Darf ich vorstellen? Ida und Pingala sind zwei liebe Kanäle, die Energie durch deinen gesamten Körper leiten und für dein inneres Gleichgewicht sorgen. Höchste Zeit also, dich mit ihnen vertraut zu machen!

Pingala steht für „Ha“, die Sonne, symbolisiert dein Feuer und deinen Verstand und wird mit der Yang-Energie verbunden. Pingala endet im rechten Nasenloch.

Ida dagegen steht im Zusammenhang mit „Tha“, dem Mond und endet im linken Nasenloch. Sie steht für deine ruhige und intuitive Seite, das Element Wasser und die Yin-Energie. Ida und Pingala sind also polare Energiekanäle. Sie schlängeln sich im Körper umeinander und treffen sich an der Basis der Wirbelsäule. Mit der Wechselatmung, auch Nadi Shodana genannt, aktivierst du diese beiden feinen Energiekanäle und stimmst dein inneres Radio auf Ausgeglichenheit ein.

Die Urenergie ist allgegenwärtig und allmächtig. Alle Arten von Energie haben eine Gemeinsamkeit: sie vibrieren!

Shri Brahmananda Sarasvati, Nada Yoga

How to Nadi Shodana – Get ready

nadi shodana anleitung 

  1. Setze dich in einen aufrechten und bequemen Sitz. Zur Not und für zwischendurch auch im entspannten Stehen möglich.
  2. Bringe deine rechte Hand in das Vishnu-Mudra: Lege Zeige- und Mittelfinger in die Handfläche und spreize die restlichen Finger von der Handfläche. Bringe die Hand über deine Nase. Die linke Hand bleibt entspannt im Schoß.
  3. Der Daumen wird zum Verschließen des rechten Nasenlochs benutzt, der kleine und der Ringfinger zum Schließen des linken Nasenlochs

Samavrtti– die gleichmäßige Wechselatmung

Diese Form der Wechselatmung arbeitet mit gleichmäßigen Atemtakten. Also bei Einatmung: Pause: Ausatmung: Pause so 1:1:1:1). Ein Takt kann vier bis 12 Sekunden lang sein, das musst du selbst wählen.

  1. Schließe das rechte Nasenloch mit dem Daumen und atme links einen Takt lang ein.
  2. Verschließe beide Nasenlöcher und halte die Luft genau so lange an, wie du eingeatmet hast (Antar Kumbhaka).
  3. Löse den Daumen und atme rechts einen Takt lang aus.
  4. Verschließe wieder beide Nasenlöcher und halte den Atem in der Atemleere einen Takt lang an (Bahya Kumbhaka).
  5. Atme rechts wieder einen Takt lang ein und so weiter. Eine Runde endet nach der Atemleere auf der linken Seite.

Hier ist schon ein bisschen mehr Übung gefragt, denn die Phasen der Atemzyklen sind unterschiedlich lang. Sie stehen im Verhältnis 1:4:2:3. Ich empfehle 4:16:8:12 Sekunden, das lässt sich gut schaffen. Diese ungleichmäßige Wechselatmung ist das eigentliche Nadi Shodana.

Visamavrtti – die ungleichmäßige Wechselatmung

  1. Schließe das rechte Nasenloch und atme links vier Sekunden ein.
  2. Verschließe beide Nasenlöcher und halte die Luft 16 Sekunden an (Antar Kumbhaka).
  3. Löse den Daumen und atme rechts 8 Sekunden aus.
  4. Verschließe wieder beide Nasenlöcher und halte den Atmen 12 Sekunden an (Bahya Kumbhaka).
  5. Wieder den Daumen lösen und 4 Sekunden rechts einatmen, 16 Sekunden halten, usw. Beende die Runde wieder auf der linken Seite.

nadi shodana anleitung

Was macht Nadi Shodana mit dir?

Beide Formen von der Wechselatmung bringen viel Achtsamkeit zu deinem Atem, weil deine Konzentration gefordert wird. Hier beginnt die beruhigende Wirkung dieses Pranayamas auf den Geist. Tatsächlich bewirkt das gezielte Schließen der Nasenlöcher aber auch eine Kommunikation unserer beiden Gehirnhälften und balanciert so die Aktivitäten dieser. Weil Nadi Shodana Ida und Pingala in dir anspricht, wird hier eine Erfahrung von Mitte und Balance erzeugt. Wir überwinden das Spiel der emotionalen Extreme und bleiben gefestigt in Gleichmut.

Nadi Shodana ist toll vor Meditationen. Ich persönlich mache die Übung gerne nach der Asanapraxis oder vor dem Schlafen, denn es beruhigt das vegetative Nervensystem. Ich merke nach Nadi Shodana gleich, wie ich gelassener und gelöster bin. Fazit: Ausprobieren, spüren, lächeln!

Wenn du mehr über Pranayama wissen möchtest, lies dir unbedingt auch die Artikel zu Ujjayi-Pranayama und Kapalabhati durch.

Happy breathing,

Janna

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