Alles fing damit an, dass wir bei einem Stück Kuchen (!) über verschiedene Detox-Programme gesprochen haben. Weil Uli ihr erstes Heilfasten schon seit Jahren vor sich her schiebt, Rebecca nach einem Monat Gelato und Pasta im Urlaub abspecken will und Jule schon immer wissen wollte, was Saftkuren wirklich können, ziehen wir es gemeinsam durch. Jede von uns absolviert eine Woche lang ein anderes Detox-Programm: Am 26.10.2017 geht es los.

Uli: Buchinger-Heilfasten. Darf’s noch etwas Brühe sein?

Ich bin kein Mensch der Extreme. Ich habe Normalgewicht, bin mittelmäßig stark, mittelmäßig fit und mittelmäßig konsequent darin, mich gesund zu ernähren. Aber diese Woche wird anders. Diese Woche wird gar nichts gegessen. Denn ich will das einfach mindestens einmal ausprobiert haben.

Das klassische Buchinger-Heilfasten geht so: Man entlastet den eigenen Körper zunächst ein paar Tage lang mit Schonkost (und zu meinem Leidwesen ohne Kaffee!), dann wird mit Glaubersalz abgeführt. Was folgt, ist eine Woche Tee, Brühe und Saft, bis man dann langsam wieder mit einem Apfel und einem Löffel Reis pro Tag aufbaut. Entschlackung für die Verdauungsorgane und Komplett-Reset für den Stoffwechsel. Abnehmen ist wahrscheinlich auch inbegriffen, für mich gerade aber kein wirklicher Faktor.

Meine Fragen: Was unternimmt man mit Freund*innen, wenn Essen tabu ist? Wird mich das Fasten vielleicht mal zwingen, zur Ruhe zu kommen und stillzuhalten?

Meine Hoffnung: Ab dem vierten Tag auch dieses Detox-High zu kriegen, von dem alle meine Freundinnen reden, die schon einmal geheilfastet haben. Außerdem, auch in Zukunft nicht mehr einfach aus Langeweile zu essen, wie ich es durchaus manchmal tue.

Rebecca: Der Anti-Detox. Oder: Ich mache Diät

Auch wenn wir so oft beteuern, dass es ganz andere Beweggründe hat. Ich behaupte: Bei den meisten Detox-Unterfangen geht es ums Abnehmen. Darum, gesünder, dünner und ein bisschen strahlender zu werden.

Natürlich spreche ich aus Erfahrung. Beim Juice Cleanse war ich begeistert davon, wie effektiv ich durch all den Zucker arbeiten konnte und trotzdem abnahm. Während des Buchinger Fastens bestaunte ich vor allem meinen unheimlich flachen Bauch und die dahinschmelzenden Oberschenkel. Und auch beim Basenfasten purzelten ziemlich schnell die Kilos.

All diese Kuren haben mir sehr gut getan – ich fühlte mich hinterher klarer und leichter. Es gab ihn also wirklich, den Fasteneffekt jenseits des Dünnerwerdens. Doch ich glaube: Wer ernsthaft fasten will, kann das nicht einfach in den Alltag reinschieben. Und aktuell habe ich nicht die Muße für Fastenwandern im Allgäu.

Abnehmen will ich trotzdem. In den letzten Monaten habe ich das Leben eher im Überfluss genossen, ein bisschen zuviel Bier getrunken, Pizza gefuttert und Süßigkeiten schnabuliert. Jetzt sitzt der Sommer-Speck auf meinen Rippen und stört mich. Der Plan: Drei, vier Kilo sollen schmelzen. Ganz klassisch mit einer Diät, die auch Diät genannt werden darf. Das heißt: Ich habe mir aus ganze verschiedenen Ansätzen, Elemente herausgepickt und mir ein ganz interessantes Abnehm-Programm gebaut. Details folgen.

Mein Problem: Ich vergesse gelegentlich, dass ich Diät mache und esse aus Versehen einen Keks.

Meine Hoffnung: Dass Jule und Uli mir den Keks rechtzeitig entreißen. Außerdem möchte ich ein Zeichen setzen, dass man den Wunsch abzunehmen nicht mit Detox tarnen sollte. So giftig sind wir Yogis gar nicht.

Jule: Juice Cleanse – hippe Enthaltsamkeit

Sieben Tage lang nur Saft. Allein bei dem Gedanken schwanke ich zwischen großer Neugier und einem mulmigen Gefühl. Ich liebäugle schon lange mit einem Juice Cleanse. Aber irgendwie hatte ich bisher so viel Respekt davor, sieben Tage lang komplett auf feste Nahrung zu verzichten, dass ich es nicht gemacht habe. Umso mehr habe ich mich über die Gelegenheit gefreut, mit zwei Gleichgesinnten eine Fastenanfängerin, eine -profi  der Nahrungszufuhr zu entsagen.

Ich glaube, dass so ein Saftfasten auch eine spirituelle Erfahrung sein kann. Viele Muster, die sich in uns eingebrannt haben, hängen schließlich mit dem Thema Essen zusammen. Wie fühlt es sich an, wenn man mit diesen kleinen neurotischen Zwängen des Alltags ungebremst konfrontiert wird?

Meine Neugier: Wie oft werden meine Gedanken ums Essen kreisen? Löst sich das Gedankenkarussell in beeindruckende Klarheit auf? Wie fühlt sich Yoga ohne Nahrungszufuhr an? Kann ich noch klar denken, wenn ich nur Saft trinke? Oder umso klarer?

Meine Hoffnung: Das Fasten-High hätte ich auch gern. Lieber früher als später. Den gedanklichen sowie konkreten Raum, der sonst mit Nahrungsbeschaffung und deren Verarbeitung gefüllt wird, würde ich gern mit neuen kreativen Ideen bepflanzen.

Morgen geht es los!

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Bis dahin iss einen Löffel Suppe für uns mit!

Alles Liebe,

Jule, Rebecca und Uli

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Fotos: © Lydia Hersberger