Sonne und Mond spielen mit ihren Bahnen und den in uns und um uns herum hervorgerufenen zyklischen Veränderungen, eine tragende Rolle in der Ayurveda. Das heißt, sie wirken sich auch auf die Ernährungsempfehlungen und die saisonal orientierte Ayurveda-Küche aus.

Mitte Januar beginnt, mit dem indischen Erntedankfest Sankranti, die Phase der Sonnendominanz. Sie dauert bis Mitte Juli, dann wechselt die Monddominanz die Sonne ab.

Die Zeit der Sonnendominanz geht von Mitte Januar bis Mitte Juli und wird auch als Adana bezeichnet. Unter die Zeit von Adana fallen Spätwinter, Frühling und Sommer. Adana steht demnach nicht direkt für Wärme, eher für die aufnehmende, absorbierende Kraft der Sonne.

Je näher wir der Sonne der entgegen wandern, um so trockener und wärmer wird es. Dies wirkt sich auf die Natur, unsere Körperkräfte und – Säfte (Doshas) und auch auf unsere Ernährung aus.

Die Körperbedürfnisse im Spätwinter

In der Ayurveda wird der Winter in zwei verschiedene Phasen eingeteilt. Der Frühwinter, Hemanta, wird Mitte Januar von Shishira, dem Spätwinter abgelöst. In Shishira befinden wir uns, trotz der Kälte, schon wieder unter der zunehmenden Sonnendominanz, der Adana-Zeit.

Während wir im Hemanta vor allem erdende Speisen mit vorwiegend süßem Geschmack bevorzugen, ändern sich die Geschmäcker und die körpereigenen Bedürfnisse allmählich mit zunehmender Sonnenkraft.

Der süße Geschmack, den wir in der Vorweihnachtszeit so sehr lieben, wirkt stabilisierend, aufbauend, nährend und vermehrt die Körpergewebe, sprich: wir nehmen zu. Der herbe und scharfe Geschmack erhöhen Hitze, Leichtigkeit und Trockenheit im Körper. Sie wirken also der aufbauenden Süße entgegen.

Vielleicht hast du es an dir selbst auch schon gespürt, dass neben dem Hunger auf erdende Gemüse, dein Körper ganz klar Schärfe und Herbe einfordert.

Folge deiner Intuition! Doch es ist wichtig, die süßen Gemüse weiter in deinen Speiseplan zu integrieren, um Balance zu halten, Wintertraurigkeit zu mindern und deinen Körper von Infekten zu schützen.  Vor allem für windige Vata-Typen ist es elementar, durch den süßen Geschmack die Substanz zu erhalten.

Was jetzt besonders gut tut

Wir brauchen also weiterhin die aufbauende, nährende Qualität von süßen Nahrungsmitteln, können aber jetzt mit leichter Schärfe und Herbe schleimigen Erkältungen zum Winterende hin vorbeugen.

Zum Würzen und Schärfen sind jetzt Salz, Ingwer, Knoblauch, Pippali und schwarzer Pfeffer ideal. Chili sollte nur in Maßen genutzt werden, da dies zur Erschöpfung unserer Winterressourcen führen kann.

Im Shishira eignen sich hervorragend kräftige Linseneintöpfe und Kichererbsen-Curries, aufbauende Getreide, wie Basmatireis, Hafer und Dinkel, hin und wieder Hirse, deftige und erdende Suppen mit vorwiegend süßem Geschmack mit Kürbis, Yamswurzel, Süßkartoffel, Karotte.

Orange Gemüsesorten sind nicht nur nährend, sondern signalisieren Kopf und Herz Liebe und Geborgenheit. Spinat und Feldsalat bringen den den grünsuchenden Augen jetzt Zufriedenheit und stillen den Hunger nach Frische.

Unser im Spätwinter loderndes Verdauungsfeuer wärmt uns von innen und macht die Aufnahme von vitamin- und mineralienstoffhaltigen Kohl- und Hülsengerichten sehr gut möglich.

Damit unser Feuer weiter so gut für uns arbeitet, will es auch gut gefüttert werden. Diäten sind daher jetzt gar nicht sinnvoll.

Bewegung und Spaziergänge allgemein an schönen und seltenen Sonnentagen sind wichtig, um unsere Vitalität zu erhalten und unsere Seele mit den Herausforderungen des Winters zu versöhnen. Massagen mit erwärmenden Ölen, wie Sesamöl geben deinem Körper die Wärme, die er jetzt braucht. Und natürlich gutes, selbstgekochtes Essen. Hier kommt das Rezept für mein liebstes Spätwinter-Curry.

Rezept: Wärmendes Kichererbsen-Spinat-Curry

Die Kichererbsen sind in Kombination mit Kreuzkümmel und Knoblauch besser verdaulich. Solltest du eine Verdauungsschwäche haben und zu viel Luft im Bauch neigen, sollest du dieses Gericht nur mittags, nicht abends essen.

Du brauchst für 2 Portionen:

  • 1 EL Ghee (optional Kokosfett)
  • 250 g frischer Spinat
  • 1 Stange Porree
  • 220 g Kichererbsen (im Glas, Abtropfgewicht)
  • 1 Stück Ingwer, daumennagelgroß
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 1/2 TL Kreuzkümmel ganz
  • 1 Prise Kurkuma
  • 1/2 TL Kokosblütenzucker
  • 1 Prise Chili
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat
  • Zitrone
  • 100 ml Mandelsahne (z.B. von eco mil; optional Kokosmilch)
  • geröstete Sesamsaat

Zubereitung: 

Knoblauch und Ingwer schälen und hacken. Porree in Ringe schneiden und waschen. Abtropfen lassen. Kichererbsen aus dem Glas abgießen und gut waschen. Abtropfen lassen. Spinatwurzeln entfernen und Spinatblätter gut waschen. Abtropfen lassen.

Ghee in einem Wok oder in einer großen, geschichteten Pfanne erhitzen. Kreuzkümmel darin gold werden lassen. Dann Ingwer und Knoblauch mit anschwitzen. Kichererbsen und Lauch in das Fett geben. Kokosblütenzucker, Chili und Kurkuma darüber streuen. Bei geschlossenem Deckel 10 Minuten braten lassen. Hin und wieder rühren.

Den Spinat dazu geben. Den Spinat kurz dünsten lassen, dann Salz und Pfeffer dazu geben. Die Pfanne vom Feuer nehmen und die Mandelsahne unterrühren.

Mit Muskat und Zitronensaft abschmecken. Sesamkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten, darüber streuen. Fertig!

Dazu schmeckt Wildreis oder Basmatireis.

Bon Appetit!

Deine Julia

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