„Jeden Tag zur gleichen Uhrzeit messen“. Steht so im Lehrbuch. Auweia. An diesem Punkt wäre ich beinahe gescheitert. Fast hätte ich nicht mit natürlicher Verhütung begonnen, denn ich habe einen recht unregelmäßigen Lebensstil: Durch meine Selbstständigkeit muss ich nicht zu einer bestimmten Uhrzeit irgendwo sein, sprich: mir nicht unbedingt einen Wecker stellen. In meinem Home-Office erwartet mich ja keiner, ich stehe dann auf, wann ich eben aufwache. Das kann um 7 Uhr sein (selten bis fast nie), oder erst um 10 (schon eher).

Diese Freiheit wollte ich mir natürlich nicht nehmen lassen.

Habe ich auch nicht. Heute – drei Jahre später – mache ich mir über das Messen zur gleichen Uhrzeit überhaupt keine Gedanken mehr. Weil es bei mir auch so funktioniert. Natürliche-Verhütungs-Anfängerinnen aber sollten dennoch ein Zeitfenster von +/- 1 Stunde einhalten, selbst am Wochenende. Weil sonst die Temperaturkurve zu sehr schwanken und nicht auswertbar sein könnte, Und das wäre doch kein besonders schöner und zugleich demotivierender Einstieg in natürliche Verhütung.

Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus ist aber definitiv kein absolutes Ausschlusskriterium.

Ich bin selbst das beste Beispiel. Etwas anders sieht die Sache unter Umständen bei Schichtdiensten aus. Um einen Zyklus erfolgreich auswerten zu können, werden nämlich mindestens neun Temperaturwerte benötigt. Fehlt einer dazwischen, verschiebt sich die erfolgreiche Auswertung und Eure unfruchtbare Zeit entsprechend nach hinten.

Daneben gibt es sogenannte Störfaktoren, die es zu beachten gibt.

Als solche werden (zu viel) Alkohol, eine Erkrankung, bestimmte Medikamente, zu wenig oder zu viel Schlaf, Stress oder Kummer bezeichnet. Diese Faktoren können (müssen aber nicht) die Aufwachtemperatur beeinflussen und dazu führen, dass fälschlicherweise ein Temperaturanstieg suggeriert wird – nach dem wir bei natürlicher Verhütung ja Ausschau halten. Denn unsere Körpertemperatur steigt nach dem Eisprung um 0,2 bis 0,5 Grad an, und ab da können wir uns das Verhüten sparen.

Wäre nur ziemlich doof, wenn wir den Eisprung mit Fieber oder ähnlichem verwechseln würden.

Doch auch dafür haben sich die Entwickler der symptothermalen Methode etwas einfallen lassen: „Gestörte“ Temperaturwerte werden einfach ausgeklammert und nicht in die Auswertung einbezogen. Alkohol ist natürlich weiterhin erlaubt. Wenn man jedoch morgens (oder mittags) total verkatert aufwacht, ist also Ausklammern angesagt. Jede Frau findet nach und nach heraus, welche Faktoren ihre persönliche Aufwachtemperatur stören, das kann nicht pauschalisiert werden, und ist so unterschiedlich wie wir Frauen es auch sind.

Eines von vielen Vorurteilen gegenüber natürlicher Verhütung ist, dass sie viel Aufwand und Disziplin erfordert, sie nicht in einen ohnehin schon vollen Terminkalender passt. Viele Frauen fangen daher erst gar nicht damit an, ihren Zyklus genau unter die Lupe zu nehmen. Anfangs kommt einem die Methode sicherlich ein wenig aufwendig vor – es ist ja auch alles ganz neu und ungewöhnlich. Aber schon nach zwei, drei Zyklen hat Frau den Dreh raus und denkt gar nicht weiter darüber nach, erledigt sie locker flockig nebenbei und völlig automatisch.

Es ist ein bisschen so wie Zahnseide benutzen.

Als ich anfing, meine Zähne damit zu reinigen, musste ich mich täglich angestrengt daran erinnern. Heute gehört das zu meiner Routine. Genauso selbstverständlich greife ich morgens zu meinem Thermometer. Und hey, drei Minuten länger im Bett liegen zu können ist nun wirklich nicht das Schlechteste. Ich nutze die Zeit sogar sinnvoll, um Nachrichten zu lesen oder erste Mails zu checken. Mittlerweile messe ich außerdem nur noch an meinen potenziell fruchtbaren Tagen, also etwa 10 bis 12 mal im Monat. Tools wie App und Verhütungscomputer, wie zum Bespiel der Cyclotest myWay (mit dem Code FUCKLUCKYGOHAPPY bekommst du 25 Euro Rabatt), übernehmen dann die Auswertung für mich.

Einfacher kann natürliche Verhütung wirklich nicht sein.

Was Frauen jedoch ausnahmslos mitbringen müssen ist Offenheit gegenüber der Methode, Interesse an den Vorgängen in ihrem Körper, und: ein wenig Geduld. Geduld mit sich selbst, bis sie natürliche Verhütung sicher beherrschen. Doch, glaubt mir: Das Warten lohnt sich!

Alles Liebe,
Maggie

P.S. Hat es Dich gepackt und Du willst lernen, natürlich zu verhüten? Dann schau auf meiner Website We Are The Ladies vorbei.

Das könnte dich auch interessieren: