„2015 wird genauso heftig wie dieses Jahr“, sagte mein Freund Victor letztes Jahr kurz vor Silvester zu mir. Ich erinnere mich noch genau als ich ihm am Telefon von meinem Vorsatz erzählte, alles mal ruhiger anzugehen, viel zu chillen und weniger zu arbeiten. Sein Blick in die Kristallkugel hatte allerdings ergeben, dass im neuen Jahr andere Themen anstehen würden: 2015 sollte anstrengend und arbeitsreich werden, prophezeite Victor. Für uns alle. „Nein, krasser als das letzte Jahr kann es eigentlich nicht mehr werden. Zumindest nicht bei mir“, protestierte ich. Victor antwortete mit seiner entspannt-coolen Yoga-Art: „Naja, wir werden sehen“. Dann wünschte er mir einen guten Rutsch, legte auf und ließ mich mit einer unguten Vorahnung zurück.

Und natürlich: Victor sollte Recht behalten.

„Ende gut, alles gut: Ein Lehrstück namens 2014″. So lautete die Überschrift meines Jahresrückblicks 2014. Doch mal wieder kam alles anders. Schon am 1. Tag des vergangenen Jahres wusste ich: Nix Ende. Das Lehrstück hatte einen zweiten Teil. Dieser hieß „2015“ und „gut“ wäre das falsche Wort, um ihn zu beschreiben.

Mein 2015 war krass. Schmerzhaft. Intensiv. Voller Erfahrungen, die erst auf den zweiten Blick gut waren. 

Los ging meine Achterbahn 2015 am 1. Januar. Nach einer ziemlich in die Hose gegangenen Silvesternacht beendete ich meine gerade noch gerettet geglaubte Beziehung. Zwischendurch gab es Job- und Identitätskrisen, Familiendramen, Tote und wahnsinnig viel Arbeit. Den krönenden Abschluss des Jahres bildeten ein Rohrbruch in meiner Wohnung in Berlin und ein Kratzer in der Autotür eines Münchner Porsche-Fahrers an Heiligabend. Verursacht durch meinen Freund Andy. Von dem ich mich doch nicht getrennt habe, wie du siehst.

Kurz: Mein Leben hat sich in den letzten 12 Monaten angefühlt wie eine wilde Achterbahnfahrt. Nicht immer im positiven Sinne. Manche Erlebnisse haben mich umgehauen, manche monatelang beschäftigt und andere waren viel leichter als erwartet. Was ich aber im Großen und Ganzen sagen kann:

Jede einzelne meiner Erfahrungen 2015 hat mich ein Stückchen näher zu mir selbst gebracht. Und dafür bin ich sehr dankbar. 

Der Witz ist nämlich: Es sind meistens die schwierigen Zeiten, die uns weiterbringen. Manchmal braucht es erst einen Wirbelsturm, der vielleicht Zerstörung hinterlässt, so dass dann etwas Neues entstehen kann. Äußerlich hat sich an meinem Leben nicht so wahnsinnig viel geändert. Doch innerlich hat sich Vieles neu eingestellt. Ich habe in vielen Dingen Klarheit gewonnen, so dass meine Welt in einem anderen Licht erscheint.

Das möchte ich dir aus meinen Learnings 2015 fürs neue Jahr mitgeben:

Du bist gut genug!

Und zwar genauso wie du gerade bist. Jetzt in diesem Moment. Du brauchst nicht schneller, fleißiger, schöner, freundlicher, cooler oder reicher sein. Du bist liebenswert so wie du gerade bist. Ich weiß, wir alle kennen Selbstzweifel in den unterschiedlichsten Varianten. Sie haben immer damit zu tun, dass wir denken, irgendetwas mit uns wäre nicht okay. Wir bräuchten mehr von irgendetwas, um endlich irgendwo anzukommen. Die Crux ist nur: Dieser Gedanke wird dich nicht weiterbringen. Was passiert, wenn du da bist, wo scheinbar alles so gut ist?

Ich habe im letzten Jahr viel Zeit damit verbracht, mich darauf zu konzentrieren, was ich alles noch nicht habe. Mal ärgerte ich mich über meine noch nicht vorhandene Webseite, mal über das seit Urzeiten geplante Online-Produkt, mal über die noch nicht gemachte Ausbildung zur Schamanin. Alles, was da war, nahm ich als selbstverständlich: Gut gefüllte Yogaklassen, Franziska und meinen wunderbaren Blog, das Yoga Retreat, das innerhalb von zwei Tagen ausgebucht war, Knaller-Workshops, wunderbares Feedback von Lesern wie dir, tolle Freunde, etc.

Ich glaube, dass wir uns es ein wenig einfach machen, wenn wir sagen: „Entscheide dich einfach für Glück!“ So leicht ist das in meiner Erfahrung nicht. Aber ich halte es für eine gute Idee, darauf zu achten, welche Gedanken wir nähren. Nachdem ich monatelang einem Bild von mir hinterher gehechelt war, das ich aktuell aus verschiedenen Gründen nicht erfüllen konnte, wurde mir plötzlich klar: Das bringt nichts. Erst als es mir gelang, mich zu entspannen, den Dingen ihre Zeit zu lassen und zu sehen, wie viel Schönheit es im meinem Leben schon gab, lösten sich viele meiner vermeintlichen Probleme in Luft auf.

Meistens hat es einen Grund, warum manches (noch) nicht funktioniert. Deine Seele hat möglicherweise einen anderen Plan, als es dein Kopf denkt. Deshalb ist mein Vorschlag:

Hör auf dein Gefühl!

Es ist der beste Wegweiser der Welt. Frag dich in jedem Moment: Was will mein Herz? Das bedeutet in der Realität, dass du Pläne umwerfen musst, Verabredungen absagen oder die Erwartungen anderer enttäuschen musst. Gleichzeitig öffnet ein „Nein!“ aber den Raum für neue Erfahrungen, die dich in besseren Kontakt mit dir selbst bringen. Immer, wenn du große Freude verspürst und das Gefühl hast, dass es „genauso stimmt“, bist du richtig.

Im letzten Jahr hat mir mein Körper recht eindeutige Signale gegeben, wenn ich mal wieder über meine Grenzen gegangen war. Yogaverletzungen, Regelschmerzen, Erschöpfung. Das war im Moment nervig und schwer zu akzeptieren. Doch es hat einen Prozess in Gang gebracht, der es mir ermöglicht hat, mich intensiv mit mir selbst auseinanderzusetzen und wirklich zu leben, was ich anderen gerne rate: Dein Körper und deine Seele sind schlauer als dein Kopf!

Nimm an, was das Universum dir gibt!

Dass all unsere (Zukunfts-)Pläne schneller von Ereignissen durchkreuzt werden als wir glauben, wurde mir dieses Jahr knallhart durch den plötzlichen Tod meines Stiefvaters vor Augen geführt. Ich hatte mir endlich zwei Wochen Me-Time freigeschaufelt, um mich um besagte Webseite, Retreat-Planung und Co. zu kümmern als ich einen Anruf erhielt, den ich nie vergessen werde. Anstatt mich also um Webseiten und Retreats zu kümmern, verbrachte ich viel Zeit in Zügen und Flugzeugen, plante mit meiner Familie die Beerdigung und heulte mir die Augen aus dem Kopf.

Das war weiß Gott nicht einfach, doch in all der Traurigkeit hatte dieses Ereignis auch etwas Gutes: Meine Wahrnehmung davon, worauf es im Leben ankommt, hat sich radikal verändert. Meine Karriere war es in diesem Moment nicht.

Beim Planen vergessen wir bisweilen, dass wir nicht alleine auf der Welt sind. Meine Mutter brachte es mit den Worten: „Der Mensch denkt und Gott lenkt!“ sehr treffend auf den Punkt. Die Kunst ist es, anzunehmen, was kommt. Plötzlich war es für mich wichtig, der Trauer um meinen Stiefvater Raum zu geben, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und von dort aus langsam in meine nächsten Schritte hineinzuwachsen.

Du bist nicht allein!

Interpretiere das weltlich oder spirituell. Ich glaube an beides. Das Gefühl mit einer Art höheren Macht verbunden zu sein, gibt mir sehr viel Kraft. Aber das Wissen, dass ich auch in der Welt zum Anfassen ein Netzwerk aus wunderbaren Menschen um mich habe, treibt mir fast die Tränen in die Augen. Selten habe ich so viel Unterstützung und Liebe entgegengebracht bekommen, wie im letzten Jahr. Von Andy, meinen engsten Freunden, meinen Geschwistern und meiner Familie. Nicht zuletzt von Arbeitskollegen, Bekannten oder Lesern und Leserinnen wie dir. Ich bin so dankbar, bei euch wunderbaren Menschen so gut aufgehoben zu sein und die ganze Bandbreite an Gefühlen teilen zu können. Ihr seid toll!

Mein Fazit zu diesem Jahr: So schlecht war’s gar nicht.

2015 hat mir viele Herausforderungen gebracht, an denen ich wachsen konnte. Das ist mir ganz gut gelungen. Und darauf bin ich wirklich stolz. Die Erfahrungen haben mich ein Stück weiter zu mir selbst gebracht und mir wurde mal wieder klar: Alles, aber auch wirklich alles, hat zwei Seiten.

Lasst uns deshalb darauf vertrauen, dass 2016 uns alles bringt, was für uns wichtig sein wird. Ende nächsten Jahres werden wir schlauer und um viele Erfahrungen reicher sein. Ich hoffe zwar, dass mein Karma-Päckchen für 2016 ein wenig leichter ist, als das für dieses Jahr, aber was soll’s? Wir werden es erfahren…

Zum Schluss verrate ich dir noch ein paar ganz konkrete Pläne, die natürlich jederzeit vom Leben durchkreuzt werden können. Doch ohne Ausblick mach so ein Rückblick keinen Spaß…

Mein Job-Masterplan 2016:

  • Endlich, endlich werde ich mehr Optionen mit mir offline zu arbeiten, anbieten: Yoga-Urlaub, mehr Einzel-Arbeit und Yoga-Zeremonien in Berlin, München, Hamburg und Italien
  • Davon werde ich dir auf meiner eigenen Webseite bzw. hier auf Fuck Lucky Go Happy berichten (Für die Zwischenzeit, melde dich für meinen Newsletter an)
  • Außerdem wird es ein Online-Produkt geben, damit ich noch ortsunabhängiger arbeiten kann als ich es aktuell schon mache. Zur Zeit arbeite ich an einer 3-Wochen-Programm zum Thema „Spiritual Home Practice“. Sei gespannt…
  • Eine weitere Yoga & Healing Ausbildung. Welche genau verrate ich, wenn es soweit ist
  • Und natürlich: Fuck Lucky Go Happy weiterentwickeln und noch besser machen

Und privat…?

Da das Privatleben sich noch schlechter voraussagen lässt, als der Job, spare ich mir die großen Pläne. Ich wünsche mir ganz bescheiden eine Pause vom ewigen Auf und Ab, damit ich ein wenig Kraft tanken kann. Momente, in denen ich Freude spüre und weiterhin viele liebe Menschen um mich herum. Auf den Rest bin ich dann einfach mal gespannt.

In diesem Sinne: Auf ein grandioses Jahr 2016! Feiert wild und leuchtet wie die Raketen.

Love, Peace and Fireworks

Unterschrift XOXO Rebecca_pink