Während ich diese Zeilen schreibe, liege ich auf der Couch. Trotz 30 Grad habe ich Wollsocken an den Füßen und eine Decke um den Bauch gewickelt. Meine Ayurveda-Therapeutin meinte, das wäre für mich besser bei Regelschmerzen als eine Wärmflasche. Und tatsächlich: Die warmen Füßen wirken entspannend auf meinen Bauch.

Noch vor wenigen Monaten hätte ein Tag wie dieser anders ausgesehen: Beim ersten Ziehen im Bauch hätte ich eine starke Schmerztablette eingeworfen und wäre, wie mit Franziska vereinbart, ins Büro geradelt, zu Mittag hätte ich eine weitere Pille nachgelegt, die To Do List mit schlechter Laune abgearbeitet und mich über diese lästigen Bauchkrämpfe geärgert.

Kennst du das? Dein Körper meldet ganz dringend „Pause!“ und du tust alles, um wie gewohnt zu funktionieren?

Nicht nur Frauen-Bauchweh, auch Migräne, Erkältung, Rückenschmerzen oder chronische Erschöpfung sind Signale, die uns der Körper gerne schickt, wenn es eigentlich zu viel ist. Weil Schwäche nicht so gut in den Alltag mit wichtigen Jobs, vollen Terminkalendern oder Kinderbetreuung passt, sind die meisten von uns groß darin, diese Symptome zu ignorieren und mit Mittelchen divers wegzumachen.

Ich spielte dieses Spielchen so lange, bis mein Körper Alarm schrie: Die Tabletten gegen meine Regelscherzen halfen irgendwann nicht mehr richtig und verursachten Magenkrämpfe und Übelkeit. Auch eine leichte Yogaverletzung an der Oberschenkelrückseite ignorierte ich solange („Ich will aber üben! Ich liebe meine Yogapraxis, die will ich mir nicht nehmen lassen! Das kann doch nicht sein, ich Lusche! etc.“) bis nach dem Üben mein Bein so schmerzte, dass ich regelmäßig nach Hause humpelte.

Du wunderst dich über mein Verhalten? Ich auch. Ausgerechnet ich. Der Gesundheits-Junkie, der eigentlich genau weiß, was zu tun ist. Die Yogalehrerin, die andere ständig ermutigt, auf die Signale ihres Systems zu achten. Die Spiri-Tante, die ganz davon überzeugt ist, das unser Körper ein Spiegel unserer Seele ist. Genau die ist ein großer Sturbock und hatte mal gar keine Lust, sich von dem Körper die eigenen Pläne durchkreuzen zu lassen. Klappt halt nicht immer mit dem Walk the talk

Meine Freundin Christina von Retreat Berlin, eine ganz fantastische Heilerin, brachte in einem Satz mein ganzes Dilemma auf den Punkt. Sie sagte:

Dein Körper arbeitet für dich. Nicht gegen dich!

Und, fühlst du dich jetzt ertappt? Oder denkst du: „Ja, aber das kann doch nicht sein. Diese Schmerzen will ich nicht akzeptieren!“? Mir ging es lange so. Doch solange ich im Kampf gegen die Schmerzen war und sie einfach wegmachen wollte, passierte gar nichts. Im Gegenteil: Mein Körper ließ sich immer neue, stärkere Signale einfallen, bis ich endlich einhielt und ihm Aufmerksamkeit schenkte anstatt einfach darüber hinwegzurauschen. Deshalb lade ich dich ein, diese Woche zu nutzen, um in Kontakt mit deinem Körper zu gehen.

Dein Montagsmantra: Dein Körper arbeitet für dich. Nicht gegen dich.

Diesen Gedanken nicht nur zu denken, sondern endlich zu akzeptieren, war für mich ein echter Gamechanger. Um meine Yogapraxis anzupassen, suchte ich Rat bei sehr erfahrenen Yogalehrern, passte meine Praxis an und begann täglich ein paar Übungen in meine Morgenroutine einzubauen. Nach wenigen Tagen (!) wurde es besser. Wenn ich meine Tage bekomme, ziehe ich die Wollsocken an, lege mich auf die Couch und nehme nur die allernötigsten Termine wahr.

Frauenkörper

Denn die Wahrheit ist: Krankheiten und Schmerzen sind eine Chance.

Sie weißen dich auf Themen hin, die für dich relevant sein können. Sie zeigen dir, dass bestimmte Bereiche nicht in Harmonie und Balance sind und sie öffnen deinen Blick, für Dinge, die noch in deinem Unterbewusstsein schlummern. Damit geben sie dir die Möglichkeit, sie an die Oberfläche zu holen, zu benennen und aufzulösen. Wenn das gelingt, kann echte Heilung geschehen.

Meine Wehwehchen, die irgendwann Riesen-WehWehe wurden, haben mich gelehrt, auch mal Ruhe zu geben. Mir mehr Zeit für mich zu nehmen, auf meine Bedürfnisse zu achten und nicht immer nur die Wünsche von anderen zu erfüllen. Wenn du meine Montagsmantras seit Anfang des Jahres liest, kannst du sehen, dass das Zeit gebraucht hat. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe viel über mich und meinen Körper gelernt und bin meinen Schmerzen inzwischen sogar ein bisschen dankbar.

MUST READS: Meine Lesetipps zum Thema Heal yourself

Es gibt einige ganz tolle Bücher zum Thema. Diese Bücher musst du lesen, wenn du dich hier nur ein klein wenig wieder erkannt hast.

Neben den Buch-Empfehlungen habe ich noch ein paar praktische Tipps für dich.

So lernst du, die Signale deines Körpers zu deuten

1. Wo tut es weh? Leg oder setz dich hin, bringe die Hände an die schmerzende Stelle und atme. Stell dir vor, du atmest dorthin, wo du den Schmerzen sind auch wenn du rein anatomisch gesehen natürlich nicht ins Bein atmen kannst. Wenn du an die Stelle nicht hinkommst, bitte eine vertraute Person um Hilfe.

2. Was sagt das Körperteil? Oh wie habe ich das gehasst. Als Kind fragte mich meine Mutter immer im Anschluss an das Handauflegen immer „Na Rebecca, was sagt der Bauch?“. Das hatte meistens zur Folge, dass ich heulen musste. Daran erkennst du, wie unglaublich effektiv es ist, mit dem Körperteil zu sprechen. Unser Körper kennt die Lösung. Auch wenn das Gehirn diese am liebsten weit wegschieben möchte. Ist die Antwort immer wieder: „Nix!“, wiederhole die Übung einfach immer und immer wieder oder gehe zurück zu Schritt 1.

3. Du bist nicht allein! Wenn du alleine nicht weiterkommst, hol dir Hilfe. Verlass dich auch hier auf dein Gefühl. Gut ist, wenn du dich von einem Arzt, Heiler oder Therapeuten gesehen fühlst. Wenn bei dir das Gefühl: „Ja, genau, das ist gut!“ einsetzt, bist du richtig. Trau dich, deinem Gefühl zu vertrauen.

4. Nimm die Schmerzen an. Jetzt im Moment gehören sie zu dir. Gib den Kampf auf. Klar, eine Aspirin hilft bei Kater, aber wenn Schmerzen immer wieder auftauchen ist Symptombeseitigung auf Dauer nicht zielführend. Anstatt auf die „Scheißschmerzen“ zu schimpfen, versuch es mal mit etwas Selbstliebe: Was kannst du dir und deinen Schmerzen jetzt Gutes tun? Was könnte den Moment ein wenig angenehmer machen?

5. Entscheide dich für Heilung. Intentionen sind aus meiner Sicht ein Wunderwerkzeug. Insgeheim glaube ich, dass es nicht immer die Übungen, die Kräuter oder die Medizin war, die bei der Heilung geholfen hat, sondern der Entschluss, die Krankheit zu heilen. Ich sage meinem Körper immer wieder: Ja, ich höre dich. Was kann ich tun, damit du heil wirst? Die Antwort kommt dann meistens von ganz alleine.

Wichtig zum Schluss: In diesem Beitrag stecken meine ganz persönlichen Erfahrungen, die natürlich keine medizinische Diagnose bzw. einen Arztbesuch ersetzen. Ich hoffe aber, dass er dir auf deiner persönlichen Healing Journey weiterhilft.

Teile gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Happy Healing (& Monday)
Rebecca