Gehörst du auch zu den Menschen die nur ungern schnell zur Chemiekeule greifen? Seit mich Ayurveda begleitet, bin ich eigentlich nur noch selten krank. Der Winter hat trotzdem so seine Tücken, und gerade wenn wir uns mit unseren Kräften etwas übernommen haben, fangen wir uns schnell einen Infekt ein. Eigentlich ist die Prävention die große Stärke des Ayurveda Systems: Durch jeweils individuelle Maßnahmen zeigt sie uns wie wir bei wechselnden Bedingungen im Außen die Balance im Körper halten. Im Winter steht noch mehr als sonst unser Agni, das Verdauungsfeuer, im Fokus, denn in der kalten Zeit brauchen wir unser inneres Feuer mehr denn je. Agni hilft unserem Immunsystem: wir brauchen es, um Ordnung und Klarheit im Körper zu halten. Aber wie sieht es wenn die Nase schon läuft? Ayurveda kennt auch einfache Hausmittelchen aus dem Gewürzregal, mit denen du dem Körper in der akuten Phase helfen kannst.

Vata, Pitta und Kapha im Schneesturm des Winters

Es gibt einige allgemeine Tipps die Kapha-dominante Zeit des Winters gut zu überstehen. Da sich die Doshas aber unterscheiden und die Erkältung unterschiedlicher Natur sein kann findest du hier einige Tricks  für die einzelnen Dosha-Typen, die bei kleineren Winter-Wehwehchen helfen.

Lesetipp: So findest du erste Orientierung, welcher ayurvedische Typ du bist

Vata-Typen im Winter

Erkältungen kommen bei Vata-Typen regelmäßig mit trockenem Husten und dünnflüssigem Schnupfen, während Fieber seltener vorkommt. Vatas neigen zu einer trockenen und rissigen Haut, die viel Pflege fordert.

Ayurveda Self Care: Gegen trockene Haut hilft Eladi Thailam. Dieses Öl mit Kardamom und weiteren Kräutern wirkt anregend, pflegend und klärend. Um Agni in Schach zu halten eignen sich Asafoetida, Ajowan, Kreuzkümmel, Senfsamen, schwarzer Pfeffer oder Ingwer. Nährend wirken schwarze Linsen, vor allem aber Sesamöl und Ghee, die zusätzlich von Innen gegen Trockenheit wirken.

Besonders gut für das anfällige Immunsystem ist eine ayurvedische Safran-Mandelmilch. Bei trockenem Husten empfiehlt sich etwas gerösteter Ajowan mit einer Prise Salz gekaut oder roh kauen und etwas warmes Wasser dazu trinken.

Vermeiden sollten Vata-Typen alles, was einen unregelmäßigen und hektischen Lebensstil fördert. Besonders im Winter sind regelmäßige, warme Mahlzeiten und warme Getränke wichtig.

Pitta-Typen im Winter

Generell neigen Pittas eher zu entzündlichen Erkrankungen, und hat es sie erwischt, handelt es sich meistens um Infekte mit Fieber.

Ayurveda Self care: Für Pitta-Menschen sind eine vegetarische Ernährung und milde Gewürze wie Kurkuma, Koriander, Kardamom, etwas frischer Ingwer und schwarzer Pfeffer gut. Frische Salate und Obst werden eigentlich gut vertragen, sollten im Winter aber trotzdem seltener auf dem Speiseplan stehen, vor allem Abends. Nachtschattengewächse, scharfe Gewürze und frittierte Speisen können Entzündungen fördern und sind für Pittas nicht geeignet. Super eignet sich aber die goldene Milch, die durch den Kurkuma entzündungshemmende Eigenschaften hat.

Kapha-Typen im Winter

Obwohl Kaphas generell ein starkes Immunsystem haben, neigen sie durch die schleimigen Eigenschaften des Doshas besonders häufig zu Erkältungen mit einer vermehrten Bildung von zähem Schleim in den Bronchien und Nasennebenhöhlen, sowie feuchtem Husten.

Ayurveda Self Care: Gesund bleiben Kapha-Menschen im Winter durch alles, was erhitzt, z. B. heiße, gut gewürzte Suppen, heißes Ingwerwasser und schweißtreibender Sport. Agni muss gestärkt werden und richtig brennen, damit es nicht ausgeht durch die feuchten und kühlen Eigenschaften des Kapha. Die Ayurveda Apotheke hält für erhöhtes Kapha vor allem Trikatu (Gewürzmischung aus Ingwer, Pippali und schwarzem Pfeffer) bereit. Auch Honig ist aufgrund seiner heißen und herben Wirkung ein ideales Kapha-Mittel. Trikatu (1/4 TL) kann bei Erkältung mit Honig zusammen eingenommen werden.

Vermeiden sollten Kapha-Typen besonders im Winter Milchprodukte, da sie schleimbildend wirken. Obst und Gemüse sollten nicht roh, sondern gedünstet gegessen werden.

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Die Erkältung ist im Anmarsch und du bist nicht sicher welcher Typ du bist?

Wenn du merkst, dass sich eventuell gerade etwas anbahnt, ist es gut gleich dagegen zu steuern. Egal welches Dosha du bist, helfen die folgenden 3 Tipps den Körper zu unterstützen:

1. Kurzes Fasten: Unser Körper sagt es uns meist mit Appetitlosigkeit, dass unser Agni niedrig ist und gerade genug mit dem Infekt zu tun hat, als auch noch Nahrung zu verbrennen. Meistens bekommen wir jedoch sofort zu hören: Du musst was essen. Hör auf deinen Appetit und trinke erst einmal nur ausreichend, oder esse leichte und kleine Portionen, so dass der Körper nicht überlastet wird.

2. Tulsi, das heilige Basilkum: Tulsi ist in Indien hoch geschätzt aufgrund seiner heilsamen Wirkung auf den Atemtrakt. Ein Tee ist schnell zubereitet aus 2 TL Tulsibättern (wer mag +1/2 TL Kurkuma und 1 TL Ingwer). Das ganze mit heißem Wasser übergießen, abgedeckt ziehen lassen und warm trinken.

3. Ingwertee mit Zitrone und Honig: Der Ingwer wird in einem Topf mit Wasser aufgekocht, bis das Wasser um mindestens die Hälfte reduziert ist. Ganz wichtig: den Honig niemals über 40°C zu erhitzen, da er sonst laut Ayurveda verklebend wirkt. Daher den Honig und auch die Zitrone erst zugeben wenn der Ingwertee unter diese Temperatur abgekühlt ist.

Diese Tipps unterstützen deinen Körper, sie sind aber keine Wundermittel. Erkältungen können ein Signal sein und uns zeigen wo wir aktuell mit unseren Kräften stehen. Sie geben uns die Möglichkeit inne zu halten und zu akzeptieren, dass der Körper gerade Ruhe braucht. Ziel sollte es also nicht sein möglichst schnell wieder zurück ins Hamsterrad zu kommen, sondern dem Körper zu zeigen, dass wir uns um ihn kümmern.

Bleib gesund und komm gut im Neuen Jahr an,

deine Dania

Disclaimer
: Dieser Artikel dient einzig und allein dazu, Informationen über Ayurveda bereitzustellen. Die Informationen sind nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Krankheiten gedacht. Bei akuten oder chronischen Gesundheitsbeschwerden wende dich bitte an deinen Arzt oder Heilpraktiker. Konsultiere deinen Arzt bevor du Kräuter, Gewürze oder ätherische Öle in der Schwangerschaft oder Stillzeit verwendest.

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