Ich gestehe: Besonders viel Erfahrung habe ich nicht mit Online-Yoga. In Berlin habe ich so viele tolle Studios in direkter Nähe, dass ich Yoga-mäßig bestens versorgt bin. Wenn ich zuhause die Matte ausrolle, übe ich meistens Klassen, die ich sonst unterrichte. Aber im Urlaub, wenn ich beginne mich selbst zu langweilen, schmeiße ich super gerne eine Online Yoga Klasse an und lasse mich von jemand anderem durch die Asanas leiten.

So sehr ich meine Self-Practice liebe, zwei Probleme tauchen immer wieder auf: Aufschieberitis und spontane Abbrüche.

Das geht dann so: „Erst noch Kaffee trinken, dann übe ich…“ Oder: „Nur noch kurz Mails checken, dann geht’s los…“ und schwupps heißt es: „Ach egal, ich übe heute Abend!“. Nicht selten kommt dann ein Essen mit Freunden oder eine laue Sommernacht mit Radler auf dem Balkon dazwischen. Noch schlimmer ist es, wenn ich die halbe Klasse geübt habe und plötzlich faul werde. Dann denke ich „Ach, fuck it!“, stehe einfach auf, rolle die Matte zusammen und gehe. Because I can!

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Wer hätte gedacht, dass ein Online-Yoga-Studio mir bei der Lösung dieser beiden Probleme helfen könnte?

Ich nicht. Doch tatsächlich: yogaia.de hat im Gegensatz zu anderen Online-Yoga-Plattformen Live-Klassen. Wie im normalen Studio gibt es einen Stundenplan, nach dem die Lehrer feste Klassen zu festen Zeiten unterrichten. Die Aufschieberitis hatte sich somit erledigt. Das Problem der spontanen Abbrüche ebenso, denn yogaia.de hat ein ziemlich cooles Feature:

Nicht nur du siehst den Yogalehrer, der Yogalehrer sieht auch dich!

Im yogaia-Studio gibt es einen fetten Screen, über den der Lehrer die Klasse im Blick hat und den Schülern Hinweise geben kann. Das wollte ich unbedingt ausprobieren und erbat einen Test-Code. Doch bevor ich schon alles verrate: Wenn du yogaia.de auch 1 Monat kostenlos und mit Kamerafunktion ausprobieren möchtest, dann folge diesem Link, melde dich an und gib den Code FUCKLUCKYGOHAPPY ein. Das Abo endet automatisch.

Yoga, live und online: yogaia.de im Fuck Lucky Go Happy Studio-Test

Wie groß auf Facebook und Instagram angekündigt, rollte ich am Donnerstag Abend um 19.30 Uhr in Süditalien die Matte aus, um eine Yogaklasse mit meiner Freundin Dana aus Berlin zu üben. Energetic Flow, Level 2-3 im Jivamukti Stil.

Die ersten Fragen tauchen auf: Wie platziere ich den Rechner? Ich finde einen kleinen Hocker, auf dem ich den Rechner abstelle. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Zum Glück funktioniert die Menü-Führung einfach und intuitiv, trotzdem vergesse ich den letzten wichtigen Klick und komme zu spät zum Yoga. Naja, wenigstens störe ich die anderen Schüler nicht.

Dana sitzt bereits auf ihrer Matte und spricht über das Thema der Klasse: Selbstbewusstsein. Finde ich gut. Kaum habe ich mich auf meiner Matte niedergelassen, sagt Dana: „Hallo Rebecca, schön das du da bist!“ Ich sage „Hallo und sorry!“ zurück, aber natürlich kann Dana mich nicht hören. Krass, ein bisschen wie Big Brother hier.

Wir beginnen mit Kapalabhati, einer energetisierenden Atemübung. Dann geht es los mit einem kurzen, knackigen Warm Up. Ich bin fasziniert davon, wie Dana gleichzeitig redet, selbst alles vormacht und trotzdem den großen Bildschirm mit ihren Schülern und Schülerinnen im Blick behält. Danach Sonnengrüße. „Hach, das ist ja wie zuhause im Studio“, denke ich und fließe durch die Bewegungen.

Plötzlich merke ich, dass in den stehenden Haltungen stark aus dem Bild rage. Beim nächsten Mal muss ich unbedingt die Kamera anders platzieren. Am besten von der Seite und ein bisschen weiter weg, so dass man den ganzen Körper sehen kann. Da holt mich schon Danas Stimme aus dem Gedanken und zurück auf die Matte: „Rebecca, streck dein Bein mehr!“ Pfffft, denke ich, das liegt nur an der komischen Perspektive. Ich kann nicht mehr strecken. Trotzdem strecke ich mein Bein bis es zittert. Sehr aufmerksam, Dana!

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Der Fokus der Klasse liegt auf Kraft und stehenden Haltungen. Passend dazu fragt eine Schülerin über die Chatfunktion, wie sie mit Wut beim Yoga umgehen soll. Klar, verstehe ich, wenn es anstrengend wird, werden auch die sanfteste Yogis mal wütend. Je nach Typ auf sich selbst oder die Lehrerin. Ich glaube, Dana sagt irgendetwas mit Konzentration auf den Atem, sich die Gedanken ansehen, ohne sich reinzusteigern. Recht hat sie.

Im Anschluss kommen Handstand-Jumps. Mit beiden Beinen gleichzeitig in den Handstand hopsen. Oder einfach nur hopsen. Ohne Handstand. Zweiteres ist meine Variante. Apropos Wut: Ich hasse dieses Gehopse. Jetzt wäre ein guter Moment, die Klasse abzubrechen, aber das geht nicht. Big teacher is watching me! Aus einer „normalen“ Klasse würde ich ja auch nicht einfach gehen, nur weil ich keine Hasenhüpfer mag. Nicht reinsteigern, einfach machen und bleiben.

Ich lächle nett in meine Kamera, wenn Dana mir einen klugen Alignment-Hinweis gibt. Ich bin heute Schülerin und gebe mich in ihre Hände. So geht alles ohnehin viel leichter. Kein innerer Kampf, einfach atmen und bewegen. Nach ein paar tiefen Rückbeugen sind wir schon fast fertig. Wahnsinn, das ging schnell. Waren das echt 45 Minuten? Noch eine lange Vorbeuge als letzte aktive Haltung für heute. Ich genieße es, die ganze Körperrückseite zu dehnen und die Energie wieder runterzufahren.

Schon ist die Klasse zu Ende. Dana lädt uns zur anschließenden Gute-Nacht-Yoga-Klasse für alle Level ein. Ich bin leider verabredet, sonst würde ich bleiben. So verabschiede ich mich von Dana, stelle den Timer auf 5 Minuten und gönne mir noch eine Runde Savasana. Om shanti!

Mein Fazit: Live-Online-Yoga als Anti-Schummel-Garant

Im Großen und Ganzen: Super Sache! Vor allem die Live-Komponente. Natürlich entscheidest du selbst, ob du die Kamera anschaltest oder nicht, aber ich kann es dir nur empfehlen. Deine Praxis wird dadurch feiner und intensiver. Denn jeder, der schon einmal Online-Yoga geübt hat, weiß, wie leicht es ist, sich durch die Asanas zu schummeln. Wenn dich der Lehrer sieht, wirst du sicher genauer und ausdauernder praktizieren.

Außerdem finde ich es schön, feste Termine für Yoga zu haben. Dann ist das Commitment höher und der Lehrer kann dich kennenlernen. Eine Situation, die übrigens nicht nur aus Schüler-Perspektive toll ist, sondern auch für Lehrer, der die Fortschritte der Schüler über die Zeit beobachten kann. Wenn du mal keine Zeit hast, kannst du die Klasse übrigens als Video einen Monat lang nachholen.

Die Ortsunabhängigkeit ist natürlich der Knaller. Dana bei mir in Italien. Ha! Ich glaube, yogaia.de ist vor allem für Menschen sinnvoll, die nicht eine so komfortable Studio-Situation um sich haben wie ich in Berlin-Kreuzberg. Oder Menschen, die viel unterwegs sind und trotzdem auf ihre regelmäßige Praxis nicht verzichten wollen.

Ich rate dir, Live-Online-Yoga mal auszuprobieren. Und wenn es nur für den Spaß ist. Mit unserem Code FUCKLUCKYGOHAPPY kannst du 1 Monat for free testen. Alle Klassen und so oft du möchtest.

Online yoga yogaia test

Wer unterrichtet was bei yogaia.de?

Ich kenne einige der Lehrer persönlich. Es ist nicht das übliche Promi-Aufgebot, wie bei Yoga-Plattformen aus den USA, aber Lehrer, die super ausgebildet und erfahren sind. Da ist zum Beispiel Mascha, meine Peaceyoga-Kollegin, die sensationelles Yin Yoga unterrichtet. Lina Alonso, die schöne Kolumbianerin, neben der ich schon so viele Klassen geübt habe. Oder Sacha Scott, die glaube ich jede Ausbildung dieser Welt gemacht hat.

Für Workshops, kleine Retreats und themenspezifische Reihen holt sich yogaia Profis dazu. Meine Wahnsinns-Medizinfrau Manuela für Yogatherapie. Oder meine liebe Freundin Sandra Winkens, die ich für eine der besten Yogalehrerinnen Berlins halte. Gemeinsam mit unserer Autorin und Ayurveda-Köchin Julia Wunderlich hostet sie eine Reihe über Yoga und Ayurveda. Oder Handstand-Ikone Lucie Beyer, die mit einem ausführlichen Handstand-Tutorial dabei war.

Außerdem gibt es Reihen zu bestimmten Themen. Anfängerkurse, Antistress-Yoga oder 7-Tage-Programme, die den Einstieg erleichtern. Gerade für Leute, die kein so großes Yoga-Angebot um sich rum haben, ist das eine spannende Sache. Den aktuellen Stundenplan findest du hier, einen Überblick über die Videos in der Mediathek hier.

Meine Tipps für ein besseres Live-Online-Yoga-Erlebnis

  • Sei 10 Minuten vor Klassenbeginn da, richte in Ruhe deinen Platz ein, stelle das Handy leise und mach Facebook und dein Mailprogramm zu. Jetzt ist Yoga-Zeit!
  • Positioniere den Rechner so, dass die Lehrerin dich von der Seite sehen kann und deine gesamte Matte im Bild ist. Am besten vorher ausprobieren
  • Habe Hilfsmittel parat: Eine Decke, vielleicht zwei gleich große dicke Bücher als Klotzersatz und für Profis einen Gurt oder einen festen Schal
  • Probiere verschiedene Lehrer aus! Ich kenne viele von ihnen aus Berlin und bin davon überzeugt, dass du jemanden findest, bei dem du gerne übst
  • Nutze die Chat-Funktion, wenn dir etwas unklar ist. So kannst du mit dem Lehrer direkt kommunizieren. Es gibt keine dummen Fragen

Last but not least: Probiere es einfach aus! Und erzähle mir davon in den Kommentaren. Ich bin gespannt, wie dir das Online üben gefällt!

Viel Freude damit,

Unterschrift XOXO Rebecca_pink

 

 

 

 

 

 

Bilder: Hendrik Thul

Wegen der vielen Nachfragen: Das „Üben“-Shirt ist von Hati Hati.