Januar ist Detox-Monat. Bereits am 2. Januar erscheinen zahlreiche Programme, Ideen und Rezepte, die als Ziel nur eines haben: die Körper und Seelen so zu reinigen, dass wir weißer und sauberer werden als jedes Schneewittchen. Ich war immer skeptisch gegenüber dieser Art von Industrie, die uns einreden will, dass wir nach jedem „etwas fettigeren“ oder „größeren“ Mahl oder (Gott bewahre) nach einem Glas Wein von Innen und Außen so dreckig werden, dass wir uns ein ganzes Jahr lang darum kümmern müssen, unsere Schulden abzubezahlen. Das Urteil lautet: kein Essen. Und wenn, dann bitte nur flüssig: Säfte, Smoothies und Suppen.

Egal wie kategorisch ich diesen unheimlichen Lebensstil bislang abwehren wollte, hat sich meine Einstellung mit zunehmender Yoga-Praxis doch geändert.

An die Superfood-Industrie glaube ich noch immer nicht, aber an das Bedürfnis meines Körpers, ihm ab und zu eine Pause zu gönnen.

Und das nicht nur mit Arbeiten oder Praktizieren, sondern eben auch mit Essen. Die Vorstellung, eine Pause vom Essen zu machen, ist zunächst etwas unnatürlich und dann auch noch überflüssig. Unnatürlich, weil man bekanntlich ohne Essen nicht leben kann, und überflüssig, weil so viele Menschen an Hunger sterben.

Früher fastete man vor Weihnachten, heutzutage tut man es danach. Das Fasten ist aber eine spirituelle und körperliche Praxis, die das ganze Jahr in den Alltag integriert sein sollte. Meiner Meinung nach ist schon das Fasten an sich eine konsequent bewusste und gesunde Ernährung.

Nicht nur das ungesunde Essen vergiftet unsere Körper, sondern auch der alltägliche Stress, gelegentliche Infektionen und die unreine städtische Umgebung hinterlassen staubige Spuren an unserer glatten Oberfläche.

Doch durch Zufuhr von Vitaminen in flüssiger Form gewinnt der Körper mehr Raum für das Atmen, Regenerieren und Ruhen, anstatt ständig sich an die Verdauung erinnern zu müssen. Aus diesen Gründen neige ich dazu, zumindest einmal im Monat einen ganzen Tag lang nur Säfte zu trinken. Am Anfang war das ein ziemlich aufwendiges Vorhaben: erst einmal einen Entsafter besorgen (teuer, aber es lohnt sich!), dann verschiedene Rezepte ausprobieren und nicht zuletzt einen ganzen Tag ohne Essen aushalten. Diese Übung erwies sich aber als so vorteilhaft für mich, dass ich sie nicht mehr aufgeben möchte. Was dabei sehr wichtig ist, ist auf seinen Körper zu lauschen. Nicht jeder Tag ist geeignet. Am besten wählt man einen freien Tag, an dem man nicht viel unterwegs ist. Das schüchterne Flüstern des Körpers ist in der Hetze sehr leicht zu überhören.

Yoga hin oder her – ohne Essen geht es nicht. Ich plädiere für eine bewusste und ausgewogene Ernährung. Nicht für ein einmaliges, einwöchiges „Detox-, Cleaning-, weiß der Geier was Projekt“ und während des Rest des Jahres gibt es Nudeln und Käse.

Wenn du dich schon immer für Saftkreationen interessiert hast, kommt hier möglicherweise eine Inspiration für dich, ein Saft, der so lecker und gesund ist, dass ich mir manchmal wünsche, er würde ständig aus dem Wasserhahn fließen. Ist das das moderne Bild des Schlaraffenlands?!

www.ritual-cuisine.com

Reinstoff-Rezept: Ein Saft aus Apfel, Sellerie, Karotte und Ingwer

* Die Äpfel in diesem Rezept sind eine süße Basis, Sellerie gibt eine frische und salzige Note, Karotte sorgt für die schöne Farbe und Ingwer gibt den letzten, scharfen Kick! Wer mag, kann es mit ein paar Tropfen Ahorn-Sirup versüßen. Dieses Rezept ist so einfach, dass es fast zu meinem täglichen Ritual gehört.

Die Zutaten:

  • 2 Äpfel
  • 1 Karotte
  • 1 Selleriestange
  • 2 cm langes Stück Ingwer

Zubereitung:

Alle Zutaten waschen, in größere Stücke schneiden und in einem Entsafter zu Saft pressen. Prost!

Deine Nikolina

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