Wie startest du in deinen Tag?

Schläfst du morgens bis zum Limit? Drückst deinen Wecker eine Stunde lang auf Snooze? Springst dann unter Dusche, schnell noch einen Kaffee und dann schnell los, ab in den Tag? Rechner an, das erste Meeting, Stress mit dem Kunden, mittags schnell etwas essen, abends dann noch zum Yoga und zu Hause angekommen, wartet der Freund oder die Freundin, wenn nicht physisch anwesend, dann am Telefon?

Wenn dein Tagesablauf ungefähr so aussieht, herzlich willkommen im Club der Opfer.

Ich selbst habe jahrelang so gelebt, habe mich von einer Job- und Lebenskrise in die nächste geschleppt und mich oft gefragt, was eigentlich der Sinn an dieser Hamsterrad-Tretmühle ist. Bis ich beschlossen habe, die Kontrolle über mein Leben zurückzugewinnen und mich nicht länger vom Alltag und vom Außen aussaugen zu lassen.

Es fing mit regelmäßigen morgendlichen Meditationsübungen an, mit denen ich Klarheit und Ruhe in meinem Kopf schaffen wollte. Daraus entwickelte sich eine sogenannte Morgenroutine, die mein Leben verändert hat. Heute entscheide ich bewusst darüber, wie mein Tag für mich verläuft, unabhängig davon, was tatsächlich passieren wird.

Was ist eine Morgenroutine?

Wie der Name schon sagt, ist es ein sich täglich wiederholender Ablauf deines Morgens mit der Besonderheit, dass du dir dieses Ablaufes bewusst bist und ihn deshalb so gestaltest, dass er dir gut tut und dich positiv auf den Tag einstimmt.

Warum ist eine Morgenroutine so wichtig?

Wir Menschen sind nicht ohne Grund Gewohnheitstiere. Routinen geben uns Sicherheit und setzten den Rahmen für unser Handeln. Wenn deine Routine darauf ausgerichtet ist, dass du dir etwas Gutes tust und für dich sorgst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser Rahmen deinen Tag begleitet.

Und rate mal, was dann passiert?

Deine positiven Vibes finden überall da draußen Resonanzkörper. Es wird dir also auch gute Energie zurückgegeben und so lädst du dich mehr und mehr mit Good Vibes auf. Und für die ganzen Miesepeters und –petras wirst du Mitgefühl entwickeln. Warum? Weil du selbst keine Resonanzfläche mehr für ihre negativen Schwingen bietest. Du bist raus aus dem Spiel und kannst es von außen betrachten.

Wie finde ich meine persönliche Morgenroutine?

Im Internet findet man mit ein bisschen Recherche einige Artikel über die Morgenroutinen erfolgreicher, bekannter Menschen. Es gibt sogar ein Buch darüber „What the most succesful people do before breakfast“.

Ich fand diese Routinen teilweise gruselig, weil sie sehr angestrengt wirken. Statt also von anderen abzuschauen, frag dich selbst, was du brauchst.

Mir hat dabei das Buch „Miracle Morning“ von Hal Elrod die Augen geöffnet. Der Autor beschreibt darin, wie sehr seine eigene Morgenroutine seinem Leben und seinem Erfolg geholfen haben. Er gibt viele Anregungen ohne dir dabei eine feste Morgenroutine zu diktieren.

Das Buch hat meiner Morgenroutine noch mal einen richtigen Kick gegeben. Die Art wie Elrod schreibt und von seinem eigenen Leben berichtet ist so motivierend, dass du gar nicht mehr anders kannst, als deinen Morgen mit einem Ritual zu beginnen.

Die wichtigste Regel bei meiner Morgenroutine ist, dass sie motivierend, machbar und nützlich ist. Vielleicht gibt es gerade ein wichtiges Lebensthema, dass deine Aufmerksamkeit sucht. Dann könntest du dir morgens ein Zeitfenster dafür einräumen, indem zu zum Beispiel eine heilende Meditation oder Yoga übst, oder deine Gedanken und Fragen zu dem Thema aufschreibst. Vielleicht interessierst du dich auch gerade besonders für etwas und willst alles darüber erfahren. Dann kannst du dir eine Lesezeit dafür gönnen.

Einige grundlegende Empfehlungen für deine Morgenroutine:

  • Lass Radio und Fernseher aus. Das lenkt deine Aufmerksamkeit nach außen ab. Deine Morgenroutine ist schließlich für dein Innenleben gedacht.
  • Putz dir als erstes die Zähne. Der Körper befreit sich über Nacht von Giften, die er über den Mund abtransportiert. Wenn du gleich morgens zum Kaffeepott greifst, spülst du das Gift direkt wieder in den Körper.
  • Trink ein volles Glas Wasser, am besten lauwarm mit Zitrone. Nach 6 – 8 Stunden Schlaf dehydriert der Körper. Eine ordentliche Portion Wasser macht ihn wach und fit. Lauwarmes Wasser mit Zitrone ist deshalb besonders gut, weil beides die Verdauung anregt und deinen Körper so doppelt in Schwung bringt
  • Eine meditative Praxis sollte unbedingt Teil deiner Routine sein, denn schließlich willst du dein Bewusstsein schärfen und dir ein inneres Reich schaffen, dass dich durch den Tag trägt.
  • Ich liebe es, mit Visualisierungen zu arbeiten. Anleitung und Tipps dazu findest du in dem Buch „Miracle Morning“ von Hal Elrod

Wie viel Zeit sollte ich mir nehmen?

Frag dich zunächst, wie viel Zeit du dir wert bist. Gibst du dir vielleicht nur eine halbe Stunde? Oder sind sogar zwei Stunden für dich drin? Ich selbst habe mich lange schwer mit einer ausgedehnten Morgenroutine getan. Der Glaubenssatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ war so tief in meinem Kopf verankert, dass ich immer ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich mir morgens Zeit für mich selbst genommen habe. Nur war ich leider oft sehr unproduktiv, obwohl ich doch morgens Punkt neun angefangen habe zu arbeiten.

Irgendwann habe ich den Kampf aufgegeben.

Ich dachte, dass ich unproduktiv bin, eh nichts schaffe und deshalb sowieso alles egal ist. Und dann geschah das Wunder. Ich fing intuitiv an, mir Zeit für mich zu nehmen und startete mit einer ganzen einfachen Meditation in meinen Tag: Hinsetzen, atmen und in mich hineinspüren. Das hat alles geändert.

Meine Morgenroutine

  1. Die größte Herausforderung ist es, mich nach dem dritten Wecker-Snooze aufzusetzten und ins Bad zu schlendern. Ein bisschen Snooze gönne ich mir jedoch immer, um von der Traumwelt in der Realität anzukommen.
  2. Zähneputzen und Wasser trinken
  3. Dann schreibe ich auf, was ich bisher am Morgen gedacht habe. Leider habe ich die akute Grübelkrankheit, so dass es meistens ein Thema ist, das in meinem Kopf rumspukt. Ich schreibe also auf, was es in mir denkt und mache mir so meine Glaubenssätze und negativen Gedankenschleifen bewusst. Durch diese Praxis gewinne ich Abstand zu den Gedanken und kann sie getrennt von meinem wahren Ich betrachten. Den Schreibtipp habe ich übrigens von der digitalen Nomadin Conni, die auch eine Morgenroutine praktiziert.
  4. 20 – 30 Minuten Meditation. Hier variiere ich viel, je nachdem, was ich gerade brauche. Zur Zeit übe ich diese Kundalini Meditation für mehr innere Ruhe
  5. Frühstück! Zur Zeit gibt es bei mir warmen Frühstücksbrei mit Himbeeren, Erdbeeren oder anderen Früchten. Für mich die perfekte Grundlage, wenn es draußen kühler wird.
  6. Gassi gehen und Kaffee trinken, mein Tageshighlight und gleichzeitig Belohnung für meine morgendliche Disziplin. Ich gehe mit meinem Hund in den Park, genieße die frische Luft, hole mir einen Cappuccino mit Sojamilch an dem kleinen Kaffeemobil, das dort steht und beschäftige mich mit meinem Hund.

Ich bin seither wesentlich inspirierter, fokussierter, produktiver, gelassener, angstfreier. Und glücklicher.

Falls du bereits eine Morgenroutine hast, freue ich mich über deine Tipps in den Kommentaren und natürlich über alle weiteren Meinungen. Und ansonsten empfehle ich dir wirklich dieses Buch! Es ist großartig, motivierend und hilft dir beim Start deiner Routine: „Miracle Morning“ von Hal Elrod

Spread the good vibes,

Deine Franziska

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