Ich habe einige Tage im Bett verbracht. Trotz Spätwinter-Essen und Ingwerwasser hat ein hinterlistiger Schulvirus erst meinen Sohn geplättet. Und dann mich. So hatten wir viel Zeit für wunderbare Kinderfilme und Energie-Essen, welches uns beide mit Genuss und Tropenträumen gesund gezaubert hat.

Der Trick: Tridosha-Balance

Genau genommen haben wir nicht gezaubert. Mit viel Ruhe und harmonisierendem Essen haben wir unsere Doshas, die durch den Virus aus der Balance geraten sind, wieder stabilisiert. Doshas nennt man im Ayurveda die drei Bioenergien, die allem innewohnen. Vata, Pitta und Kapha. Sie sind die zentralen Pfeiler im Ayurveda. Im Ayurveda-System werden die drei Doshas durch verschiedene Elemente gebildet.

Die zu Vata gehörenden Elemente sind Raum und Wind, Pitta wird durch Feuer und etwas Wasser bestimmt und Kapha durch Erde und Wasser. Ziel der Ayurveda-Ernährung ist es, diese drei Doshas in uns, also das Gleichgewicht der Elemente, in Balance zu halten.

Dieses Gefüge ist immer individuell, dazu weiter abhängig von Jahreszeit und klimatischer Region. So ergibt sich neben individueller Ernährungsempfehlung auch die Idee von saisonal bedingter ayurvedischer Jahresszeitenküche.

Wie kann ich die Elemente balancieren?

Im Endwinter ist Kapha in uns stark erhöht. Kapha an sich ist sehr wichtig aufgrund seiner nährenden, stabilisierenden Eigenschaften. Kapha schenkt uns Kraft und Ausdauer, vor allem emotional sowie im Bezug auf unser Immunsystem. Zum Ende des Winters hin haben wir aber oft zu viel Kapha. Im Ayurveda heisst das dann Sama-Kapha und zeigt sich in Erkältungskrankheiten, die vor allem mit viel Schleim verbunden sind. Zäher Husten, eine beengte Lunge, Sinusitis, alles Anzeichen von einem zuviel an kalter Feuchtigkeit. Darum balancieren wir Kapha wir mit leichtem, saurem und auch scharfem Essen sowie bitteren, herben Kräutern, frisch oder als Tee. Diese Geschmacksrichtungen arbeiten gemeinsam entgegen der Feuchtigkeit, Schwere und Stoffwechselträgheit.

Wo die Power in deinem Nachtisch herkommt

Ich also: im Auge des Kapha-Überschusses ein goldenes Dosha-Balance-Dessert für den Endwinter gekocht. Tropengefühl inklusive! Mit trocknender Hirse, leichter Reismilch, süßsaurer Mango, säuerlicher Apfelsüße, leicht erdender Dattelsüße und doshabalancierender Gewürzmischung. Verjüngendes Safran zum Pitta-Ausgleich. Wärmendes Muskat für Vata- und Kapha-Ausgleich. Treibstoff Kardamom, um den Stoffwechsel und somit die Heilungskraft anzuregen. Und natürlich Kurkuma. Als antibakterielles Allheilmittel, mit wärmender und trocknender Wirkung. Perfekt für den Februar. Und dazu macht die Mango als verjüngendes Tonikum noch frisch und glücklich.

Mit all seiner leichten Kraft also ein wunderbares, veganes Dosha-Balance-Dessert, das du in fünf Minuten auch für dich zaubern kannst.

Rezept: Dessert mit Alfonso-Mango, Kokos und Tridosha-Balance

Zutaten für 2 Portionen:

  • 300 ml Reismilch
  • 300 ml Mangopulp (von Govinda oder aus dem Asialaden)
  • 100 g Hirsegrieß
  • 2 EL Dattelsüße
  • 1 EL Kokoscreme
  • 1 Prise Kurkuma
  • 1 Prise Muskat
  • 4 Fäden Safran
  • 1 Messerspitze Kardamom, gemahlen
  • 1 EL Apfeldicksaft
  • geröstete Mandelsplitter

So geht’s:

Die 4 Safranfäden in etwas lauwarmem Wasser kurz quellen lassen. Mandelpulp und Reismilch in einen Topf geben. Dattelsüße, Kokoscreme, Kurkuma, Safranfäden plus Quellwasser hineingeben und zum Kochen bringen. Mit einem Schneebesen den Hirsegrieß in die köchelnde Mangomischung einrühren, weiter rühren und leicht kochen lassen. Den Topf vom Feuer nehmen. Kardamom und Muskat darüber streuen und unterrühren. Dessert in Schälchen verteilen und etwas abkühlen lassen. Mit Apfeldicksaft übergießen und gerösteten Mandelsplittern bestreuen.

Lass es dir schmecken,

Deine Julia

Das könnte dich auch interessieren:

Photo: Julia Wunderlich