Wie fühlt sich der Blick in deinen Terminkalender an?

Entspannt, weil da viel Luft ist für spontane Treffen und Erledigen der To Dos in deinem Tempo? Oder bekommst du Beklemmungen, weil deine Wochen schon bis Mitte September mit Events divers zugepflastert sind? Mit Wochenend-Verpflichtungen (Hochzeiten sind hoch im Kurs), Kunden-Meetings und Vor-Urlaubs-Erledigungen bis hin zu Dinner-Terminen mit Friends & Family.

Wenn du zur Sorte „viel Luft“ gehörst, gratuliere ich dir. Verrate uns bitte dein Geheimrezept.

Ich selbst gehöre (noch) zur anderen Spezies, was mich regelmäßig in eine große Zwickmühle bringt.

Auf der einen Seite beklage ich mich regelmäßig über den Mangel an unverplanter Zeit. Andererseits gibt es in meinem Google-Kalender kaum einen Tag, an dem kein buntes Feld auftaucht, das mich wahlweise zum Yoga unterrichten, in die Blogfabrik (unser Büro) oder zu einer anderen Verabredung schickt.

Völlig genervt von meiner eigenen Geschäftigkeit wurde ich unlängst zum heimlichen Sozial-Phobiker. Ich freute mich insgeheim, wenn andere Verabredungen absagten, ging nur noch zu Events, wenn es sich nicht vermeiden ließ und hing am liebsten zuhause auf der Couch rum. Trotzdem war mein Tag meistens knallvoll. Das brachte mich zum Nachdenken.

Ich musste lernen „Nein“ zu sagen.

Und zwar nicht: „Du sorry, ich habe gerade mega-viel zu tun, nächste Woche habe ich wieder mehr Luft!“ Die übliche „I’m so busy“-Ausrede mit der leisen Hoffnung, dass da wirklich weniger los wäre und dem stillen Wissen, dass auch die nächste Woche nicht viel an der Situation ändern würde. Ich musste lernen, Zeit realistisch einzuschätzen, auf meine Bedürfnisse zu hören und Grenzen zu setzen.

Megaschwierig.

Denn da war ja auch immer noch der Wunsch, alles unter einen Hut zu bringen: Viel Zeit mit meinen tollen Freunden verbringen, konzentriert arbeiten, mich zum Lunch verabreden, selbst Yogaklassen nehmen, unterrichten und vertreten, aufs Land fahren und dann natürlich noch Quality Time mit dem Liebsten verbringen.

Leider unmöglich.

Seit Neustem bin ich ehrlich zu mir selbst.

Mein gewohnter Hektik-Lifestyle passt gerade nicht. Ich kann gerade nicht für alle gleichzeitig da sein. Slow Motion tut mir gerade gut. Das heißt: Ich übe nein sagen. Blicke der FOMO (fear of missing out) straight ins Gesicht. Mit meinen Liebsten verabrede ich mich einfach spontan und sage offen, dass ich mich gerade nicht so zuplanen will.

Und siehe da: Seit ich zu meinem Bedürfnis nach Ruhe stehe, ist auch keiner mehr sauer, wenn ich keine Zeit habe. Eine sehr befreiende Erfahrung.

Deshalb ist das Montagsmantra heute eine Frage an dich selbst:

Wozu muss ich „Nein“ sagen?

Versuche deine Woche so zu gestalten, dass sie sich gut anfühlt. Das heißt nicht unbedingt, nichts zu tun. Es heißt aber, die eigenen Grenzen zu respektieren und nach den eigenen Bedürfnissen zu handeln.

Zum Schluss noch 3 Tipps für deine No-No-Woche

  1. Mach dir bewusst, dass es okay ist, wenn du „Nein!“ sagt. Kein Mensch will dich treffen, wenn es für dich eine Pflichtveranstaltung ist.
  2. Lass das „Nein!“ ruhig mal alleine stehen. Gerade Frauen neigen dazu, sich ständig zu rechtfertigen. Es bedarf nicht immer einer Erklärung.
  3. Gerade in Freundschaften und engen Beziehungen hilft diese Strategie: Kommuniziere deine Bedürfnisse offen. Wichtig dabei: Bleib bei dir. Deine Gefühle kann dir niemand vorwerfen und faule Ausreden stinken vom Weiten.

Hab eine gute Woche voller Dinge, die du gerne magst.

Alles Liebe
Deine Rebecca

Photo Credit: Greenmonster via Compfight cc // Bildausschnitt verkleinert, Original hier.