Dieses Jahr ist noch keine drei Wochen alt und ich fühle mich, als wären wir schon im April. Eigentlich viel zu spät, um noch über die Pläne zu schreiben, die wir uns in der Silvesternacht Champagner trunken gegenseitig zugeflüstert haben. Und doch werde ich es tun. Denn vor einigen Jahren hat ein Buch die Art und Weise, wie ich meine Träume spinne grundlegend verändert. Doch dazu später. Lass uns mit dir beginnen.

Wie ist es dir bisher mit deinen Neujahrsplänen ergangen?

Bist du frischen Mutes in 2016 gestartet, voll am Start, ja platzt geradezu vor Tatendrang? Oder hast du dir schon am 2. Januar überlegt, dass #offsugar doch eine blöde Idee war, weil die Reste vom Silvester-Dessert einfach viel zu lecker waren? Vielleicht hast du ohnehin keine Vorsätze gefasst und beschlossen, dich dieses Jahr vom Flow mitnehmen zu lassen.

Egal welche Variante: Das Problem ist meistens, dass unsere Vorsätze mit konkreten Zielen verbunden sind. 

Zielen, denen wir dann das ganze Jahr über hinterher hecheln können. To-Do-Listen-artig reihen wir Projekte aneinander, die wir dann vielleicht mit einem „mehr Zeit für mich und meine Liebsten“ abschließen. Einen Ansatz einer solchen Neujahrsvorsatz-Liste habe ich in meinen Jahres-Rückblick gepackt und glaube mir: Mir würden noch etliche Dinge einfallen, die die patente Macher-Frau in mir gerne noch dieses Jahr in die Tat umsetzen würde.

Doch Vorsicht! Wenn wir Pläne dieser Art schmieden, vergessen wir meistens uns einige essentielle Fragen zu stellen. Deshalb nimm jetzt deine Vorsatz-Liste und unterziehe sie einer grundlegenden Review.

  1. Was ist, wenn du „Projekt X“ nicht erreichst?
  2. Was ist, wenn du „Projekt X“ erreichst?
  3. Was steckt hinter deinem Wunsch? Worum geht es wirklich?

Ich will ein Beispiel versuchen.

Auf meiner Liste steht unter anderem: ein eigenes Online-Produkt kreieren. Hier meine ungeschminkten Antworten.

  1. Wenn ich kein eigenes Online-Produkt schaffe, ist mein Cash-Flow weiterhin von meiner körperlichen Anwesenheit (vorrangig in Berlin) und Aufträgen abhängig. Das schränkt mich ein.
  2. Finanzielle und örtliche Unabhängigkeit. Ich bin meine eigene Chefin. Ich hätte Zeit und Kopf frei für meine Offline-Arbeit, z.B. Planung toller Workshops und Retreats, meine Weiterbildung, etc. und müsste mir zudem nicht allzu große Gedanken ums Geld machen.
  3. Ich möchte unabhängig und spontan sein. Vor allem möchte ich mich frei fühlen. 

Danielle LaPorte Desire Map

Das heißt: Es geht gar nicht so sehr darum, welche To Dos auf der Liste stehen, sondern vielmehr darum, welches Gefühl wir hoffen darüber zu erzeugen. 

Wahrscheinlich ist diese Erkenntnis für dich nicht ganz neu. Das war sie für mich auch nicht, als ich das erste Mal Desire Map von der großartigen Danielle LaPorte gelesen habe, jenem Buch, das die Art und Weise, wie ich Zukunftspläne schmiede grundlegend verändert hat. Und trotzdem: Danielles Idee, den ganzen Vorsatz-Prozess umzudrehen und erst herauszufinden, wie man sich fühlen möchte und von dieser Basis aus Pläne zu schmieden, macht wahnsinnig viel Sinn und war – einmal durchexerziert – ein wahrer Gamechanger.

Seit ich meine so genannten „Core Desired Feelings“ (frei übersetzt als „Wunschgefühle“) definiert habe, dienen sie mir als wertvoller Wegweiser. Bei kleine Fragen des Alltags wie bei großen Entscheidungen des Lebens. Und auch bei Silvester-Vorsätzen.

Die Frage um die sich alles dreht lautet also: Wie willst du dich fühlen? 

Weil es gar nicht so einfach ist, diese scheinbar simple Frage zu beantworten, habe ich eine Übung aus Desire Map für dich vereinfacht aufbereitet.

Danielle LaPorte desrie Map

Die alternative Jahres-Review für deinen Kick-Start in 2016

Brainstorm, Baby!

  • Nimm dir drei Blätter und verschieden farbige Stifte
  • Auf Blatt 1 notiere nun spontan verschiedene Situationen, die dir unangenehm waren bzw. du dich unwohl gefühlt hast.
  • Auf Blatt 2 schreibe Situationen, in denen es dir so richtig gut ging
  • Mit einem anders farbigen Stift schreibe neben die Situationen Gefühle auf, die du mit der Situation verbindest. Zum Bespiel: traurig, schwach, voller Freude, ausgelassen, etc. Lass deiner Fantasie freien Lauf und finde so viele Gefühle, wie dir einfallen
  • Verkehrung ins Gegenteil: Schau jetzt alle deine „negativen“ Gefühle noch einmal an und frage dich, wie du dich gerne anstelle dessen in besagter Situation fühlen möchtest. Notiere das Ergebnis auf Blatt 3 und ergänze es mit den „positiven“ Gefühlen von Blatt 2. Nutze das erneute Aufschreiben als Gelegenheit, um Synonyme zu finden oder Worte, die das Gefühl für dich besser ausdrücken. Je mehr, desto besser.

Was ist eigentlich ein Gefühl?

Darüber, wie man „Gefühle“ definiert, streiten sich die Wissenschaften. Das liegt vor allem daran, dass Gefühle begrifflich schwer erfassbar sind. Eine simple Definition, die mir persönlich gut gefällt und für unserer Zweck völlig ausreichend ist, ist folgende:

Das Gefühl, die Emotion, ist ein subjektiver Zustand oder ein Grundphänomen des Erlebens oder des Wahrnehmens von Freude, Lust, Geborgenheit, Wut, Liebe, Trauer, Ärger, Angst, Wohlbehagen. (…) Das Gefühl kann sich in seiner Beschreibung und in seiner Wirkung vollständig unterscheiden oder decken mit dem objektiv zugrunde liegenden Zustand. Nach dem gegenwärtigen Stand der Gefühlsforschung gibt es weder in der Psychologie noch in der Neurologie oder Philosophie eine Übereinstimmung darin, was genau Fühlen ist. Im Alltag scheinen wir recht genau zu wissen, worum es sich handelt.

(Quelle Pflegewiki)

Da es bei dieser Übung darum geht, was du persönlich mit dem Ausdruck verbindest, ist es ohnehin zweitrangig, ob dein Wort offiziell als Gefühl durchgeht. Ich empfehle dir aber auf eine Sache zu achten: Braucht es einen anderen Menschen, damit das Gefühl entsteht? Ja? Dann versuche es durch etwas, was von innen kommt zu ersetzen. Zum Bespiel: „Ich fühle mich akzeptiert!“ Dein vermeintliches Gefühl ist abhängig von jemand anderem, der sagt: „Du bist in Ordung so wie du bist.“ Frag dich hier: Was steckt dahinter? Fühlst du dich vielleicht „stolz“, „großartig“, „natürlich“, „in Frieden“ oder „verbunden“? Es ist sinnvoll, seine Wunschgefühle unabhängig von den Launen anderer zu machen.

Schaffe Klarheit!

  • Jetzt nimm einen neuen Stift und kringel alle Gefühle ein, die wirklich wichtig für dich sind. Wenn es Worte mit gleicher Bedeutung gibt, wähle das Wort, das dir besser gefällt. Bei meinem Beispiel wäre das: „frei“ statt „unabhängig“. Oder „ausgelassen“ statt „witzig“.
  •  Wiederhole das, bis du mit deiner Auswahl glücklich bist

Deine Wunschgefühle

Übrig bleiben auf deinen Zetteln einige Gefühle, von denen du vermutlich gerne mehr im Alltag hättest. Nutze diese Gefühle als Wegweiser und klopfe die großen und kleinen Fragen des Lebens auf sie ab. Fühle ich mich in Situation X (Wunschgefühl einsetzen)? Dieses Wissen wird dir viele Antworten erleichtern.

Warum das Ganze?

Ist es nicht wunderschön, Träume in Gefühle zu verwandeln statt in strikte to Do Listen? Es lässt so viel mehr Raum für unvorhergesehene Geschehnisse. Auch wenn ich mein Online-Produkt zur Spiritual Home Practice wirklich launchen möchte, so weiß ich, dass der Antrieb mein Wunsch nach Freiheit ist. Ein Gefühl, dass ich genauso durch eine Reise herstellen könnte. Oder einen Umzug. Ich könnte auch einfach mehr projektbezogen arbeiten und dadurch ortsunabhängiger leben. Wie am Ende das Gefühl der Freiheit den Weg in meinen Alltag findet, ist mir am Ende egal. Wichtig ist nur, dass ich entspannt abwarten kann, wie sich die Dinge entwickeln und in der Zwischenzeit immer wieder überprüfe:

Fühle ich mich gerade so, wie ich mich fühlen möchte?

Lass diese Frage dein Montagsmantra sein und dich von ihr durch die Woche begleiten. Wenn dir die Übung gefallen hat und du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, bestelle dir am besten gleich Desire Map von Danielle LaPorte, die mich zu diesem Montagsmantra (und noch vielem mehr) inspiriert hat. Aktuell gibt es das Buch nur auf Englisch, wird meines Wissens aber gerade auf Deutsch übersetzt. Dennoch: Sprachlich ist Desire Map ein Fest, weswegen ich dir unbedingt zur Original-Ausgabe rate.

Happy Monday und auf ein grandioses 2016!

Unterschrift XOXO Rebecca_pink

 

 

 

 

 

Bildcredit Titel (und wunderschönes Model): Ira Ziegelwanger

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