Es kommt nicht nur darauf an, was wir essen, sondern wie wir die einzelnen Bestandteile unserer Mahlzeiten miteinander kombinieren.

Gesund zu essen ist für viele Menschen ein wichtiges Thema, welche bei eingehender Beschäftigung damit eher in einer kompletten Verwirrung endet: Einige Studien zeigen dies, andere Experten sagen das, und immer sind einzelne Lebensmittel auf einmal wahre Wundermittel oder absolute Gesundheitsgefährder. Zurück bleibt das Gefühl am besten gar nichts mehr zu essen.

Soweit muss es aber nicht kommen. Zuerst müssen wir uns selbst von der Vorstellung heilen, dass ein einzelnes Lebensmittel unsere Gesundheit retten oder verderben könnte. Klar, was wir essen hat einen Effekt auf die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden. Was aber viel spannender ist als Lebensmittel auf ihren Nährstoff-Gehalt zu überprüfen, ist die Frage nach der Kombination einzelner Zutaten. Die Chemie sagen wir, muss stimmen zwischen zwei Personen, und genau so ist es auch mit Lebensmitteln. Mittlerweile gibt es auch in der Wissenschaft einige Beispiele dafür: fettlösliche Vitamine können nur mit Hilfe von Fett aufgenommen werden, genau wie für die Eisenaufnahme Vitamin C nötig ist.

Im Ayurveda gibt es darüber hinaus aber noch viel konkretere Beispiele aus denen sich neben den Ernährungsregeln eine ganze Kunst der Mahlzeitenkombination ergibt. Denn in den wenigsten Fällen stehen aus Sicht des Ayurveda hinter Nahrungsmittelunverträglichkeiten einzelne Nahrungsmittel, sondern vielmehr liegt die Wurzel in einer ungünstigen Kombination der Nahrungsmittel innerhalb einer Mahlzeit, welche das Verdauungsfeuer schwächt.

Viel hilft NICHT viel.

Jeder kann in einem Rezept Nahrung bunt zusammen würfeln. Das sieht schön aus und schmeckt meistens auch gut. Doch nur wenige können smart kombinieren. Wir brauchen kein Instagram-Food sondern nährendes Essen. Wir brauchen gut verdauliche, entlastende Nahrung in einer Welt in der unser Verdauungsfeuer oft schon genug mit dem „Verdauen“ von Eindrücken überlastet ist. Im ersten Schritt bedeutet dies vor allem auch ein Zurückkommen zur Einfachheit.

Aber welche Lebensmittel sind nun eigentlich gesund oder sollten wie kombiniert werden?

Im Ayurveda, ist „gesund“ immer abhängig von dem jeweiligen Körpertyp oder dem aktuellen Ungleichwicht im Körper. Jedem Nahrungsmittel wird eine Dominanz eines oder mehreren der sechs Geschmäcker (Rasa) zugeschrieben: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, zusammenziehend.

Jedes Nahrungsmittel hat gleichzeitig eine Energie (virya) die entweder kühlend oder erhitzend ist. Und zum Schluss gibt es noch einen Effekt (prabhava), der sich nicht unbedingt aus den ersten beiden erklären lässt, aber häufig für eine dem Nahrungsmittel spezifische Wirkung steht wie z.B. die positive Wirkung der Bittergurke bei Diabetes.

Was hat das jetzt mit der Kombination zu tun und ist das nicht viel zu komplex?

Eine gute Kombination ergibt sich, wenn ich Nahrung mit passender Energie kombiniere. Ein Negativbeispiel wäre die Kombination von (Zitrus)früchten mit Milch: Während die Früchte sauer und erhitzend sind, ist die Milch kühlend und süß. Es entstehen schlecht verdauliche Produkte, welche sich im Verdauungstrakt oder im Körper ablagern können und dann unserer Gesundheit schaden.

Ab und zu mal eine dieser Kombis zu essen ist nicht dramatisch, das schafft unsere Verdauung. Aber vor allem bei einem schwachen Verdauungsfeuer und dem täglichen Joghurt mit frischen Früchten können sie langfristig zu Allergien, Hautproblemen oder anderen Erkrankungen führen.

Aber keine Panik. Smart zu kombinieren ist zum Glück gar nicht so schwer. Probiere mal diese Tipps aus und schau, ob sie dir gut tun.

Food Combining: 5 simple Regeln für gute Kombinationen

  • Keine Pflanzenproteine mit tierischen Proteinen. Das heißt: Hülsenfrüchte, also Bohnen, Linsen und Co. nicht in Kombi mit Käse, Eiern, Fisch, Fleisch, Milchprodukten verzehren.
  • Eier nicht mit anderen tierischen Proteinen kombinieren. Auch tierisches Protein verträgt sich untereinander meist nicht. Proteine sind einfach nicht sehr gesellig.
  • Früchte am besten alleine essen. Mit Ausnahme einiger gekochter Kombinationen Früchte besser gar nicht mit anderen Nahrungsmitteln kombinieren. Wenn es doch Früchte zur Mahlzeit sein sollen, dann besser vor dem Essen – sie sind leichter verdaulich und können den Magen schnell passieren. Gemischt mit anderen Lebensmitteln verbleiben sie länger im Magen und gären und können so Blähungen verursachen.
  • Es gibt kaum ein Nahrungsmittel das so unverträglich mit anderer Nahrung ist wie die Milch. Milchliebhaber sollten sie nur warm mit Gewürzen trinken und immer abseits der Mahlzeiten. Einzige Ausnahme: die Kombination mit Datteln, Reis, Weizen (gilt nicht für Weizenbrot mit Hefe!).
  • Joghurt: Er mag keine anderen Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Nachtschattengewächse und vor allem keine heißen Getränke. Joghurt schließt die Körperkanäle und zusammen mit Reis gegessen ist er ein gutes Mittel gegen Durchfall.

Auch wenn das auf den ersten Blick wieder nach gut und schlecht klingt, so ist die Message eigentlich:

Es gibt keine schlechten Lebensmittel.

Natürlich ist es wichtig zu spüren, welche Nahrungsmittel deinem Typ und deiner aktuellen Gesundheit gut bekommen, aber mit der richtigen Kombination, Zubereitung und Würzung können wir Abwechslung und Liebe in unseren Speiseplan integrieren.

Sich mit dem Thema zu auseinander zu setzen, braucht am Anfang vielleicht ein bisschen Geduld und Übung, aber so ist mit allem, was wir neu lernen. Und was gibt es schöneres als die Kunst des Essens zu beherrschen, und wieder mehr Energie aus unserer Nahrung tatsächlich zu nutzen, statt mehr Energie für das Verdauen schwerer und ungünstiger Mahlzeiten aufzuwenden.

Love and Light,

Dania

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