich habe Winterkresse genommen)

So geht’s:

Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten, beiseite stellen. Karotten und Ingwer schälen und würfeln. Bohnen waschen und die Enden abschneiden, halbieren. Fett in einem Topf schmelzen, Kardamom, Zimt, Nelken und Pefferkörner in das heiße Fett geben und darin wenden, Ingwer dazu geben, dann die Karotten. Die Karotten kurz anbraten, bevor du die Bohnen dazu geben kannst. Gemüse und Gewürze weiter wenden. Reis in den Topf geben und glasig schwitzen. Die doppelte Menge Wasser (von dem Reis) in den Topf geben, gut salzen und auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Wasser verkocht und der Reis gar ist. Mit Salz und Peffer abschmecken.

Mit Mandeln betreuen. Frisches Grün darüberzupfen. Fertig.

Bon appetit!

Deine Julia

PS: Wenn du selbst lernen möchtest, ayurvedisch zu kochen, dann komm zu Julias Kochkursen. Alle Termine findest du hier.

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