Wenn ich das ehemalige Rollfeld des Flughafens Tempelhof betrete, fühle ich mich immer sofort frei und entspannt. Der riesige Park ist für mich ein Kraftort, an dem ich schon sehr viele Laufrunden gedreht, große Entscheidungen gewälzt und getroffen, Tränen vergossen und Partys gefeiert, Yoga geübt, Maikäferattacken abgewehrt und mit Freunden im Gras geträumt habe. Ich bin sicher, mit dem Tempelhofer Feld geht es nicht nur mir so. Da ist so viel Platz, so viel Weite: ein perfekter Ort für Großevents wie das Wanderlust-Festival, das von adidas ausgerichtet wird und das wir dank Heineken 0.0 besuchen durften.

Yoga und Meditation im Mindfulness Triathlon1709_heinekenwanderlust4

Das Wanderlust108-Festival findet weltweit in verschiedenen Städten statt und ist ein “Mindfulness Triathlon” bestehend aus einem 5 km-Lauf, einer Yogasession und einer Meditation.

Jule und ich haben uns als Team Fuck Lucky Go Happy in die Laufklamotten geschmissen und sind aufs Feld gepilgert. Okay, ich gebe zu: Wir haben das Ganze zum Biathlon gemacht (meine neue Tätowierung ist eine wunderbare Ausrede, nicht so viel joggen und schwitzen zu dürfen!). Pünktlich zur Yogasession sind wir aber am Start. Auf dem Weg wandern wir vorbei an einem Chill-Out- und einem Styling-Zelt, Ständen mit Yoga- und Sportklamotten, veganen Nussriegeln, Tee und alkoholfreiem Bier. Allgemeine Vorfreude liegt in der Luft.

Schon geht es los: Mady Morrison, eine bekannte YouTuberin und Yogalehrerin, leitet die Yogasession an. Sie lädt uns ein, egal ob Anfänger*in oder Yogi mit Erfahrung, in dieser Praxis unsere typischen Muster anzuschauen und zu durchbrechen – sei es mental oder in der Asana-Praxis. Eine bessere Aufgabe hätte sie mir nicht stellen können: Ich erwische mich mehrmals dabei, die Übungen wie gewohnt auszuführen, statt ihren Anweisungen zu folgen. Jaja, Achtsamkeit und so…

Madys Yogaklasse ist durchdacht und genau auf die Anforderungen angepasst, die erfüllt sein müssen, wenn es sich um einen Freiluft-Event mit mehreren hundert Yogis handelt – simple, klare Instruktionen mit Optionen für alle Level.

Verbindung ohne große Worte

Mady lässt ohne philosophische Ausschweifungen einfließen, was Yoga eigentlich bedeutet: Einheit, Verbindung. Ohne von Erleuchtung zu reden und damit eventuell Leute abzuschrecken, bringt sie uns mit einer Sequenz, in der wir einander an den Schultern fassen, auf eine Wellenlänge. Am Ende legen wir die eine Hand auf unser Herz und die andere auf den Rücken unserer Nachbar*innen – “Spürt die Verbindung!” – und ich habe sofort das Bedürfnis, meine wildfremde Neben-Yogini in die Arme zu nehmen.

Auch als Rapper, Buddhist und Coach Curse uns in der geführten Meditation vorschlägt, uns ein Glücksgefühl in Erinnerung zu rufen und es peu à peu vom Herzen in den ganzen Körper, nach außerhalb, zu unseren Mit-Yogis, über das ganze Tempelhofer Feld und noch weiter auszudehnen, durchfahren mich Wellen von Energie und ich bekomme Gänsehaut – bestimmt nicht nur wegen des kalten Windstoßes, der mich in dem Moment erfasst.

Im Anschluss an den Hauptevent gibt es Workshops wie Acro und Aerial Yoga, Yoga auf einem Balance-Board, Makramee und – meine neueste Entdeckung: Breakletics, ein Workout zwischen Fitness und Breakdance.

Berlin bleibt doch BerlinDSC01719

“Um neun Uhr morgens kam schon jemand zu uns und wollte zwei Bier haben!”, erzählt mir die Heineken-Promofrau lachend, und verteilt weiter die Flaschen. Ob der frühmorgendliche Kunde enttäuscht war, dass es alkoholfrei ist? Würde mich nicht wundern, denn: Yoga hin oder her, wir sind eben in Berlin, der Stadt, in der alles zusammenpasst, was unvereinbar erscheint. Wo man manchmal erst Sonntagnachmittag in den Club geht oder mitten in der Nacht zum Yoga. Wo man in zerschlissenen Jeans herumlaufen und gleichzeitig Millionär sein kann. Wo uns eine Luftbrücke gezeigt hat, dass das Überwinden von Grenzen möglich, und wo es heute auf alle möglichen Weisen alltäglich ist.

Yoga löst Grenzen auf

Wenn hunderte Menschen auf Yogamatten zusammenkommen und im Rahmen eines Festivals gemeinsam üben, dann ist es nicht wie in meinem Home-Studio. Die Praxis ist anders, die Leute sind anders, aber trotzdem gehören wir alle zusammen. Ich habe mal wieder gelernt, dass man auch in der Yogawelt öfter über den Tellerrand schauen muss, um wieder Inspiration zu finden. Besonders die geführte Meditation mit Curse hat mich wirklich beeindruckt. Yoga ist eben auch dazu da, um Grenzen zu überwinden und aufzulösen. Und der Zauber des Tempelhofer Feldes, der wirkt sowieso immer.

Nach so viel Yoga, teuren Sportoutfits und makellos gestylten Flechtfrisuren ist ein gutes alkoholfreies Bier auf jeden Fall ein perfekter Reminder, dass manchmal die Basics doch das Wichtigste sind. Und so haben Jule und ich nach eingehender Erkundung der Umgebung ein paar Nussriegel probiert, uns noch ein Heineken 0.0 als Wegbier geschnappt, eine Runde übers Rollfeld gedreht und gemütlich den Sonntag beim Wanderlust Berlin ausklingen lassen.

Im Falle dieses Beitrages wurden wir für unsere Arbeit bezahlt. Diesmal von Heineken.

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